Eine Bühne für den Nachwuchs: Das Uzwiler Kulturangebot «Gas gibt Kultur» stellt sich neu auf

Das Ende von «Gas gibt Kultur» ist der Anfang von etwas Neuem. Das Veranstaltungsformat legt den Fokus verstärkt auf Regionales.

Tobias Söldi
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Im Dezember startet das neue Veranstaltungsformat von «Gas gibt Kultur» mit den Glücksforschern Franzi und Didi. (Bild: PD)

Im Dezember startet das neue Veranstaltungsformat von «Gas gibt Kultur» mit den Glücksforschern Franzi und Didi. (Bild: PD)

Nach zehn Jahren fällt am 23.November mit der Aufführung von «Black Out» der letzte Vorhang über «Gas gibt Kultur». Zumindest über das aktuelle Format des Uzwiler Kulturangebotes, hinter welchem die Technischen Betriebe stecken. Christoph Baer, Kulturmanager der Gemeinde Uzwil, sagt:

«Im Hintergrund wurde schon seit langem an einer Nachfolge gefeilt. Es war klar, dass das Format irgendwann zu einem Ende kommen wird.»

Das Resultat dieser Bemühungen, die 2016 ihren Anfang nahmen: Die Technischen Betriebe ziehen sich künftig aus dem operativen Geschäft zurück. «Sie werden als Patronatspartner zu Geldgebern.» Wie hoch dieser Betrag ist, will Baer nicht sagen. Nur so viel: «Das Sponsoring bewegt sich in der üblichen Grössenordnung und im gleichwertigen Umfang wie die bisherigen Investitionen für ‹Gas gibt Kultur›.»

Neuer Fokus auf die Talentförderung

Die Veranstalterrolle der Technischen Betrieben wird neu ein Kulturverein übernehmen. Dieser befindet sich zurzeit noch in der Gründungsphase. Fünf bis sieben Personen sollen künftig die Geschicke des neuen Veranstaltungsformats leiten, darunter der Kinobetreiber Pascal Nussbaum sowie Exponenten aus dem musikalischen Bereich, verrät Christoph Baer, der den Verein in seiner Gründungsphase begleitet. «Der Kulturverein ist aber offen für Jedermann.» Im Dezember – das genaue Datum ist noch offen – soll die Gründungsversammlung stattfinden.

Auch inhaltlich richtet sich «Gas gibt Kultur» neu aus. «Wir bewegen uns in Richtung Kulturförderung. Und zwar nicht im Sinne von Standortmarketing, sondern von Künstlerförderung», sagt Kulturmanager Baer. Statt auf grössere Produktionen aus dem Ausland wie bisher wird der Fokus verstärkt auf Kleinkunst, auf das regionale Angebot und auf Nachwuchskünstler gelegt.

«Wir wollen Formate schaffen, um Künstlerinnen und Künstler zu fördern, sie auf ihrem Weg zu unterstützen und ihnen auch Auftrittsmöglichkeiten zu bieten.»

Drei Musikwettbewerbe im nächsten Jahr

Eine solche Plattform ist beispielsweise der sogenannte «Talentschuppen». Im Verlauf des kommenden Jahres finden drei Musikwettbewerbe in den drei Sparten Singer/Songwriter, Band und Vocal statt. Dem Gewinner beziehungsweise der Siegergruppe winkt je nach Rang ein Preisgeld zwischen 200 und 1000 Franken. Über den Sieger entscheidet jeweils das Publikum.

Auch hinter der ersten Comedy-Night im März mit dem Oberbürer Komiker Fabio Landert und dem Nachwuchstalent Cenk Korkmaz stecken die gleichen Überlegungen der Talentförderung. Eine Idee übrigens, die von den Technischen Betrieben gekommen ist, wie Christoph Baer anmerkt.

Kino als Heimat, Badi als Idee

Heimat – «Anker-Location» – des neuen Veranstaltungsformates wird das Kino City in Uzwil sein. Hier sollen pro Jahr sechs bis acht Veranstaltungen stattfinden, mit Unterbrechungen während den Sommer- und den Winterferien.

«Punktuell wollen wir dann aber auch Veranstaltungen an anderen Orten durchführen», sagt Baer. Zum Beispiel im Gemeindesaal, wenn die Platzverhältnisse im Kinosaal zu beengt sind oder es die technischen Bedingungen nicht zulassen. «Eine weitere Idee ist ein Open-Air-Kino in der Badi», sagt Baer.

Für Kinder, Musikfans und Humoristen

Die ersten drei Veranstaltungen im neuen Gewand von «Gas gibt Kultur» sind bereits bekannt. Am Mittwoch, 18. Dezember, 14.30 Uhr, wird das Theaterstück «Die Glücksforscher» aufgeführt. Es richtet sich vor allem an Kinder. Am Freitag, 21. Februar, 20 Uhr, findet der «Talentschuppen» statt, ein Nachwuchs-Musikwettbewerb, an dem sich an diesem Abend Singer-Songwriter messen werden. Interessierte Musikerinnen und Musiker können sich bis am 31. Dezember unter kulturbaer@uzwil.ch bewerben. Am 17. März, 19.30 Uhr, stehen der Oberbürer Komiker Fabio Landert und das Nachwuchstalent Cenk Korkmaz auf der Bühne. Alle drei Veranstaltungen finden im Kino City in Uzwil statt. Tickets gibt es an der Rezeption im Gemeindehaus und an der Kinokasse. Erwachsene 20 Franken; Kinder 10 Franken; Erdgas-Kunden 5 Franken Rabatt. (tos)