Ein versöhnliches Ende im Kirchenstreit: Jetzt wollen die drei Toggenburger Kirchgemeinden sogar fusionieren

Anfang Jahr gab es Misstöne in der Seelsorgeeinheit Bazenheid-Gähwil-Kirchberg. Das Kapitel scheint nun definitiv abgeschlossen.

Gianni Amstutz
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Kirche Kirchberg. Bild: Beat Lanzendorfer

Kirche Kirchberg. Bild: Beat Lanzendorfer

Manchmal braucht es einen Rückschlag, um Fortschritte zu erzielen. Das trifft auch auf die Seelsorgeeinheit Bazenheid-Gähwil-Kirchberg zu. Nachdem es in den drei der Seelsorgeeinheit angehörenden Kirchgemeinden im vergangenen Jahr zu Streitigkeiten gekommen war, scheinen diese definitiv überwunden.

Mehr noch: Wie die Seelsorgeeinheit in einer Medienmitteilung bekanntgibt, soll auf Vorschlag der drei Kirchenverwaltungsräte nun eine Vereinigung der Katholischen Kirchgemeinden Bazenheid, Gähwil und Kirchberg geprüft werden.

Es habe sich gezeigt, dass die heutige Organisation mit einem zwischengeschalteten Zweckverband aufwendig, schwierig und fehleranfällig sei, heisst es weiter. Zudem seien bisher verschiedene Ansprechorganisationen für die Mitarbeitenden zuständig, was zu unnötigen Verwirrungen geführt habe.

Urnenabstimmung im Sommer 2021

In den kommenden Monaten soll ein Gutachten erarbeitet werden, das aufzeigt, wie eine vereinigte Kirchgemeinde organisiert sein könnte. Gleichzeitig werden die finanziellen Rahmenbedingungen einer Vereinigung geprüft und das weitere Vorgehen skizziert.

Im Sommer 2021 soll in allen drei Kirchgemeinden im Grundsatz über eine Vereinigung befunden werden. Dies an einer Urnenabstimmung. Stimmen die Kirchbürger der Vereinigung im Grundsatz zu, wird im Frühjahr 2022 der Vereinigungsbeschluss zur Genehmigung vorgelegt und dann im Sommer über die neue Gemeindeordnung befunden.

Mit der darauffolgenden «technischen Vereinigung» werden die Grundlagen geschaffen für einen erfolgreichen Start der neuen vereinigten Kirchgemeinde am 1. Januar 2024.

Zuvor sollen im September 2023 an den nächsten Gesamterneuerungswahlen die Behörden für die neue Kirchgemeinde gewählt werden.

Versöhnung war nicht möglich

Noch vor einem Jahr war der nun vorgeschlagene Zusammenschluss der Kirchgemeinden undenkbar. Differenzen im Pastoralteam und zwischen den Kirchenverwaltungsräten führten letztlich dazu, dass vier Mitglieder der Seelsorgeeinheit kündigten.

Das Bistum St.Gallen versuchte noch, eine andere Lösung zu ermöglichen. Die Haltungen von Einzelnen hätten eine Versöhnung und einen Neuanfang mit dem gesamten Pastoralteam der Seelsorgeeinheit Bazenheid-Gähwil-Kirchberg aber verhindert, liess das Bistum im Januar verlauten.

Bereits damals hatte sich jedoch abgezeichnet, dass die unrühmlichen Vorkommnisse doch noch etwas Gutes haben könnten. An einer Aussprache Anfang Januar bekundeten die Verantwortlichen, eine Vereinigung der drei Kirchgemeinden ernsthaft zu prüfen.

Was damals nicht mehr als ein Versprechen war, ist nun Tatsache. Nun hängt es von den Kirchbürgerinnen und Kirchbürgern ab, ob es zur Fusion der drei Kirchgemeinden kommen wird.

Miteinander in Pfarreien nicht betroffen

Wie es in der Medienmitteilung der Seelsorgeeinheit heisst, sei man sich bewusst, dass eine Vereinigung auch Befürchtungen wecken könne. Die Räte betonen aber, dass von einer Vereinigung nur die Verwaltungsseite betroffen sei.

Das lebendige Miteinander in den Pfarreien sei nicht betroffen. Zudem sind die Behörden überzeugt, durch eine Vereinheitlichung der Verwaltungsseite die Pfarreien sogar zu stärken.

Dass die Kirchgemeinden einen gemeinsamen Weg gehen wollen, ist nicht die einzige positive Nachricht. Auch die Pfarrstelle konnte neu besetzt werden. Am 28. Oktober finden in allen drei Kirchgemeinden ausserordentliche Kirchbürgerversammlungen statt.

Traktandiert ist die Wahl von Mathai Ottappally zum Pfarrer der Seelsorgeeinheit Bazenheid-Gähwil -Kirchberg. Bischof Markus Büchel hat ihn vorgeschlagen und die Kirchenverwaltungen empfehlen ihn zur Wahl.