Eine stille Wahl für den verbleibenden Sitz im Niederbürer Gemeinderat ist möglich – bisher hat sich nur Jörg Straub für einen zweiten Wahlgang angekündigt

Zwei Kandidierende für den Gemeinderat scheiterten im ersten Wahlgang in Niederbüren; bisher hat nur ein Kandidat angekündigt, erneut anzutreten. Der jüngste Kandidat erhielt indes am meisten Rückhalt aus der Bevölkerung.

Dinah Hauser
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Die Stimmbeteiligung war hoch in Niederbüren. Rund 70 Prozent der Einwohnerinnen und Einwohner gingen an die Urne. Jedoch konnten nicht alle Ämter besetzt werden. Von den fünf Kandidierenden für den Gemeinderat erreichten nur drei das absolute Mehr und sind somit gewählt. Der vierte Sitz ist noch offen.

Jörg Straub (FDP)  287 Stimmen  Tritt zum 2. Wahlgang an

Jörg Straub (FDP)
287 Stimmen
Tritt zum 2. Wahlgang an

Bild: PD

Jörg Straub (FDP) verfehlte das absolute Mehr von 313 Stimmen knapp. Er sieht es pragmatisch:

«Wenn man das erste Mal kandidiert, ist zu erwarten, dass man sich auch in einem zweiten Wahlgang beweisen muss.»
Jens Renn (parteilos)  241 Stimmen  Entscheid offen

Jens Renn (parteilos)
241 Stimmen
Entscheid offen

Bild: PD

So tritt er denn auch nochmals an. Auch für den parteilosen Jens Renn hat es mit 241 Stimmen nicht gereicht. Er will das Ergebnis noch etwas sacken lassen, bevor er sich definitiv entscheidet, ob er nochmals antritt.

Jüngster holt am meisten Stimmen

Gereicht hat es für die beiden Bisherigen Brigit Keller-Hürlimann (CVP) und Pascal Frommenwiler (SVP). Der langjährige Gemeinderat – er steht vor seiner dritten Amtszeit – freut sich auf die neue Legislaturperiode.

«Wir zwei Bisherigen sorgen für Kontinuität. Die beiden Neuen bringen frischen Wind mit.»

Für Frommenwiler eine gute Kombination.

Christof Lehmann (parteilos)465 StimmenAls Gemeinderat gewählt

Christof Lehmann (parteilos)
465 Stimmen
Als Gemeinderat gewählt

Bild: PD

Überraschend hat der Jüngste unter den Kandidaten auf Anhieb die meisten Stimmen erzielt: Mit 465 Stimmen sprachen sich die Bürger deutlich für den parteilosen Christof Lehmann aus. Der Landmaschinenmechaniker mit abgeschlossener Meisterprüfung wertet dies als Zeichen, dass die Bevölkerung auch jungen Leuten eine Chance geben möchte.

160 Stimmen gingen an Vereinzelte

Auffällig ist indes auch der hohe Anteil an Stimmen an «Vereinzelte». 160 von den gültigen 624 Stimmzetteln listeten diverse Namen auf. «Dass Stimmen an Vereinzelte gehen, ist nicht ungewöhnlich. Diesmal waren es aber schon überraschend viele», sagt Ratsschreiber Markus Ramseier. Möglicherweise sei dies taktisch. «Wenn ein Bürger jemanden nicht wählen will, dann setzt er einfach irgend einen Namen, manchmal auch den eigenen, auf die Liste.» Dies treibt das absolute Mehr in die Höhe und macht es für die Kandidaten schwieriger, gewählt zu werden.

Einen weiteren möglichen Grund sieht Ramseier in der wesentlich höheren Stimmbeteiligung, die auf die nationalen Vorlagen zurückzuführen ist. Normalerweise liegt die Stimmbeteiligung in Niederbüren zwischen 40 und 50 Prozent.

Der zweite Wahlgang findet am 29. November statt. Kandidaturen sind bis zum Freitag, 9. Oktober 17 Uhr, bekannt zu geben.

Alle Kandidaten müssen Unterschriften sammeln

In einigen Gemeinden gibt es einen zweiten Wahlgang. Sowohl Kandidaten aus dem ersten Wahlgang wie auch neue Kandidaten müssen ein Unterschriftenblatt mit 15 Unterschriften vorweisen, damit ihre (nochmalige) Kandidatur gültig ist. Das gilt für alle Gemeinden im Kanton St. Gallen. Auch eine stille Wahl ist möglich, wenn nur eine Person kandidiert. (dh)

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