Eine ernüchternde Bilanz

Der FC Bazenheid hat die Vorrunde in der 2. Liga inter mit nur zwei Siegen auf dem letzten Platz abgeschlossen. Derzeit befindet sich die Vereinsführung auf Ursachenforschung – setzt aber tendenziell auch im Frühling auf Trainer Richi Freid.

Simon Dudle
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FUSSBALL. Seit es die 2. Liga inter gibt, gehört der FC Bazenheid – mit Ausnahme der Saison 2002/2003 – immer dieser Spielklasse an und plazierte sich oft im gesicherten Mittelfeld. Nicht so in dieser Spielzeit, in der die nackten Zahlen vernichtend sind. Zwar konnte das Auftaktspiel gegen Mels mit 4:1 gewonnen werden, danach resultierte aus den zwölf weiteren Partien aber nur noch ein Sieg. Das Abrutschen in der Tabelle auf den letzten Platz war unweigerlich damit verbunden. Somit schrillen bei der Mannschaft aus dem unteren Toggenburg, nachdem nun die Hälfte des Rendements absolviert ist, die Alarmglocken, und der Rückstand auf den rettenden zwölften Platz beträgt vier Punkte. «Wir wussten, dass wir in dieser Saison um den Ligaerhalt spielen. Aber diese Ausbeute ist eine Enttäuschung», sagt Markus Böni, der Präsident des FC Bazenheid.

Probleme hinten und vorne

In der Winterpause steht nun Ursachenforschung auf dem Programm. Ganz zufällig ist der Absturz nicht. So musste der Torgarant der vergangenen Saison, Jetmir Maksuti, an den Erstligisten FC Gossau abgegeben werden. Das Loch, welches Maksuti hinterlassen hat, konnte nicht gestopft werden. Dies bestätigt ein Blick auf die Anzahl erzielter Tore. Keine Mannschaft in dieser 2.-Liga-inter-Gruppe hat weniger Treffer erzielt als der FC Bazenheid. In den letzten vier Spielen des Jahres konnten sich die Toggenburger nur über zwei Torerfolge freuen. Es harzt aber nicht nur in der Offensive. Auch in der Verteidigung war der Aderlass nicht wegzudiskutieren, hat doch das langjährige Innenverteidiger-Duo Marcio Vieira/Daniel Rey den Verein verlassen, wobei der Weggang von Vieira zu Frauenfeld erst kurz vor Saisonbeginn im Juli abgewickelt wurde. «Die beiden haben in der vergangenen Saison die Bude zusammengehalten», sagt Böni. So war es nicht erstaunlich, dass in manchem Spiel das simple Fazit gezogen werden musste, dass Bazenheid nicht unbedingt schlechter als der Gegner war, aber halt ein Tor mehr zugelassen oder eines weniger erzielt hat. Der Präsident formuliert es so: «Wir haben vorne einen Stürmer zu wenig, und hinten müssten man halt auch mal zu Null spielen können.» Letzteres ist in der gesamten Hinrunde nie geglückt.

«Alles ist in Frage gestellt»

Wie üblich in einer solchen Situation wird auch bei einem Tabellenletzten der 2. Liga inter der Trainer in Frage gestellt. An der Linie stand während der Hinrunde der auf diesem Niveau noch unerfahrene Richard Freid, der zuvor Nachwuchstrainer beim FC Wil war. Ob er auch im Frühling noch der Trainer des FC Bazenheid sein wird, steht derzeit noch nicht definitiv fest. «Mit dieser Bilanz wird alles in Frage gestellt. Wir führen derzeit Gespräche mit allen Beteiligten», sagt Präsident Böni, der aber ergänzt, «dass wir tendenziell mit Richard Freid weitermachen wollen. Wir orten die Probleme eher beim Kader.»

Entscheidender Auftakt

Was die Verantwortlichen auch immer entscheiden: Es werden nun die Weichen nicht nur für die Rückrunde, sondern für eine längere Zeitspanne gestellt. Markus Böni befürchtet, dass im Falle eines Abstiegs genau das passieren könnte, was so manchem abgestiegenen Verein widerfahren ist: nämlich das Durchgereichtwerden in eine noch tiefere Liga. Die Situation ist aber keinesfalls aussichtslos. Dem FC Bazenheid kommt entgegen, dass er zu Beginn der Rückrunde hintereinander auf Mels und Diepoldsau-Schmitter trifft. Diese beiden Mannschaften liegen unmittelbar über dem Strich und sind jene Teams, die es zu schlagen gilt, wenn man die Liga halten will.

Eine positive Meldung gibt es in diesem Fussball-Hebst aber doch noch für den FC Bazenheid: Er ist das fairste Team der Gruppe 6 in der 2. Liga inter.