Eine herbe Enttäuschung

Dem Junior-Radrennfahrer Stefan Küng ging es beim Rennen von Paris nach Roubaix wie vielen anderen prominenten Fahrern zuvor: Er musste das Rennen wegen mehreren Defekten aufgeben.

Urs Nobel
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Stefan Küng verzeichnete zu viele Pannen. (Archivbild: Willy Knobel)

Stefan Küng verzeichnete zu viele Pannen. (Archivbild: Willy Knobel)

Rad. Als Stefan Küng vergangene Woche vom bevorstehenden Radrennen Paris–Roubaix schwärmte und sich bezüglich einer guten Klassierung kämpferisch zeigte, fühlte man sich angesteckt und ebenfalls in einer Vorfreude. Der junge Mann steckte seine Ziele hoch: «Wer seine Ziele nicht hochsteckt, bringt es zu nichts», wusste er schon immer zu sagen.

Stefan Küng war sich vor dem Rennen in Frankreich aber schon bewusst, dass viele – ja die meisten – Fahrer, welche Paris–Roubaix zum ersten Mal fahren, zuerst einmal scheitern. Die Pavés qualifizieren unheimlich, und wer diese noch nie rennmässig gefahren ist, muss viel leiden, so auch der junge Schweizer Stefan Küng aus Wilen bei Wil.

Schnell der erste Defekt

«Zu Beginn des Rennens war alles ein bisschen hektisch, deshalb versuchte ich möglichst weit vorne mitzufahren. Bereits nach 15 Kilometern war ich jedoch in einen Massensturz involviert. Mir passierte zwar nichts, doch mein Fahrrad fand sich unter den anderen wieder. Das Hinterrad war kaputt und das Kettenrad verbogen. Mir blieb nichts anderes übrig, als auf das Ersatzrad umzusteigen», schilderte der Radrennfahrer den unglücklichen Beginn des Rennens.

Obwohl das Ersatzvelo für Küng zu klein war, schaffte er es nicht nur wieder zum Feld aufzuschliessen, sondern auch sich von diesem sogleich wieder abzusetzen. Zusammen mit einem Esten fand er wieder Unterschlupf in der Spitzengruppe. Der Glaube, das Rennen doch beenden zu können, kehrte wieder zurück.

Stefan Küng fuhr als Erster ins erste Pavé ein. Das blieb er auch solange, bis der nächste Defekt eintrat. Erneut war das Hinterrad kaputt. Von einem neutralen Materialwagen erhielt er ein Ersatzrad und machte sich erneut auf, den Anschluss wieder herzustellen. Kurz vor dem zweiten Sektor kam es vor ihm erneut zu Stürzen. Küng blieb zwar verschont, musste jedoch vom Rad absteigen und verlor viel Zeit. Fast hätte der Hinterthurgauer vor dem dritten Pavé erneut den Anschluss ans Feld geschafft, als das nächste Übel eintritt: Vorderrad defekt.

Mit dem Besenwagen ins Ziel

Ab diesem Zeitpunkt war für Küng das Rennen gelaufen. Er befuhr zwar noch zwei weitere Kopfstein-Sektoren, doch dann war Schluss. Er liess sich im Besenwagen ins Ziel bringen. Die Enttäuschung war bei Stefan Küng gross, doch er fasste sich bald wieder. Mit den Worten, dass es halt nicht immer so gehe, wie man sich es wünscht, tröstete er sich selber. Mit seiner Leistung war er allerdings zufrieden, weil er solange es möglich war versuchte, einen guten Rang herauszufahren und im Ziel anzukommen. «Paris–Roubaix war trotzdem ein tolles Abenteuer, das ich nicht so schnell vergessen werde.»