Eine neue Visitenkarte für die Stadt Wil: Neuer Bahnhofplatz geht in die nächste Phase

Die Neugestaltung des Bahnhofplatzes macht Fortschritte. Der Stadtrat legt dem Parlament einen Kredit von rund 3,6 Millionen Franken vor. Zudem sollen zwei weitere Kredite für Kommunikationsmassnahmen für das Bahnhof-Projekt sowie weitere Massnahmen des Agglomerationsprogramms genehmigt werden.

Gianni Amstutz
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So soll der neue Bahnhofplatz dereinst aussehen. Die Realisierung ist bis 2028 vorgesehen.

So soll der neue Bahnhofplatz dereinst aussehen. Die Realisierung ist bis 2028 vorgesehen.

Visualisierung: PD

An einer Informationsveranstaltung präsentierten Stadtrat Daniel Stutz und Marcel Frei, Leiter Tiefbau, am Mittwochabend den Fahrplan für die Neugestaltung des Wiler Bahnhofplatzes. Der Stadtrat hat Bericht und Antrag zu einem Kredit über insgesamt 3,787 Millionen Franken ans Stadtparlament überwiesen.

3,627 Millionen Franken sind für die Ausarbeitung des Bau- und Auflageprojekts vorgesehen, weitere 160'000 Franken für Kommunikationsmassnahmen.

Diese Beträge mögen hoch erscheinen, werden jedoch durch die Gesamtkosten von rund 58,1 Millionen Franken (+/- 35 Prozent) für die Aufwertung des Bahnhofplatzes relativiert. Der Kostenanteil der Stadt Wil beträgt ersten Schätzungen zufolge rund 23,5 Millionen Franken.

Das Rückgrat der Stadt Wil

Der aktuelle Bahnhofplatz hat aufgrund des laufenden Ausbaus des Bahn- und Busverkehrs seine Kapazitätsgrenzen erreicht. Auch optisch gibt der Bahnhof für die Stadt Wil keine gute Visitenkarte ab und immer wieder wird das subjektive Sicherheitsempfinden kritisiert.

Daniel Stutz bezeichnete den Bahnhof als Rückgrat Wils, stellt er doch das Zentrum der Wiler Hauptachse zwischen Altstadt und Bergholz dar. Die Aufwertung des Bahnhofplatzes lässt sich in vier Teilprojekte unterteilen.

Einerseits ist geplant, dass die aktuell rund 100 Parkplätze am Bahnhof in den Untergrund verschoben werden. Ausserdem wird die Endhaltestelle der Frauenfeld-Wil-Bahn gegen Westen verschoben. Zudem wird die Allee aufgewertet und soll Platz bieten für eine Begegnungszone, allenfalls Gastronomiebetriebe. Schliesslich wird der Bushof umgestaltet. Die Haltekanten werden neu ausgerichtet und sollen künftig Platz für neun Regional-, acht Stadt- und zwei Fern- oder Bahnersatzbusse bieten.

Realisierung bis 2028

Die Aufwertung ist integraler Bestandteil des 4. Agglomerationsprogramms und soll zwischen 2025 und 2028 realisiert werden. Ausserdem ist der Bahnhof Teil der flankierenden Massnahmen im Rahmen des Entwicklungsschwerpunkts Wil West. Über 50 solcher flankierenden Massnahmen sollen alleine auf dem Stadtgebiet Wils umgesetzt werden.

Die einzelnen Massnahmen sind aufeinander abgestimmt und Voraussetzung für das Gelingen des ESP Wil West. In ihrer Gesamtheit sollen sie Arbeitsplätze in Stadtnähe schaffen, zukunftstaugliche Mobilität fördern, ein lebendiges und verkehrsentlastetes Zentrum ermögliche sowie wohnlichen Quartieren sowie der wirtschaftliche Entwicklung der Stadt und Region Wil zugute kommen.

Um diese Massnahmen sowie den Nutzen für die einzelnen Quartiere der Bevölkerung näher zu bringen, beantragt der Stadtrat einen weiteren Kredit in der Höhe von rund 590'000 Franken für Kommunikations- und Dialogmassnahmen unter dem Titel «Wil Vivendo».

Alle flankierenden Massnahmen hätten eine Erhöhung der Lebensqualität zum Ziel, führte Stutz aus. Nun gehe es darum, den Wilerinnen und Wilern dieses Gesamtpaket sowie die Zusammenhänge verständlich zu machen.