Eine neue Vision mit Gegenwind

In Münchwilen dürfte es in den nächsten zehn Jahren zusätzlich 165 Schüler geben. Ein Ausbau der Schulen ist nötig. Nur welche? Die Behörde hat vor allem die Primarschule Oberhofen im Auge. Es gibt aber auch eine andere Vision.

Simon Dudle
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Marianne Meienberger Einwohnerin Münchwilen

Marianne Meienberger Einwohnerin Münchwilen

MÜNCHWILEN. Genau 5221 Einwohner zählte Münchwilen Ende Oktober. Laut Berechnungen dürfte der Bezirkshauptort in den nächsten zehn Jahren um fast 1400 Personen grösser werden. Unter ihnen werden 165 neue Schüler erwartet. Gepaart mit der Tatsache, dass mehrere Bauten der Primarschule Oberhofen in die Jahre gekommen sind, ist einiges an Handlungsbedarf angezeigt.

Die Idee «überschlafen»

Geht es nach der Münchwilerin Marianne Meienberger, dann gibt es auf dem Waldeggareal neben der Oberstufe dereinst eine neue Primarschule mit Doppelkindergarten. Diese Vision präsentierte sie am Mittwochabend an der Infoveranstaltung zur Schulgemeindeversammlung vom 25. November. «Die Turnhallen und auch die Musikschule wären dann auf dem gleichen Areal», sagte Meienberger. Zudem liesse sich das neue Schulhaus bauen, ohne den laufenden Schulbetrieb zu stören. Im weiteren könnten in diesem Fall eine Klassengrösse von etwa 20 Kindern pro Klasse in der ganzen Volksschulgemeinde angestrebt werden.

Bei den anwesenden Vertretern der Schule hielt sich die Begeisterung über diesen Vorschlag in Grenzen. Dies wurde deutlich, auch wenn sich Schulpräsident Thomas Wyser nicht explizit dagegen aussprach und mit den Worten schloss, dass man diesen Vorschlag mal «überschlafen» wolle.

Die zum Teil schon weit gediehenen Pläne der Behörde sehen anders aus. In einem ersten Schritt wird die Primarschule Kastanienhof in St. Margarethen ausgebaut. Vor knapp einem Jahr haben die Stimmbürger einen Kredit für 5,9 Millionen Franken gesprochen. Geplant ist, den zweigeschossigen Bau mit sechs Schulzimmern, drei Gruppenräumen und einem Büro für den Schulleiter im Jahr 2017 in Betrieb zu nehmen.

Neubau beabsichtigt

In den Jahren 2016 und 2017 soll zudem die veraltete Einfachturnhalle Oberhofen für knapp fünf Millionen Franken renoviert und erweitert werden. Diese steht seit 2012 unter Denkmalschutz, was die Sache nicht erleichtert. Über diesen Kredit soll am 28. Februar 2016 an der Urne abgestimmt werden. Für nächstes Jahr ist auch die Renovation des Schulhauses 2 in Oberhofen für eine halbe Million Franken geplant. Ob dieses Geld gesprochen wird, entscheiden die Stimmbürger an der Budgetversammlung am 25. November.

Für die Jahre 2018 und 2019 ist in Oberhofen der Neubau eines Gebäudes mit drei Schulzimmern, zwei Kindergärten sowie Therapie- und Nebenräumen für rund sechs Millionen Franken vorgesehen. Die öffentliche Ausschreibung für den Projektwettbewerb startet am 4. Dezember – vorausgesetzt, die Stimmbürger heissen an der Budgetversammlung den Projektkredit von 170 000 Franken gut.

Nach dem Jahr 2025 soll das Schulhaus 2 für weitere sechs Millionen Franken um sechs bis zehn Klassenzimmer erweitert oder Neubau realisiert werden.

Allenfalls ein Antrag

Die Vision Meienberger passt da nicht ins Bild. «Man soll einen fahrenden Zug nicht aufhalten», sagte Schulbehördenmitglied Yvonne Bommer. Für Präsident Wyser hätte diese neue Vision zur Folge, dass man die Planungen für den Ausbau Kastanienhof stornieren müsste.

Meienberger wird sich umhören, ob ihre Idee eine Mehrheit finden könnte. Erachtet sie ihre Chancen als reell, stellt sie am 25. November einen Antrag.

Thomas Wyser Präsident Volksschulgemeinde Münchwilen (Bilder: Simon Dudle)

Thomas Wyser Präsident Volksschulgemeinde Münchwilen (Bilder: Simon Dudle)

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