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Eine Leiche nach zehn Jahren

Der Kulturpunkt Degersheim wird heuer zehn Jahre alt. Er feierte dies mit einem «Tatort»-Dinner und verband so Geburtstagsfeier mit Leichenmahl.
Michael Hug
Das Verbrechen auf der Bühne war nur gespielt. (Bild: Michael Hug)

Das Verbrechen auf der Bühne war nur gespielt. (Bild: Michael Hug)

«Kultur. Punkt.» Ein prägnanter Schluss in Markus Hagmanns Laudatio zum Jubiläum des einzigen Kleinkulturvereins Degersheims. Schluss, Punkt. Gemeinderat Hagmann hielt seine Worte kurz, aber eindringlich: «Eine Gemeinde ist auf die Vereinsarbeit angewiesen, ohne sie wäre sie nur ein Ort zum Essen und Schlafen.» Er überbrachte den Dank der Behörden und gratulierte dem Verein Kulturpunkt, den anwesenden Gründungsmitgliedern und dem jetzigen Vorstand zum Jubiläum. Doch Hagmann kam und ging mit leeren Händen – dennoch vergass er das gemeinderätliche Geburtstagsgeschenk, das in einem solchen Fall alleweil angebracht ist, nicht: «Es ist in diesen Tagen bereits auf elektronischem Weg unterwegs.» Sprich: E-Banking.

Nach dem kurzen offiziellen Teil war im evangelischen Kirchgemeindehaus Feiern angesagt. Die rund 60 Gäste und Besuchenden des Jubiläumsabends taten dies mit Schlemmen und Ermitteln. «Tatort Dinner» hiess das Motto des kurzweiligen Abends, es beinhaltete ein Episodentheater mit dem fünfköpfigen Ensemble «Dinnerevents» aus St. Gallen. «Tatort» hiess die Affiche des Abends, was zahlreiche Vermutungen und Mutmassungen zuliess. Geschieht ein Verbrechen? Fliesst Blut auf der Bühne? Wird jemand hinterrücks am Buffet ermordet?

Hundemord und Kartoffenstock

Ganz so makaber kam's dann doch nicht. Die Handlung auf der Bühne führte das Publikum zwischen dem warmen Selleriesüppchen beim Apéro und dem Lachs mit Birnen auf Rucola im ersten Gang erst mal auf eine falsche Spur. Ein Hund sei kaltblütig umgebracht worden, lautete der erste Verdacht. Muss jetzt nach dem Mörder des Hundes gesucht werden, war die Frage des Publikums noch vor dem Brasato al Barolo mit Stock (Zürichgeschnetzeltes aus Quorn als Vegi-Variante). Nein, aber der Hund bzw. der Tod des Vierbeiners war das Motiv für den tödlichen Schuss in der Garderobe nach dem Brasato. Mit letzter Kraft konnte sich das Opfer auf die Bühne schleppen – ohne aber den Namen des Mörders noch preisgeben zu können. Diesen aufgrund der Indizien herauszufinden, war die Aufgabe des Publikums. Und es fand ihn heraus. Rund ein Drittel der Gäste erwies sich als kompetenter Ermittler und schrieb den richtigen Namen aufs Papier. Als Belohnung gab's ein Dessertbuffet für alle (Crème brûlée, Mascarpone mit Beeren, Amaretti, Café etc.) und viel Lob an die «Kulturpünktler» und ihr Helferteam.

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