Einblick in die Tagesstrukturen

An den Standorten von Mittagstisch- und Tagesstruktur-Angeboten wurden am Freitagnachmittag für die Bevölkerung die Türen geöffnet. Dies für die persönliche Meinungsbildung, im Hinblick auf die bevorstehende Volksabstimmung.

Silvan Meile
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Silvana Noger empfängt als Leiterin der Betreuung am Standort Obere Mühle die wenigen Gäste, die kurz nach Mittag einen Augenschein am Tagesstrukturen-Standort beim Weierdamm nehmen möchten. Eine Frau, Mutter von zwei Kindern im Alter von vier und sechs Jahren, betritt den grossen Raum, in dem vier Kinder mit Basteln und Lesen beschäftigt sind. Da nun auch ihr jüngstes Kind bereits in den kleinen Kindergarten gehe, bemühe sie sich um eine berufliche Anstellung an einem bis zwei Tagen in der Woche und somit um einen Unterschlupf respektive eine Betreuung für diese Zeit.

Grosses Politikum

Die Kinder lassen sich von den ungewohnten Gästen nicht beirren und malen und basteln zusammen mit der Kinderbetreuerin Bernadette Iten munter weiter. Iten mag die Arbeit und staunt, dass die Kreativität der Kinder es zulässt, aus allem irgendetwas zu basteln. Die erwachsenen Besucher unterhalten sich am Nebentisch. Selbstverständlich ist die bevorstehende Abstimmung um den Ausbau der Tagesstrukturen das Hauptthema.

Es war das Komitee «Tagesstrukturen Ja», das diesen Tag der offenen Tür an allen Standorten, an denen ein Mittagstisch und eine Kinderbetreuung bereitgestellt wird, organisiert hat. Der Anlass soll dazu dienen, dass sich die Bevölkerung vor Ort eine Meinung über die Tagesstrukturen machen kann, die so oft in Verbindung mit Geld gebracht wurden, statt mit den Kindern.

«Ich finde es schade, dass wegen einem im Verhältnis kleinen Betrag von jährlich rund 140 000 Franken an ungebundenen Kosten ein so grosses Politikum gemacht wird», sagt die anwesende Stadtparlamentarierin Christine Hasler. Auch findet sie es schade, dass momentan Kinder infolge des aufgeschobenen Ausbaus der Tagesstrukturen abgewiesen werden müssen und keinen Platz im Angebot der Stadt finden.

Mittwoch gestrichen

Mit der Streichung des Betreuungsangebots am Mittwoch ist bereits eine erste Einsparung getätigt worden. «Dies geschah aufgrund der finanziellen Ressourcen», sagt Noger.

Hasler sieht bei den Tagesstrukturen auch ein gesellschaftlicher Vorteil. Bei Kindern, die chronisch keine Hausaufgaben lösen und wo der soziale Anschluss zu verlieren droht, könnte beispielsweise die Lehrperson oder ein Schulsozialarbeiter in einem Gespräch mit den Eltern auf die Betreuung in den Tagesstrukturen hinweisen und so die Kinder in die richtige Bahn leiten.

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