Ein Verkauf ist kein Thema

UZWIL. Was geschieht mit dem Gemeindehaus in Niederuzwil, wenn die Verwaltung in den Neubau umgezogen ist? Eine Antwort auf diese Frage gibt es noch nicht. Wahrscheinlich ist aber, dass die Sozialen Dienste in die Villa ziehen.

Urs Bänziger
Drucken
Teilen
Die von Gottlieb Naef 1885 erbaute Villa prägt das Ortsbild von Niederuzwil. Im Gebäude befinden sich die Finanzverwaltung und das Einwohneramt der Gemeinde Uzwil. (Bild: Urs Bänziger)

Die von Gottlieb Naef 1885 erbaute Villa prägt das Ortsbild von Niederuzwil. Im Gebäude befinden sich die Finanzverwaltung und das Einwohneramt der Gemeinde Uzwil. (Bild: Urs Bänziger)

Der Bau des neuen Uzwiler Gemeindehauses ist auf Kurs. Nach einer kurzen Winterpause sind die Arbeiten in dieser Woche wieder aufgenommen worden. Verlaufen sie weiter nach Plan, kann der Rohbau im Juni abgeschlossen werden. Zügeltermin für das Gemeindepersonal ist entweder im Herbst 2017 oder im Frühling 2018.

Nach dem Umzug stehen Büros und auch Liegenschaften leer, welche die Gemeindeverwaltung bisher an unterschiedlichen Standorten genutzt hat. Die Liegenschaft an der Bahnhofstrasse 115 sowie die Büros des Schulsekretariats an der Bahnhofstrasse 125 hat die Gemeinde gemietet. «Diese Mietverhältnisse können problemlos aufgelöst werden», sagt Verwaltungsleiter Thomas Stricker.

Liegenschaft prägt das Ortsbild

Anders verhält es sich mit der Gemeindeverwaltung an der Flawilerstrasse 2 in Niederuzwil. Die im Jahr 1885 von Gottlieb Naef erbaute Villa ist im Besitz der Gemeinde. Vor der Kreditabstimmung über den Neubau hatte der Gemeinderat angekündigt, dass die Liegenschaft im Besitz der Gemeinde bleibe. Trotz angespannter Finanzlage hält der Gemeinderat an diesem Entscheid fest. Der Verkauf sei nie ein Thema gewesen, sagt Stricker. «Das Herrschaftshaus ist mit seiner Parkanlage ein für das Ortsbild von Niederuzwil prägendes Areal.» Selbst wenn kein eigener vernünftiger Verwendungszweck gefunden werden sollte, will der Gemeinderat die Villa nicht aus der Hand geben.

Wie die Gemeindeliegenschaft an der Flawilerstrasse 2 nach dem Umzug genutzt werden soll, ist nach den Worten des Verwaltungsleiters noch offen. Die Gemeinde spielt jedoch mit dem Gedanken, die Sozialen Dienste darin einzuquartieren. «Zurzeit überprüfen wir den mittelfristigen Raumbedarf der Sozialen Dienste», sagt Stricker.

Zu wenig Platz

Während alle anderen Abteilungen in das neue Gemeindehaus ziehen werden, sollen die Sozialen Dienste weiter unter einem separaten Dach sein. Eine bewusste Abtrennung im Sinne der Niederschwelligkeit. «Hilfsbedürftige sollen beim Gang zum Sozialamt keine Hemmungen haben. Im Neubau hätten sie nicht die gleiche Anonymität», erklärt Stricker. Sollten die Sozialen Dienste an die Flawilerstrasse 2 umziehen, stellt sich die Frage, was mit der Liegenschaft an der Henauerstrasse 20 geschieht, die sich ebenfalls im Gemeindebesitz befindet. Das Raumangebot dort ist für die Sozialen Dienste zu klein, weshalb die Suchtberatung ins Schulsekretariat verlegt werden musste. Im gleichen Gebäude befindet sich auch die Galerie zur alten Bank.

Die Liegenschaft an der Henauerstrasse 20 will der Gemeinderat nicht unbedingt behalten. Ob sie verkauft oder Räume vermietet werden sollen, wird sich entscheiden, wenn klar ist, wohin es die Sozialen Dienste ziehen wird.

Aktuelle Nachrichten