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«Ein Wesenstest scheint empfehlenswert»

Reaktion Der Wiler Stadtparlamentarier Sebastian Koller (Grüne Prowil) hat noch am selben Tag reagiert. Als in der Samstagsausgabe der «Wiler Zeitung» der Artikel «Wir sind in Angst und Schrecken» zu Vorfällen mit Schäferhunden in der Sömmeri erschienen ist, wandte sich der Doktor der Veterinärmedizin in einer E-Mail an die beiden Stadträte Daniel Stutz (Grüne Prowil) vom Departement Bau, Umwelt und Verkehr (BUV) und Daniel Meile (FDP) vom Departement Versorgung und Sicherheit (VS).

«Ich war bis vor gut einem Jahr regelmässig dort unterwegs mit einem Hund, der ebenfalls schon Opfer von Attacken wurde. Da es jeweils glimpflich ablief, habe ich nichts unternommen. Jedenfalls kann ich bestätigen, dass sich die beiden Schäferhunde aggressiv verhalten.» Da sich laut Zeitungsbericht das Problem zu verschärfen scheint, wäre in den Augen Kollers ein behördliches Einschreiten angezeigt. «Solche Einzelfälle schaden letztlich dem Image aller Hunde­halter beziehungsweise Hunde», sagt er. «Daraus resultieren dann Forderungen nach pauschalen gesetzlichen Restriktionen, die alle Hundehalter treffen, aber nichts nützen.» Erforderlich sei vielmehr ein zielgerichtetes Vorgehen bei Problemfällen.

Vorliegend versuchten die Betroffenen offenbar, mit strafrechtlichen Mitteln gegen die Halterin vorzugehen. Im Tierschutzrecht des Bundes und im kantonalen Hundegesetz gibt es laut Sebastian Koller, der derzeit Recht studiert, mehrere Strafbestimmungen, die einschlägig sein dürften. So insbesondere Art. 28 Abs. 1 Bst. a TSchG in Verbindung mit Art. 77 TSchV. «Hierbei handelt es sich um ein Gefährdungsdelikt, das auch fahrlässig begangen werden kann. Allerdings scheint mir der strafrechtliche Weg aus drei Gründen nicht zielführend», sagt Koller. Erstens liessen sich die Vorfälle respektive ein Halterverschulden oft nicht abschliessend beweisen, weil Aussage gegen Aussage stehe. Zweitens werde die Halterin bestenfalls gebüsst. Das Problem respektive die Gefahr würde dadurch aber nicht beseitigt. Drittens sei die Strafverfolgung Sache der kan­tonalen Behörden; die Stadt Wil habe ­darauf keinen Einfluss.

«Meines Erachtens sind in erster Linie verwaltungsrechtliche Massnahmen ins Auge zu fassen», sagt Sebastian Koller. Das Hundegesetz stelle den Gemeinden eine ganze Palette von Massnahmen zur Verfügung, die in solchen Fällen ergriffen werden können. «Empfehlenswert scheint mir zunächst die Anordnung eines Wesenstests (Art. 9 Abs. 2 Bst. g HG) und allenfalls einer Leinenpflicht (Art. 9 Abs. 2 Bst. c HG) für die beiden Hunde.» Sollte sich der Verdacht erhärten, dass die Halterin überfordert ist, könnte verfügt werden, dass sie nur noch einen Hund halten darf (Art. 9 Abs. 2 Bst. h HG).

«Nach meiner Erfahrung treten Aggressionsprobleme gehäuft bei Mehrfachhundehaltung auf und sind dadurch bedingt, dass sich die Hunde im Rudel überlegen fühlen.» Sebastian Koller schlägt vor, das konkrete Vorgehen mit der Verhaltensexpertin beim kantonalen Veterinäramt abzusprechen. (hs)

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