Eine Feier über viele Grenzen hinweg

In Oberuzwil musste niemand Heiligabend alleine verbringen. Wer wollte, durfte an der gemeinsamen Weihnachtsfeier teilnehmen. Auch 26 Asylsuchende waren dabei. Mit ihnen entstand ein Fest über Religionsgrenzen hinweg. Ein fröhliches Geben und Nehmen.

Annelies Seelhofer-Brunner
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Sozialdiakonin Brigitte Heule in eifrigem Gespräch mit zwei Asylsuchenden. (Bild: Annelies Seelhofer-Brunner)

Sozialdiakonin Brigitte Heule in eifrigem Gespräch mit zwei Asylsuchenden. (Bild: Annelies Seelhofer-Brunner)

OBERUZWIL. Weihnachten ist für manche Menschen keine gnadenreiche Zeit. Vielleicht ist da keine Familie, mit der gefeiert werden kann, die Einsamkeit deshalb doppelt spürbar. Auch Flüchtlinge haben es in dieser Zeit oft besonders schwer.

Alle halfen mit

Eine Gruppe von Freiwilligen unter Leitung von Rolf Haag, ehemaliger Leiter der Galluspfarrei Oberuzwil, organisierte deshalb eine weihnachtliche Feier für alle. Niemand sollte einsam zu hause sitzen und dort in Trauer oder Bitterkeit versinken, sondern bei geselligem Zusammensein, einem Essen und guten Gesprächen in wohltuender Gemeinschaft feiern. Das Sozialamt Uzwil hatte auch 26 Männer und Frauen, alles Asylbewerber, für diesen Abend angemeldet, so dass um die 50 Personen gemeinsam feierten. In ungezwungener Atmosphäre kam es im Laufe des Abends zu vielen Begegnungen über die Religionsgrenzen hinweg. Wo ein Einsatz gefordert war, halfen alle mit – ein Geben und Nehmen.

Vorne im grossen Kirchgemeindehaussaal stand ein reichgeschmückter Christbaum. Daneben hatte Anita Haag auf einem Möbelstück eine berührende Szenerie mit schlichten Krippenfiguren aus Holz aufgestellt. Die Häberli-Schwestern Céline, Jeannine und Katrin überraschten mit einem klangvollen musikalischen Auftakt.

Brücke zur Gegenwart

Im Laufe des Abends erzählten Sozialdiakonin Brigitte Heule und Helen Hälg je eine kurze Weihnachtsgeschichte mit Bezug zu Versöhnung und Nächstenliebe. Rolf Haag schlug anhand der aufgestellten Krippenfiguren eine Brücke zu heute. Maria und Josef, zwei arme Herbergsuchende, hatten in der damaligen Gesellschaft keineswegs dazugehört. Doch ausgerechnet sie folgten gläubig dem hellen Stern bis hin zur Krippe mit dem Kind. Sterndeuter suchten ebenfalls den neuen König, durch welchen Friede, Licht und Hoffnung in die Welt kommen werde.

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