Ein verregneter Geburtstag des Kirchenpatrons

In einem speziellen Gottesdienst feierten die Niederhelfenschwiler Katholiken den Geburtstag ihres Kirchenpatrons, Johannes des Täufers. Musikalisch umrahmt wurde die Feier vom Chor sowie von Solisten und Instrumentalisten mit der Jugendmesse von Joseph Haydn.

Vroni Krucker
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Niederhelfenschwil. Zahlreiche Gläubige begannen den Sonntag mit dem Festgottesdienst in der katholischen Pfarrkirche St. Johannes. Ruth Jung und Esther Eigenmann zeigten in einer figürlichen Darstellung am Seitenaltar die Taufe Jesu im Jordan. Der Mesmer Werner Süess hatte mit seiner Familie das Gotteshaus liebevoll mit Blumengebinden geschmückt.

Barmherzigkeit

Johannes heisst «Gott ist barmherzig» – Pastoralassistent Primo Grelli stellte die Barmherzigkeit Gottes, aber auch der Menschen untereinander ins Zentrum seiner Predigt. Er berichtete von einem Brauch zu Beginn des Christentums, als neben der Osterkerze auch eine Gnadenkerze brannte. Dannzumal erhielten die Gläubigen einmal im Jahr Gelegenheit, sich öffentlich zu ihren Fehlern zu bekennen, und erhielten danach eine Gnadenurkunde.

Ein Mann, der seiner Frau nicht verzeihen wollte, liess sich von ihrer Reue berühren und vergab ihr ihre Schuld. «Man darf sein Leben vertrauensvoll in Gottes Hände legen, denn er will das Beste für alle Menschen», betonte der Prediger.

Fröhliche Haydn-Messe

Das heisse aber, dass auch Menschen untereinander Barmherzigkeit zeigen und Schuld vergeben müssten.

Die Missa brevis in F hat Joseph Haydn vermutlich 1749 komponiert, als er noch Sängerknabe in Wien war. Man nimmt an, dass er sie für sich und seinen jüngeren Bruder Johann Michael, den späteren bedeutenden Kirchenkomponisten und Freund Mozarts, geschrieben hat. Zu den ernsten Rufen des Chores im «Kyrie» kontrastiert das lebhafte Soloduett.

Der bewegt-frische Anfang wird im Agnus Dei respektive Dona nobis pacem wiederholt und umrahmt so die ganze Komposition.

Die textreichen Abschnitte im Gloria und Credo sind in den meisten frühen Messkompositionen Haydns mittels Polytextierung stark gekürzt, was heisst, dass jede Stimmlage einen anderen Text singt. Dies gilt aber nicht für die Aussage von Menschwerdung, Kreuzigung und Tod im Et in carnatus est, Crucifixus und Et se pultus est. Sehr innig gehalten ist das den Solosopranen anvertraute Benedictus.

Unter der Leitung von Bernhard Zingg sangen und musizierten Antonia Widmer, Orgel, Ernst Bühler, Kontrabass, Iris Eggler und Doris Rickli, Sopran, sowie der Johanneschor.

Chilbi und Gemütlichkeit

Wegen des andauernden Regens wurde der Chilbibetrieb grösstenteils in die Turnhalle verlegt. Die Jubla hatte für die Jungmannschaft kurzweilige Geschicklichkeits- und Actionspiele vorbereitet und war auch um kulinarische Belange besorgt.

Bei Bratwürsten und Hamburgern vom Grill sowie Getränken, Kaffee und Kuchen genossen die Anwesenden die Gemütlichkeit und das ungezwungene Beisammensein. Der eine oder andere wird sich dabei – ganz im Sinne Rudi Carells – gedacht haben: «Wann wirds mal wieder richtig Sommer?». Aber irgendwann einmal wird er bestimmt kommen.