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Eine steinreiche Gemeinde

Kiesabbaugesuche beschäftigen zurzeit die Gemeinden Oberbüren und Degersheim. In Jonschwil neigt sich diese Ära dem Ende zu – das Gelände wird rekultiviert. Es liegt kein weiteres Abbaugesuch vor.
Philipp Stutz
Das Abbaugebiet auf dem Hori, südlich von Jonschwil. Im Hintergrund die neuen Einfamilienhäuser, die in der Sonnenhalde gebaut worden sind. (Bild: Philipp Stutz)

Das Abbaugebiet auf dem Hori, südlich von Jonschwil. Im Hintergrund die neuen Einfamilienhäuser, die in der Sonnenhalde gebaut worden sind. (Bild: Philipp Stutz)

Mit Bezug auf Kies – nicht auf Finanzen – darf Jonschwil mit Fug und Recht als «steinreich» bezeichnet werden. Der grossflächige Abbau verursacht Lärm und Lastwagenverkehr, der Strassen stark belastet. Doch ist diese Problematik laut Gemeindepräsident Stefan Frei aus einem gesamtwirtschaftlichen Blickwinkel zu betrachten. «Die Bauwirtschaft ist auf Kies angewiesen.» Ein Rohstoff, der in grossen Mengen benötigt werde. «Und es ist sinnvoller, dieses Material in der Region zu gewinnen als aus dem Ausland heranzukarren.»

Die Gemeinde zieht auch finanziellen Nutzen daraus. Pro Kubikmeter Kiesabbau und für die nachfolgende Rekultivierung hat die Holcim Kies und Beton AG Abgaben zu entrichten. Solche Entschädigungen haben während Jahren fünf- bis sechsstellige Beträge in die Gemeindekasse gespült. «Sie gehen nun entsprechend dem Volumen zurück», sagt Frei. Im laufenden Jahr sind noch 47 000 Franken für Rekultivierungen budgetiert. 2017 werden es nur noch 30 000 Franken sein.

Aldi baute Verteilzentrum auf Kieswerkareal

«Kies und Sand liegt immer dort, wo einst Wasser geflossen ist oder wo es heute noch fliesst», hat Geologe Edgar Krayss im Jonschwiler Jahrbuch vermerkt. Das Hauptvorkommen findet sich auf dem Hori oberhalb von Jonschwil. Dort ist der Kiesabbau inzwischen abgeschlossen. Endgestaltung und Rekultivierung erfolgen gemäss Plan zwischen 2016 und 2019. «Im laufenden Jahr konnte witterungsbedingt nicht derart viel rekultiviert werden wie gewünscht», sagt Stefan Frei. Das Gebiet Steig zwischen Schwarzenbach und Jonschwil ist schon 2003 rekultiviert worden. Im Flurhof, der die beiden Gemeinden Jonschwil und Uzwil tangiert, ist noch ein kleiner Rest Kiesabbau ausstehend. Im Frühjahr 2012 hat Aldi Suisse AG ihren Hauptsitz und das Verteilzentrum Ostschweiz auf dem Areal des ehemaligen Kieswerks Salen in Schwarzenbach in Betrieb genommen.

Damit war ein nahtloser Übergang vom früheren Kiesabbau zu einer Firma mit hoher Wertschöpfung und Arbeitsplätzen mit unterschiedlichen Qualifikationsanforderungen möglich geworden.

Keine Zufahrt über das Chatzentobel

Der Lastwagenverkehr zum und vom Kiesabbaugebiet Hori war in der Bevölkerung auf Kritik gestossen. Gefordert wurde, die Salzwiesstrasse, an der sich viele Einfamilienhäuser befinden, zu entlasten. Geprüft werden sollte unter anderem eine zeitlich befristete Zufahrt über das Chatzentobel. «Eine rein theoretische Möglichkeit, die früher von einem Einwohner in Betracht gezogen worden war», sagt Stefan Frei und fügt hinzu: «Dieser Vorschlag ist definitiv vom Tisch.»

«Kies und Sand sind ein Geschenk der Gletscher», hält Edgar Krayss fest. Mit dem Abbau seiner Bodenschätze habe Jonschwil einen bedeutenden Beitrag zur Rohstoffversorgung der Region geleistet. «Kies werden die Jonschwiler und Schwarzenbacher zwar immer noch reichlich haben, nämlich unter ihren Häusern. Aber dort wird er wohl auch liegen bleiben.»

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