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«Eine massive Enttäuschung»

Lenggenwil ist ab 2017 nicht mehr im Gemeinderat von Niederhelfenschwil vertreten. Das wirft Fragen auf. Beim Verein Dorfbühne, der im Dorf Kandidaten gesucht hatte, will und muss man über die Bücher.
Simon Dudle

Das Verdikt der Stimmbürger war deutlich: Auf nur 329 von fast 1000 eingegangenen Stimmzetteln stand der Name Ronald Keller. Das genügte weder, um das absolute Mehr von 442 zu erreichen, noch um den drei anderen neuen Gemeinderatskandidaten die Stirn zu bieten. Da der parteilose Servicetechniker der einzige Kandidat aus Lenggenwil war, ist das 800-Seelen-Dorf ab dem neuen Jahr nicht mehr im Gemeinderat von Niederhelfenschwil vertreten.

Mit dem deutlichen Verdikt knackten die Wähler eine ungeschriebene Zauberformel, wonach jedes der drei Dörfer Zuckenriet, Lenggenwil und Niederhelfenschwil im Gemeinderat zu vertreten sein hat. Seit vielen Jahrzehnten ist dies der Fall. Das Ergebnis sorgte vor allem im Verein Dorfbühne Lenggenwil für Unmut. Er zeichnete für die Kandidatensuche verantwortlich, und nicht etwa eine Partei. «Das ist eine massive Enttäuschung, die ich zuerst verdauen muss. Irgendetwas haben wir falsch gemacht. Wir müssen über die Bücher», sagte Präsident Rolf Högger kurz nach Bekanntwerden des Wahlresultats.

Späte Kandidatur hat überrascht

Die Frage stand und steht im Raum, ob auf den falschen Kandidaten gesetzt wurde. Keller meldete sich erst relativ kurz vor dem Ende der offiziellen Meldefrist und wenige Tage vor der einzigen Wahlveranstaltung. «Wir sind hinter unserem Vertreter gestanden. Allerdings hätten wir uns mehr für ihn einsetzen müssen», sagt Högger. Aus seiner Sicht könnte die Auflistung der Kandidaten auf dem Wahlzettel eine Rolle gespielt haben. Keller war zuletzt gelistet. Högger glaubt, dass viele Wähler von oben nach unten ankreuzen und somit die letzten beiden Personen, also auch Keller, überzählig gewesen sind. Zudem ist er der Meinung, bei den Neuzuzügern zu wenig gepunktet zu haben.

Und dann war die Sache mit Reallehrer Ruedi Gschwend (parteilos), der sich nach Kellers Kandidatur und auch nach der Wahlveranstaltung als Kandidat meldete und auch gewählt wurde. Für drei freie Gemeinderatssitze standen neben Keller plötzlich vier Vertreter aus dem Dorf Niederhelfenschwil zur Wahl. Zu den Beweggründen sagte Gschwend an der Wahlfeier, die zufälligerweise am Erntedankfest Lenggenwil stattfand: «Für mich hatte es zu wenige eingesessene Niederhelfenschwiler.» Angesprochen auf die späte Kandidatur, sagte er: «Zum Zeitpunkt der Infoveranstaltung hatte ich noch geglaubt, dass genügend gute Kandidaten zur Verfügung stehen.»

Einsatz ohne politischen Rückhalt

Nun stellt sich die Frage, was die Lenggenwiler Abstinenz im Gemeinderat für Konsequenzen hat. Högger sagt: «Unser Einfluss entfällt zu 100 Prozent. Der Zusammenhalt im Dorf wird aber ungebrochen sein. Schön wäre aber schon, politischen Rückhalt zu haben.» Gemeindepräsident Simon Thalmann beschwichtigt: «Der neue Gemeinderat wird weiter für alle drei Dörfer und alle Weiler da sein und auch künftig die Lenggenwiler Interessen wenn immer möglich berücksichtigen.»

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