Eine Umfahrungsstrasse für Sirnach

Seit etlichen Jahren wird von ihr gesprochen, nun soll sie realisiert werden: Die Spange Hofen. Gemeinsam mit einer Neugestaltung der Winterthurerstrasse soll die Umfahrung das Quartier Hofen vom Durchgangsverkehr entlasten. Kosten würde das Projekt über 9 Millionen Franken.

Philipp Haag
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SIRNACH. Seit über 30 Jahren, als der Kanton das Land für die Spange Hofen erwarb, verharrt das Strassenprojekt in einem Dornröschenschlaf. Der Kanton nahm die Umfahrungsstrasse zwar in seinen Richtplan auf, sie hatte aber eine tiefe Priorität. Trotzdem war das Strassenprojekt immer wieder Thema in Sirnach, erst recht seit die Behörde 2008 von den Stimmberechtigten den Auftrag fasste, die Entlastungsstrasse zu projektieren, gemeinsam mit einer Verkehrsberuhigung auf der Winterthurerstrasse.

Nun erfolgt für die beiden Strassenprojekte die Konkretisierungsphase, wie sich an einem Informationsabend vom Donnerstag zeigte. Gemeindeammann Kurt Baumann präsentierte mit Raumplaner Peter Gasser und Franz Ulmann, dem Leiter Strassenbau beim kantonalen Baudepartement, die Varianten. Die Spange Hofen führt vom Kreisel Q20 über die Portas-Brücke am Fussballplatz vorbei und dann parallel zur Feldstrasse zum Einlenker der Rosenbergstrasse in die Winterthurerstrasse. Versehen ist die 740 Meter lange Umfahrungsstrasse mit einem Rad-/Gehweg sowie Lärmschutzwänden zu den bewohnten Gebieten hin. Als Tempo sollen 50 km/h gelten.

Entlastung Quartier Hofen

Die Spange Hofen soll zu einer Entlastung der Winterthurerstrasse und somit dem Quartier Hofen, aber auch dem Dorfzentrum führen. Die Abnahme des Verkehrs auf der Winterthurerstrasse ist allerdings weniger gross als erhofft. Dies hat die Beurteilung einer Verkehrszählung auf der Winterthurerstrasse ergeben (siehe Kasten). Trotzdem, die Spange Hofen scheint unbestritten zu sein. Keiner der 200 Besucher hat sich gegen die Umfahrungsstrasse und deren Linienführung ausgesprochen. «Eine Entlastungsstrasse macht aber nur Sinn, wenn flankierende Massnahmen ergriffen werden», betonte Baumann. Aus diesem Grund ist eine Neugestaltung der Winterthurerstrasse ab dem Einlenker Q20 bis zur Einfahrt der Rosenbergstrasse sowie der Oberhofenstrasse vorgesehen. Auf beiden Strassen soll Tempo 30 gelten, für die Oberhofenstrasse zusätzlich ein Verbot für Lastwagen. Bauliche Anpassungen auf der Winterthurerstrasse sollen dafür sorgen, dass die Geschwindigkeitslimite eingehalten wird. So sind bei Einfahrten von Seitenstrassen Aufpflästerungen, kleine Erhöhungen der Fahrbahn, vorgesehen, sowie auf den Trottoirs sogenannte Poller, welche die Fussgänger schützen. Bei der Kurve, in welche die Oberhofenstrasse einbiegt, soll der Radius verengt und der Fuss-/Radweg extra geführt werden. Und der provisorische Kreisel beim FEG-Gebäude soll doch nicht zu einem definitiven ausgebaut werden, sondern zu einem Knoten, bei dem die Autofahrer von der Q20 Vorfahrt haben.

Die Kosten für das Strassenprojekt belaufen sich auf insgesamt 9,2 Millionen Franken (Spange Hofen: 5,5 Millionen, Winterthurerstrasse: über drei Millionen). Segnet der Bundesrat das von der Regio Wil eingereichte Agglomerationsprogramm ab, würde der Bund 40 Prozent übernehmen. Die restlichen Kosten würden sich der Kanton und die Gemeinde teilen. Baumann geht von zwei Millionen für die Gemeinde aus, denen die Stimmberechtigten aber zustimmen müssen. Wann dies der Fall sein wird, ist noch nicht klar. Den Baubeginn schätzt Ulmann auf frühestens 2014 für die Spange Hofen, 2015 für die Winterthurerstrasse.

Ein Besucher äusserte sich kritisch zu den drei Millionen für die Winterthurerstrasse. Er findet, die Strasse würde «vergoldet», die Anpassungen müssten billiger sein. Ansonsten zeigte sich in der Diskussion, dass der Übergang Oberhofenstrasse zur Spange Hofen sowie eine Fussgängerquerung der Umfahrungsstrasse beim Fussballplatz Kett wegen der Kinder genau angeschaut werden müssen.

Zwei weitere Varianten

Zwei andere Varianten für eine Neugestaltung der Winterthurerstrasse, beide ohne Spange Hofen, wurden noch kurz vorgestellt. Bei beiden würde beim FEG-Gebäude ein Kreisel gebaut. Die eine würde 4,7 Millionen Franken kosten, die andere 3,3 Millionen. Fragen zu diesen beiden Vorschlägen gab es von den Besuchern keine. Sowohl der Gemeinderat wie der Kanton favorisieren klar «Spange Hofen/Winterthurerstrasse», weil dieses Projekt die Probleme optimal löst, wie Ulmann sich ausdrückte. Die Bevölkerung kann sich noch selber einen Eindruck verschaffen, die Pläne liegen während einer 20tägigen Vernehmlassung im Gemeindehaus auf.

Strasse Q20 hat Vorfahrt: Der neugestaltete Knoten bei der FEG. (Bilder: F. Preisig AG)

Strasse Q20 hat Vorfahrt: Der neugestaltete Knoten bei der FEG. (Bilder: F. Preisig AG)

Aufpflästerung: Die Winterthurerstrasse beim Einlenker Murgstrasse.

Aufpflästerung: Die Winterthurerstrasse beim Einlenker Murgstrasse.

Enger Radius: Die Winterthurerstrasse bei der Einfahrt Oberhofenstrasse.

Enger Radius: Die Winterthurerstrasse bei der Einfahrt Oberhofenstrasse.