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Eine Totalrevision war nötig: Die Gemeinde Rickenbach hat nach zehn Jahren eine neue Ortsplanung

Als eine der ersten Gemeinden in der Region hat Rickenbach ihre Ortsplanung überarbeitet und dem neuen Raumplanungsgesetz angepasst.
Leonie Herde
Die Innenverdichtung in Rickenbach ist bereits überdurchschnittlich hoch. (Bild: Leonie Herde)

Die Innenverdichtung in Rickenbach ist bereits überdurchschnittlich hoch. (Bild: Leonie Herde)

Der alte Zonenplan der Gemeinde Rickenbach wurde 1994 in Kraft gesetzt. Seither hat sich die Gemeinde stark verändert und eine Totalrevision des Zonenplans wurde nötig. 2009 hat Rickenbach mit der Überarbeitung begonnen und nun, zehn Jahre später, kann das Projekt endlich abgeschlossen werden. Auf Bundesebene ist seit 2014 das revidierte Raumplanungsgesetz in Kraft. Dabei wird schweizweit Wert gelegt auf eine Siedlungsentwicklung nach Innen und auf einen haushälterischen Umgang mit dem Boden. Da in der Vergangenheit zu viele Bauzonen geplant wurden, muss nun wieder in die Gegenrichtung gedacht werden, um eine Zersiedelung zu verhindern.

Die Ortsplanung der Gemeinden

Jede Gemeinde plant ihre räumliche Entwicklung nach diesen Prinzipien. Dabei untersteht sie dem Richtplan des Kantons. Die Ortsplanung einer Gemeinde besteht aus dem Zonenplan, dem kommunalen Richtplan und dem Baureglement. Der Zonenplan beinhaltet eine detaillierte Einteilung aller Parzellen in die verschiedenen Zonen und bestimmt gleichzeitig deren Nutzungsart. Der Richtplan ist allgemeiner und beinhaltet auch die unterschiedlichen Verkehrswege. Das Baureglement umfasst alle Anforderungen an die Bauten und legt Masse wie Grenzabstände und Gebäudehöhen fest.

Als Folge der eidgenössischen Abstimmung über eine Änderung des Raumplanungsgesetzes im Jahr 2013 mussten alle Kantone ihre Richtpläne bis spätestens 2019 überarbeiten und vom Bund bewilligen lassen. Danach mussten auch alle Gemeinden ihre Richtpläne an das neue Gesetz anpassen. Die Gemeinde Rickenbach hat zwar bereits vor dieser Gesetzesänderung mit der neuen Ortsplanung begonnen, hat dann jedoch eine Pause von zwei Jahren einlegen müssen, um die Änderungen des kantonalen Richtplans abzuwarten. «Andere Gemeinden haben damals nicht gewartet und mussten infolgedessen ihre Ortsplanung noch einmal anpassen», sagt Gemeindepräsident Ivan Knobel.

Schwierigkeiten während den Planungsarbeiten

Im Laufe dieses Sommers erhielt die Bauverwaltung von Rickenbach zahlreiche Anfragen von Architekten, die wissen wollten, wann das neue Baureglement in Kraft treten werde. Dies konnte jedoch noch nicht mit Sicherheit gesagt werden. So wurden die Baueingaben zum Teil noch nach dem alten, zum Teil bereits nach dem neuen Recht angeschaut.

Im Zuge der Planungsarbeiten mussten sowohl öffentliche wie auch private Interessen abgewogen und berücksichtigt werden. Im gesamten Prozess hatte die Gemeinde drei Einsprachen, was für eine Totalrevision des Zonenplans sehr wenig ist. Dies hat die Gemeinde vielleicht auch dem Umstand zu verdanken, dass sie keine Rückzonung von Bauzonen vornehmen musste. «Dies hätte mit Sicherheit für mehr Diskussion gesorgt», sagt Knobel. Wichtig sei, dass die Gemeindebevölkerung über die Vorgänge gut informiert werde, sagt Knobel. Aus diesem Grund wurden im Laufe des Prozesses zwei Informationsveranstaltungen für die Bevölkerung abgehalten.

Die grössten Änderungen im neuen Zonenplan

Auch in Rickenbach wird Wert auf Innenverdichtung gelegt. Es wurden darum verschiedene Massnahmen ergriffen. Einige ehemals zweigeschossige Zonen sind neu dreigeschossig und Grenzabstände konnten in einigen Fällen verkleinert werden. Auch in der Einfamilienhauszone wird neu unterschieden zwischen zweigeschossigen Einfamilienhauszonen und Zonen, die auch Mehrfamilienhäuser zulassen. Mit dieser Innenverdichtung durch Aufstockung wird der verfügbare Raum nachhaltiger genutzt.

Des Weiteren wurde die Dorfzone ausgeweitet und die Primarschule wird neu der Zone für öffentliche Bauten und Anlagen zugerechnet. Der neue Zonenplan und weitere Informationen zur neuen Ortsplanung sind auf der Webseite der Gemeinde Rickenbach abrufbar. Mit der Genehmigung der neuen Ortsplanung durch den Kanton fällt der Gemeinde eine grosse Last von den Schultern. Die revidierte Ortsplanung ist seit Montag in Kraft und sollte für die nächsten 15 bis 20 Jahre gelten. Die Bauverwaltung hat aber bereits neue Aufgaben wie eine neue Buslinie und ein Hochwasserschutzprojekt.

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