Einbrecher arbeiten in den Ferien

Zeiten der Ferienabwesenheit bieten Gelegenheit für Einbrüche. Deshalb gilt es vorzusorgen, um das Haus oder die Wohnung während der Ferien nicht zum leichten Ziel zu machen.

Nadine Rydzyk
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Ein Polizist sichert Spuren eines Einbruchs. Um keine Spuren zu verwischen, sollten Einbruchsopfer alles belassen und die Polizei benachrichtigen. (Bild: Urs Bucher)

Ein Polizist sichert Spuren eines Einbruchs. Um keine Spuren zu verwischen, sollten Einbruchsopfer alles belassen und die Polizei benachrichtigen. (Bild: Urs Bucher)

REGION. Trotz einer sinkenden Gesamtzahl strafrechtlich relevanter Taten weisen die Einbruchsdiebstähle im Kanton St. Gallen mit rund 2000 Fällen pro Jahr eine vergleichsweise konstante Häufigkeit auf.

Verletzung der Privatsphäre

Neben dem möglichen Verlust an Wertsachen und Schäden am Haus oder der Wohnung, bedeutet ein Einbruch in die eigenen vier Wände auch eine oft empfindliche Verletzung der Privatsphäre und einen Verlust des Sicherheitsgefühls. Diese unangenehme Überraschung gilt es insbesondere dann zu vermeiden, wenn man selbst über einen längeren Zeitraum abwesend ist, denn: «Ganz allgemein erfolgen Einbrüche in Objekte, die unbewohnt scheinen. Die klassischen Einbrecher scheuen das Risiko einer Begegnung mit Bewohnern. Gerade in der Ferienzeit bieten sich viele Objekte an, die diese Voraussetzung erfüllen. Demgemäss können die Einbruchszahlen ansteigen», erläutert Gian Andrea Rezzoli, stellvertretender Leiter Kommunikation bei der Kantonspolizei St. Gallen.

Lüften oder Licht einschalten

Aus dieser Erkenntnis leiten sich die Empfehlungen und Tips ab, die der Vermeidung von Einbrüchen während der Ferienabwesenheit dienen. «Wichtig ist, dass die Objekte nicht verlassen und unbewohnt wirken. Das heisst, dass man Nachbarn über die Abwesenheit verständigt. Dass regelmässig etwas geht im Haus, beispielsweise Lüften oder Licht am Abend», sagt Gian Andrea Rezzoli. «Zudem sollte der Briefkasten geleert werden. Und auch die Sozialen Netzwerke sollten nicht vergessen werden. Wenn man der ganzen Welt mitteilt, dass man nun für so und so lange in den Ferien weilt, kann das natürlich eine Einladung für Einbrecher sein.»

Prävention ist wichtig

Doch nicht nur die Urlauber selbst können durch diese einfachen, aber wirkungsvollen Massnahmen eine gewisse Unattraktivität für Einsteiger schaffen. Auch die Polizei begegnet der Ferienzeit als Einbruchszeit mit diversen Aktionen. «Die Kantonspolizei St. Gallen ist an mehreren Fronten tätig, um die Einbruchskriminalität eindämmen zu können. Im operativen Bereich analysieren wir ständig die aktuelle Lage mit den Einbruchschwerpunkten. Dies erlaubt es uns, die Einsatzkräfte gezielter einzusetzen», erklärt Gian Andrea Rezzoli. «Dann verstärken wir die Kontrolltätigkeiten mit gezielten Aktionen. Dabei werden Patrouillen aus verschiedenen Regionen zusammengezogen, um Schwerpunktkontrollen durchführen zu können.» Dazu gehört ebenso die Präventionsarbeit. Hier geht es vor allem um eine Sensibilisierung der Bevölkerung. «Mit gezielten Kampagnen fordern wir die Bevölkerung auf, verdächtige Feststellungen zu melden. Zudem beraten wir die Liegenschaftsbesitzer über eine Verbesserung des Einbruchschutzes. Auch die mediale Verbreitung von Einbruchereignissen trägt zur Sensibilisierung bei», sagt Rezzoli.

Was tun, wenn es passiert ist

Ist es trotz allen Vorsichtsmassnahmen zu einem Einbruch gekommen, kann die polizeiliche Arbeit durch korrektes Verhalten erheblich in ihrem Erfolg gefördert werden. «Im Ermittlungsbereich nutzen wir die interkantonalen und internationalen Verbindungen aus, um Täter zu identifizieren und zu lokalisieren. Die Spurensicherung und Auswertung spielt dabei eine wichtige Rolle. Diese führen wir konsequent durch», sagt Rezzoli. «Zudem bringen wir die zur Verfügung stehenden technischen Ermittlungsmöglichkeiten gezielt zum Einsatz.» Dementsprechend sei es auch wichtig, sich korrekt zu verhalten, wenn man bei seiner Rückkehr aus dem Urlaub feststelle, dass ein Einbruch geschehen sei. «Wichtig ist, dass man alles so belässt, wie es ist, und umgehend die Polizei verständigt. Es darf also nichts aufgeräumt oder geputzt werden. Die Spurensicherung könnte so verunmöglicht werden», sagt Gian Andrea Rezzoli.

Weitere Informationen zum Thema Einbruch sind auf der Homepage der Kantonspolizei St. Gallen zu finden: www.kapo.sg.ch