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Eine Bier- wird zur Schnapsidee: Idée Wil bietet nun auch preisgekrönten Whisky an

Die Braugerste für das Wiler Thurbobräu hat bisher ein gutes Jahr gehabt. Trotz längerer Trockenzeit erwartet Bauer Marcel Rickenmann eine gute Qualität. Vor der Ernte in zwei Wochen darf allerdings nichts mehr passieren.
Gianni Amstutz
Stossen auf die Zukunft des Wiler Bieres an: von links die Landwirte Erwin und Marcel Rickenmann, Whiskybrenner Bruno Eschmann, Sonnenbräu-Geschäftsführerin Claudia Graf und Idée-Wil-Präsident Simon Lumpert. (Bild: Gianni Amstutz)

Stossen auf die Zukunft des Wiler Bieres an: von links die Landwirte Erwin und Marcel Rickenmann, Whiskybrenner Bruno Eschmann, Sonnenbräu-Geschäftsführerin Claudia Graf und Idée-Wil-Präsident Simon Lumpert. (Bild: Gianni Amstutz)

Die Zeiten, als Wil sich als Bierstadt bezeichnen durfte, sind vorbei. Denn die einstige Brauerei in der Stadt gibt es schon lange nicht mehr. Trotzdem kommen Freunde eines lokalen Gerstengebräus in den Genuss eines Wiler Bieres. An der Stadtgrenze im Westen hegt und pflegt Marcel Rickenmann die Braugerste, aus der später die Thurbobräu des Vereins Idée Wil entstehen wird. Auf rund zwei Hektaren wachsen hier rund zehn bis zwölf Tonnen der Grundzutat für einen jeden Biergenuss. Geweicht, gekeimt und getrocknet wird sie zu Malz und kann später von der Hefe in Alkohol und Kohlensäure vergoren werden.

Der Gerstenbauer und Claudia Graf, Geschäftsführerin der Sonnenbräu AG in Rebstein, welche die Produktion der Thurbobräu übernimmt, setzen dabei auf die Gerstensorte Marthe. Für diese habe man sich entschieden, da sie nicht zu hoch wachse und deshalb dem Wind nicht zu stark ausgesetzt sei, erklärt Claudia Graf. So präsentiert sich das Gerstenfeld heuer denn auch in einem guten Zustand.

Trockenheit für Braugerste kein Problem

Die Braugerste sei sehr gleichmässig gewachsen, und auch das Wetter habe in diesem Jahr mitgespielt, sagt Rickenmann. «Hagelstürme sind bisher glücklicherweise ausgeblieben. Diese setzen einem Feld besonders zu.» Dem Bauern bleibt zu hoffen, dass es bis zur Ernte nicht zu extremen Witterungen kommt. Denn jetzt, in der Schlussphase vor der Ernte, sei die Gerste besonders anfällig gegen Hagel. Wenn das passiere, sei das gleich doppelt schmerzhaft. Einerseits gehe ein Teil des Ertrags verloren, anderseits auch die geleistete Arbeit und die Investition in die Bepflanzung des Feldes. Was für das Wachstum und die Qualität der Gerste hingegen nichts anhaben könne, sei die lange Trockenperiode der vergangenen Wochen. Braugerste könne mit trockenen Bedingungen gut umgehen. Wissenschaftliche Belege dafür habe er zwar keine. Doch Berufskollegen hätten ihm bestätigt, dass deren Ernte in diesem Jahr äusserst gut ausgefallen sei.

In rund zwei Wochen wird geerntet. «Das ist abhängig vom Wetter», erklärt Rickenmann. Die Gerste dürfe nicht zu feucht sein, da sie sonst schlecht gelagert werden könne. Aber auch nicht zu trocken. «Sonst ist sie zu leicht und mein Ertrag sinkt», fügt er lachend hinzu. Wie viel Gerste geerntet werden kann, wird sich erst zeigen. Fest steht, dass nur rund die Hälfte der Menge für die Thurbobräu gebraucht wird. «Aus der Wiler Gerste entsteht aber auch nicht mehr nur Bier», sagt Simon Lumpert, Präsident von Idée Wil.

In diesem Jahr konnte man zum ersten Mal einen Wiler Whisky – den Wil Baron Single Malt Whisky – präsentieren. Drei Jahre lang reifte dieser in einem Sherry-Fass heran; die Mindestzeit, welche ein Whisky gelagert werden muss, bevor man ihn als solchen bezeichnen darf. Und die Geduld scheint sich ausbezahlt zu haben. An der neunten Ostschweizerischen Edelbrandprämierung erhielt der Wiler Whisky, der von Bruno Eschmann gebrannt wurde, 18 von 20 möglichen Punkten sowie eine Auszeichnung.

Dass Eschmann vor Jahren überhaupt Schnaps zu brennen begonnen hat, ist indes dem Wetter geschuldet. Als Pflaumen durch starken Regen arg in Mitleidenschaft gezogen wurden, entschloss er sich kurzerhand das, das Beste aus der Situation zu machen und verarbeitete die malträtierten Früchte zu einem Brand. Nicht immer muss schlechtes Wetter also tatsächlich schlecht sein. Für die Wiler Thurbobräu ist jedoch zu hoffen, dass es in der Zeit bis zur Ernte zu keinen extremen Witterungsbedingungen mehr kommt.

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