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Ein Vorgeschmack auf das Classic Openair Wil

In zweieinhalb Monaten geht auf dem Hofplatz die Premiere des siebten Classic Openair Wil über die Bühne. Am Pfingstsonntag können sich Klassik-Freunde in der Stadtkirche auf dieses musikalische Highlight einstimmen.
Am Pfingstsonntag treten das Sinfonische Orchester Wil und der Chor zu St. Nikolaus in der Stadtkirche St. Nikolaus in Vollbesetzung an. (Bild: PD)

Am Pfingstsonntag treten das Sinfonische Orchester Wil und der Chor zu St. Nikolaus in der Stadtkirche St. Nikolaus in Vollbesetzung an. (Bild: PD)

(red) Vom 16. bis 24. August werden an sechs Abenden Werke von Giacomo Puccini (1858 bis 1924) aufgeführt. Bereits vorher, am Sonntag, 9. Juni, bekommen Interessierte einen Vorgeschmack auf das siebte Classic Openair Wil, das vormals als Verdi Openair Classic bekannt war.

Giacomo Puccini stammte aus einer angesehenen Musikerfamilie, die seit mehreren Generationen die Organisten und Maestri am Dom der Stadt Lucca stellte. Seine Laufbahn als Kirchenmusiker schien so vorbestimmt zu sein. Mit gerade einmal 21 Jahren legte Puccini die «Messa con quattro voci e orchestra» als Abschlussarbeit am Instituto Musicale Pacini seiner Heimatstadt Lucca vor. Dieses einzige geistliche Puccini-Chorwerk von Bedeutung wird am Pfingstsonntag, 9. Juni, in der 11 Uhr-Messe in der Stadtkirche St. Nikolaus den eigentlichen Auftakt zum Classic Openair Wil bilden. Unter der Leitung von Kurt Pius Koller werden das Sinfonische Orchester Wil und der Chor zu St. Nikolaus an die Uraufführung dieses fünfteiligen Puccini-Werkes vom 12. Juli 1880 in Lucca erinnern. Beide Formationen, die neben dem Männerchor Concordia und verschiedenen Solisten Bestandteil des Classic Openair sind, treten in Vollbesetzung an.

Schon das Orchestervorspiel «Kyrie» lässt im späteren Opern-Komponisten den Melodiker erkennen. Dieses liess Puccini denn auch in seine zweite Oper «Edgar» (1889) einfliessen. Im «Gloria», dem mit Abstand längsten Satz der Messe, werden die opernhaften Elemente offenkundig. Das bereits 1878 komponierte «Credo», die Keimzelle des Werkes, stellt machtvolle Chor-Unisoni und homofone Chorsätze lyrischen Partien gegenüber. Nach dem kurzen «Sanctus» klingt die Messe mit dem «Agnus Dei» mit Orchester und zwei Männer-Stimmen aus. Das letzte Stück fand Eingang in Puccinis Oper Manon Lescaut.

Das vollständige Manuskript der «Messa» wurde von Puccini nie veröffentlicht. Sein Werk wurde zu Lebzeiten des Komponisten trotz erfolgreicher Premiere nie mehr aufgeführt. Die Arbeit im Stil der «Missa Solemnis», wie sie damals zu feierlichen Gelegenheiten üblich waren, wurde später durch Papst Pius X. als unkirchlich verboten. Erst 72 Jahre nach der Uraufführung kam es 1952 in Chicago zur ersten Wiederaufführung.

Die Besucher der Pfingstmesse dürfen sich mit der «Messa di Gloria» auf ein Werk freuen, mit dem der spätere Opernkomponist Puccini bereits 1880 seine grosse Begabung unter Beweis stellte. (pd)

Hinweis
Tickets für das Classic Open Air ab 1. Juni: www.classicopenairwil.ch oder Tel. 071 913 89 29.

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