«Eine faszinierende Vielfalt»

Reto Brüllmann aus Flawil wurde als Präsident des Fischereivereins Neckertal gewählt. Im Gespräch mit der Wiler Zeitung erläutert der leidenschaftliche Fischer seine Ziele im Verein.

Melanie Graf
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BÄCHLI/fLAWIL. Walter Fischbacher, Präsident des Fischereivereins Neckertal, gab an der 95. Hauptversammlung, welche kürzlich im Restaurant Rössli in Hemberg-Bächli stattfand, sein Amt als Präsident ab. Der Hemberger Gemeindepräsident Fischbacher betonte, dass er das Amt vor drei Jahren bewusst auf Zeit übernommen habe, unter der Bedingung, dass aktiv an einer Nachfolgelösung gearbeitet werde. Die 39 Mitglieder wählten einstimmig Reto Brüllmann aus Flawil zum neuen Präsidenten. Sein Ziel sei es, die Frauenquote um 100 Prozent zu erhöhen (derzeit zählt der Verein ein weibliches Mitglied). «Früher war Fischen ein Männersport, heute ist das nicht mehr so.» Fischen wurde zu einer Tätigkeit, die auch von Frauen ausgeübt werden könne. Er wolle das Ziel priorisieren und den Frauen den Zugang zu dieser Tätigkeit ermöglichen, sagte Brüllmann später auf Anfrage der Wiler Zeitung.

Junge sollen gefördert werden

Ebenfalls sei ihm die Jungfischerei ein grosses Anliegen. «Ich möchte die jungen Leute fördern und ihnen, nebst dem obligatorischen Sachkundenachweis, auch interne Ausbildungen ermöglichen. «Ich möchte den Jungen Offenheit signalisieren, denn die Zahl der jungen Fischer ist in den letzten Jahren eingebrochen», so Brüllmann, der derweil als Heilpädagoge in Degersheim arbeitet. Die Fischerei im Neckertal biete ihm einen Erholungsraum, ganz in der Nähe seines Wohnortes Flawil. So müsse er nicht weit reisen. Denn ihm läge der Naturschutz am Herzen. Der Kontakt mit der Natur sei ihm wichtig und sie gäbe ihm viel. «Der Fischer hat auch mit dem weniger Sichtbaren zu tun, denn auch unter Wasser befindet sich eine faszinierende Vielfalt», schwärmt Brüllmann. «Viele denken, der Fischer sitze den ganzen Tag mit seiner Angel am Ufer, daneben stehe ein Eimer für die Fische», so Brüllmann.

Körperlicher Einsatz

Dieses Bild hätten viele Leute, allerdings habe die heutige Fischerei nicht viel damit zu tun. «Die Ausübung der Fischerei erfordert körperlichen Einsatz. Nicht selten wandert man einige Kilometer mit seiner Ausrüstung und klettert die Hänge hoch», so der leidenschaftliche Fischer. Der Necker biete eine grosse Möglichkeit. Der Fluss sei zum einen Teil ein wilder Bergbach, zum anderen Teil Äschergewässer. Zudem sei in der Fischereiausübung eine Weiterentwicklung möglich. «Ich bilde mich gerne weiter.» Das Hobby sei aber nicht elitär und durchaus bezahlbar für einen Familienvater, so Brüllmann, der selbst drei Kinder hat. Einen weiteren Schwerpunkt sehe er im Hauptzweck des Fischereivereins: In der Hege und Pflege der Fischerei.