Eine steile Karriere neigt sich dem Ende

Nach über 38 Jahren Tätigkeit bei den Kantonalen Psychiatrischen Diensten, Sektor in Wil, tritt Bruno Facci die Pension an. Seine Laufbahn führte ihn durch Schweizer Psychiatriegeschichte vom Hilfspfleger bis zum Mitglied der Geschäftsleitung.

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Am 1. Juni 1974 trat Bruno Facci als Hilfspfleger in die damals noch fast 900 Betten umfassende Psychiatrische Klinik Wil ein. Seine Tätigkeit als Hilfskraft war von kurzer Dauer: Schon vier Jahre später schloss er die Ausbildung als diplomierter Psychiatriepfleger ab. Die Vorgesetzten entdeckten rasch das Potenzial, das in ihm steckte. Nach weiteren Ausbildungen stieg er Stufe um Stufe: vom stellvertretenden Abteilungspfleger, zum Stationsleiter, zum Leiter der internen Fachweiterbildung für das Pflegepersonal, bis er im Jahr 1985 zum Leiter Pflegedienst ernannt und damit auch Mitglied der Geschäftsleitung wurde.

Im Jahr 2008 übernahm er – ad interim hiess es zunächst – die Leitung des Qualitätsmanagements. Gleich zwei Zertifizierungen «Recognised for Excellence» fielen in Bruno Faccis erfolgreiche Amtszeit als Qualitätsmanager. Das Doppelmandat belastete ihn zunehmend. Deshalb beschloss er im Jahr 2010 seinen Austritt aus der Geschäftsleitung und die Fokussierung auf das Qualitätsmanagement und die Leitung Pflege des Center of Education & Research (Coeur).

Bruno Facci erlebte aus nächster Nähe ein wesentliches Stück Schweizer Psychiatriegeschichte. In seine Zeit fielen beispielsweise die Entwicklung der Sozialpsychiatrie, der Aufbau ambulanter und tagesklinischer Angebote, die Überführung chronisch psychisch kranker Menschen in die Institution Heimstätten Wil sowie die Gründung des Spezialpflegeheims Eggfeld. Als langjähriges Mitglied der Geschäftsleitung gestaltete er eine Vielzahl neuer Gefässe und Strukturen mit. Zuletzt das Center of Education & Research. Bruno Facci hat sich mit grossem Engagement fast vierzig Jahre lang für das Wohlergehen der Patientinnen und Patienten, die weitere Entwicklung des Pflegeberufes und der Klinik Wil eingesetzt. Ende Dezember 2012 tritt er in den – so nennt er das – «von Erwerbstätigkeit freien Lebensabschnitt» über. Die Geschäftsleitung bedauere dieses frühzeitige Ausscheiden eines sehr wertvollen Kaders. (pd)

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