Eine Markthalle für alle

Auf dem Spielplatz hinter der «Dachdeckerschule» ist eine Markthalle geplant. Dort soll dereinst eine breite Palette von Produkten angeboten werden. Aber auch kulturelle Veranstaltungen wie Konzerte und mehr sollen darin Platz finden.

Philipp Stutz
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Die Markthalle ist auf der Spielwiese hinter dem Bildungszentrum Polybau geplant. Das Land befindet sich im Eigentum der Gemeinde. (Bild: Bildmontage: Stephan Traber)

Die Markthalle ist auf der Spielwiese hinter dem Bildungszentrum Polybau geplant. Das Land befindet sich im Eigentum der Gemeinde. (Bild: Bildmontage: Stephan Traber)

uzwil. Der Verein «Uzwil plus», der kürzlich seine Gründungsversammlung abgehalten hat, will das Dorf an der Uze unter anderem in einen Erlebnis- und Einkaufsort verwandeln. Das ist angesichts des erodierenden Zentrums und Lädelisterbens auch dringend nötig.

Uzwil ein neues Profil geben

Die Markthalle soll auf der Wiese hinter dem Bildungszentrum Polybau zu stehen kommen, wo sich heute ein wenig einladender Spielplatz befindet. Das Areal befindet sich im Besitz der Einheitsgemeinde Uzwil.

Der Gemeinderat steht dem Anliegen grundsätzlich positiv gegenüber. Der Zweck der Markthalle besteht darin, die Attraktivität von Uzwil als Einkaufs- und Erlebnisort zu steigern. Sowohl für das ortsansässige Gewerbe als auch in gesellschaftlicher Hinsicht soll die Halle neue Impulse und Möglichkeiten bringen. Uzwil müsse sich vor allem auch gegenüber dem Einkaufsort St.

Gallen West und gegenüber Wil ein neues Profil geben, schreibt der Verein «Uzwil plus» in einem gestern veröffentlichten Pressecommuniqué.

Wöchentlicher Bauernmarkt

Das Nutzungskonzept für die Markthalle sieht zum einen vor, jeweils am Donnerstagmorgen und am Samstag bis über Mittag einen Markt anzubieten. Hat doch in der weitläufigen Sieben-Dörfer-Gemeinde neben der weltweit tätigen Industrie auch die Landwirtschaft traditionell ihren Platz. «Gefragt sind die ortsansässigen Anbieter», sagt René Müller, einer der Initianten.

«Das können zum Beispiel bäuerliche Selbstvermarkter, Gewerbetreibende oder Detailhändler sein.» Er hoffe auf ein breites Angebot. Produkte aus der Region oder etwa für die italienische und asiatische Küche, eine Blumenbinderei oder eine Gärtnerei mit ausgefallenen Produkten würden gut ins Konzept passen. «Nach oder während des Einkaufs sollen die Gäste an einer Bar einen Espresso, ein Glas Wein oder Süssmost geniessen können», ergänzt Müller.

Konzerte und Feste

Nebst Märkten soll die Halle aber auch für kulturelle Veranstaltungen Platz bieten. Etwas, was Uzwil nur gut tun würde. Durchgeführt werden könnten auch spezielle Fasnachtsanlässe, um die närrische Zeit in Uzwil wieder aufleben zu lassen, oder Weihnachtsveranstaltungen sowie Firmenfeste, ein Oktoberfest, eine Rocknacht, eine Autoshow oder eine Kuriositätenauktion. «Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt», sagt Müller. Wichtig sei, dass die Markthalle ihrer Idee als Treffpunkt gerecht werde.

Nicht zuletzt könnte mit dem Einbau von öffentlich zugänglichen Toiletten ein Missstand im Dorfzentrum behoben werden.

Mieter gesucht

Nun würden Möglichkeiten der Miete oder Beteiligung am Marktbetrieb bearbeitet. Die Initianten gehen davon aus, dass sich Mieter für mehrere Jahre verpflichten und einen entsprechenden Betrag zur Finanzierung der Halle bezahlen werden. Aber auch kurzfristige Engagements für ein Jahr oder einen Markttag seien denkbar. Wer sich längerfristig verpflichte, soll von günstigen Konditionen profitieren können.

Gossau als Vorbild

Die Idee einer Markthalle ist nicht neu. Wurde doch ein solches Projekt im Jahr 2005 in Gossau umgesetzt. Landwirte und Gewerbetreibende bieten seither ihre Produkte an Markttagen an. Auch wurde ein sogenannter «Treff 13» ins Leben gerufen: Immer am 13. jeden Monats öffnet eine Bar in der Halle. Dazu spielen Live-Bands, und nicht selten werden dabei bis zu 200 Besucher gezählt. Die Halle kann aber auch für private Zwecke gemietet werden. Und bei der Ausstellung «G 09» diente sie als Eingangsportal.

Aufwertung der Lindenstrasse

Mit der Umsetzung des Projekts würde die Lindenstrasse stark aufgewertet. Ist doch nur einen Steinwurf entfernt die zentralisierte Gemeindeverwaltung geplant. Für den Bau der Markthalle werden Kosten von 550 000 Franken veranschlagt. Laut Auskunft aus dem Uzwiler Gemeindehaus besteht durchaus die Möglichkeit, einen entsprechenden Kredit noch an der Budgetversammlung in diesem Herbst zur Abstimmung zu bringen.

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