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Ein weiterer Stäheli-Gegner tritt an

Anton Stäheli soll nicht wieder Gemeindepräsident von Tobel-Tägerschen werden, findet Rolf Bosshard. Der Tägerscher kandidiert deshalb selber. Für das Amt würde der Schützenpräsident gar seinen geliebten Job als Polizist aufgeben.
Olaf Kühne

TÄGERSCHEN. «Ich bin greifbar, man kennt mich», sagt Rolf Bosshard. Der Tägerscher hat bei der Gemeinde seine Kandidatur für das Gemeindepräsidium eingereicht – und steigt damit in einen spannenden Wahlkampf.

Am 3. Mai muss die Gemeindeversammlung von Tobel-Tägerschen einen vollständig neuen Gemeinderat wählen. Dies, nachdem die «alte» Behörde zusammen mit Gemeindepräsident Anton Stäheli ihren Rücktritt per Ende Mai eingereicht hatte (unsere Zeitung berichtete). Dass letzterer trotz des Zerwürfnisses mit dem Gemeinderat wieder als Gemeindepräsident antreten will, motiviert Rolf Bosshard nun, gegen Stäheli anzutreten.

Mit Besorgnis verfolgt

«Ich bin überzeugt, dass wir ohne Gegenkandidat in einem Jahr wieder in derselben Situation wären», sagt der 35-Jährige. Sprich, erneut würde sich die Behörde verkrachen, würden wieder Gemeinderäte zurücktreten. Eine Situation, die Tobel-Tägerschen nur zu gut kennt und die Bosshard seit nunmehr einem halben Jahr mit Besorgnis verfolgt. «Ich bin ein Ur-Tägerscher, unsere Gemeinde liegt mir sehr am Herzen», sagt er. Mit einem politischen Mandat habe er schon länger geliebäugelt, erzählt der dreifache Familienvater. Vor einem Jahr habe er im Vorfeld der Gesamterneuerungswahlen den entsprechenden Infoabend besucht. Als dann aber mit den nun wieder zurücktretenden Esther Thoma und Peter Koch bereits zwei valable Kandidaten für die beiden Vakanzen feststanden, habe er damals den Plan nicht weiterverfolgt.

Gespräche nach Infoabend

«Als im vergangenen Oktober Rolf Zimmermann zurücktrat, realisierte ich, dass etwas nicht stimmt», sagt Bosshard. Erste Gedanken, als Gemeindepräsident anzutreten, habe er sich gemacht, als er von Stähelis erneuter Kandidatur erfuhr. Der endgültige Auslöser war schliesslich der Infoabend am vorletzten Montag. «Ich erhielt zahlreiche Feedbacks, dass viele Besucher des Anlasses danach gleich schlau waren wie vorher», so Bosshard. «Ich hingegen kam an diesem Abend zum Schluss, dass unsere Gemeinde mit einem Präsidenten Stäheli nicht zur Ruhe kommen kann.» Doch genau dies sei sein Wunsch – und nicht nur seiner. Als Präsident der Schützengesellschaft und einstiger Scharleiter der Jungwacht Tobel ist Bosshard bestens vernetzt in der Gemeinde. Entsprechend oft habe er mit anderen Bürgern über die verkorkste Lage in Tobel-Tägerschen gesprochen. Dabei sei er wiederholt gefragt worden, ob er denn nicht kandidieren wolle. Dass es Bosshard damit nun ernst ist, belegt nicht zuletzt seine berufliche Situation. Er ist seit zehn Jahren Kantonspolizist. Ein krisensicherer Job, den er äusserst gerne ausübe, betont er. Würde Bosshard am 3. Mai gewählt, müsste er seine Anstellung als Polizist dennoch aufgeben. «Das wäre natürlich ein grosser Schritt für mich und meine Familie», sagt er. Aber meine Kandidatur ist eine Herzensangelegenheit.» Hinter der auch seine Frau voll und ganz stehe, ergänzt der leidenschaftliche Schütze umgehend.

Know-how verlorengegangen

Im Juni startet in der Gemeinde voraussichtlich ein komplett neuer Gemeinderat. Für Bosshard ist diese Konstellation angesichts der vergangenen Turbulenzen «eigentlich ideal». Andererseits gehe durch die zahlreichen Rücktritte auch sehr viel Know-how verloren. Umso wichtiger sei es deshalb, dass die neue Behörde erst eine Standortbestimmung vornehme und schaue, wer welche Qualifikationen mitbringe. «Wir müssen vor allem ein gutes Team werden, welches auch mit der Verwaltung zusammenarbeitet.» So, ist Bosshard überzeugt, könne verhindert werden, dass seine geliebte Gemeinde «den Bach runtergeht».

«Jetzt müssen die Jungen ans Ruder», steigt Bosshard in den Wahlkampf, «damit Tobel-Tägerschen wieder wird, was es war: eine gut funktionierende und lebenswerte Gemeinde.»

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