Eine schauklige Angelegenheit

Michael Hug erzählte im Villa Donkey Village in Degersheim von seiner Reise mit dem Frachtschiff ISA – einer Reise mit grossen Zahlen und grossen Namen.

Flavio Dal Din
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Michael Hug nahm die Zuhörer mit auf seine Reise nach Chicago. (Bild: fla.)

Michael Hug nahm die Zuhörer mit auf seine Reise nach Chicago. (Bild: fla.)

DEGERSHEIM. Mit dem polnischen Frachtschiff ISA begab sich Michael Hug auf eine rund 9500 Kilometer lange Reise von Holland nach Chicago. Die Reise begann am holländischen Fischer- und Versorgungshafen IJmuiden, wo während dreier Tage der polnische Frachter mit 21 000 Tonnen Stahl beladen wurde. So musste auch der Degersheimer Michael Hug geduldig sein, bis er das Schiff endlich betreten durfte und die Reise beginnen konnte.

Ununterbrochenes Schaukeln

Für den Reisejournalisten waren die ersten Tage auf dem Schiff wenig angenehm. Es sei eine schauklige Angelegenheit gewesen, egal ob schönes oder schlechtes Wetter war. «Nach drei Tagen wusste ich dann nicht mehr so recht, wo mir der Magen steht», schilderte Hug die ersten Tage auf dem Schiff. Acht Tage lang habe es ununterbrochen geschaukelt und während dieser Zeit lag Michael Hug meistens auf der Couch in seiner Kammer und las ein Buch nach dem anderen. Doch es habe auf der offenen See auch schöne Tage gegeben, und dies untermalt Michael Hug mit Bildern von Delphinen und wunderschönen Sonnenauf- und -untergängen.

Nach acht Tagen erreichte die ISA dann ruhigere Gewässer. Für Michael Hug und das polnische Frachtschiff begann eine eindrückliche Reise durch die berühmten Grossen Seen Nordamerikas. Auf diesem Weg, den man als «Highway to Sea» bezeichnet, musste die «ISA» insgesamt 16 Schleusen durchqueren, was für ein 200 Meter langes Frachtschiff keine leichte Angelegenheit ist. «Die Schleusen waren nicht viel breiter als unser Schiff, auf beiden Seiten hatte jeweils noch knapp ein Fussball Platz», erklärte Michael Hug die knifflige Durchquerung der Schleusen.

Obama und Michael Jackson

Nach gut zwei Wochen auf dem Schiff hatte Michael Hug in der amerikanischen Industriestadt Cleveland, wo der Frachter einen Teil des Stahls ablud, wieder festen Boden unter den Füssen. Bevor das Schiff wieder ablegte, sei Hug aufgefallen, dass auf dem Flughafen, der in der Nähe das Hafens liegt, unglaublich viel Betrieb herrschte. «Das Gerücht ging auf dem Schiff um, dass Obama kommt», erzählte der Reisejournalist voller Stolz. Und tatsächlich landete an diesem Abend die Air Force One und Michael Hug war Zeuge, wie der amerikanische Präsident für einen Wahlkampfauftritt aus seinem Flugzeug stieg.

Nach rund drei Wochen auf der «ISA» war dann das Ziel Chicago erreicht. Der Hafen der amerikanischen Grossstadt liegt in der Nähe des heruntergekommenen Städtchens Gary, in welchem Michael Jackson das Licht der Welt erblickt hatte, und Michael Hug liess es sich nicht nehmen und besuchte das Geburtshaus des King of Pop.

Bilderwelt seiner Reise

Mit seinem Vortrag und den eindrücklichen Bildern von Abendstimmungen, der Mannschaft, dem Frachter, von Chicago und Anekdoten aus dem Leben auf der «ISA» unterhielt Michael Hug die zahlreichen interessierten Zuhörer. Und im Hinterkopf hat der Degersheimer bereits die nächsten Ideen für zukünftige Abenteuer. So möchte er nach Mauretanien reisen und die «Liemba», ein 100 Jahre altes Passagier- und Frachtschiff, auf dem Tanganjikasee besuchen.