Ein Wiler schützt St.Gallen: Anjan Sartory ist Leiter Sicherheit der Stadtpolizei St.Gallen

Der 46-Jährige führt rund 150 Polizistinnen und Polizisten und trägt die Verantwortung für die Sicherheit in der Kantonshauptstadt.

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Anjan Sartory will mit seiner Masterarbeit die Personalstrategie der Stadtpolizei ergänzen.

Anjan Sartory will mit seiner Masterarbeit die Personalstrategie der Stadtpolizei ergänzen.

Bild: PD

(pd) Wenn Anjan Sartory frühmorgens sein Büro betritt, dann stets in blauer Polizeiuniform. Seit November ist er Leiter Sicherheit der Stadtpolizei St.Gallen. Obwohl er sich hauptsächlich strategischen Aufgaben widmet, kann es durchaus vorkommen, dass er persönlich das Blaulicht einschaltet und ausrückt.

Zum Beispiel bei schwerwiegenden Vorfällen wie Tötungsdelikten oder Demonstrationen mit gewalttätigen Ausschreitungen. Dann, wenn es darum geht, die Gesamteinsatzleitung zu übernehmen. Als Leiter Sicherheit hat der gebürtige Wiler aber noch viele weitere Aufgaben: sei es der Austausch mit der Kriminalpolizei und anderen Organisationen, die Analyse von Lagerapporten oder die Personal­führung.

Der 46-Jährige trägt die Verantwortung, dass die Stadtpolizei St.Gallen tagtäglich den bestmöglichen Einsatz für die Sicherheit der Bevölkerung leisten kann. Sartory führt rund 150 Polizistinnen und Polizisten. Dazu kommen 60 Zivilschutzangehörige, die für die Polizeiarbeit ausgebildet sind.

Vom Elektroingenieur zum Polizeioffizier

Anjan Sartory ist in Wil aufgewachsen und noch immer Bürger dieser Stadt, auch wenn er seinen Wohnort inzwischen verlegt hat. Ursprünglich studierte er Elektrotechnik, liess sich aber später zum Polizeioffizier ausbilden. An der Polizeiarbeit fasziniert ihn zum einen, dass kein Tag dem anderen gleicht.

Zum anderen sei es eine interessante Herausforderung, zu einer sicheren Stadt beizutragen und im Spannungsfeld zwischen Politik, Bevölkerung und Partnerorganisationen nach Lösungen zu suchen. Spannend findet er es auch, verschiedene Führungsstile anwenden zu können: «Im Alltag pflege ich einen kooperativen Umgang. Bei Einsätzen hingegen ist eine ganz klare Führung notwendig», sagt er.

Obschon an einer beruflichen Spitzenposition angekommen, möchte Sartory stets Neues dazulernen. Deshalb bildet er sich derzeit an der Fachhochschule St.Gallen weiter: Er absolviert den Executive Master of Business Administration. «Es ist mir wichtig, mich in meiner Führungsrolle weiterzuentwickeln und mein Netzwerk zu anderen Führungspersönlichkeiten auszubauen», sagt er.

Ausserdem könne er im Studiengang von praxisorientiertem Wissen profitieren: etwa zu Personalentwicklung und Konfliktmanagement, aber auch im Bereich neuer Informationstechnologien.

Polizeikräfte werden mit Tablet ausgestattet

«Dies ist für mich insofern interessant, als wir unsere Polizistinnen und Polizisten demnächst mit einem Tablet ausrüsten wollen, damit sie ihre Rapporte direkt erfassen können. Dieses Jahr schreibt Anjan Sartory seine Masterarbeit. Er schreibt sie zum Thema Diversity-Management mit Schwerpunkt «Vereinbarkeit von Familie und Beruf». Ziel ist es, dass die Arbeit als unterstützendes Instrument bei der Personalstrategie der Stadtpolizei St.Gallen hinzugezogen werden kann.