«Ein Unternehmen braucht Ziele»

FLAWIL. Am Donnerstagabend war der Flawiler Lindensaal gefüllt mit Wirtschaftsvertretern. Wilfried Lux, Professor an der Fachhochschule St.Gallen, referierte auf Einladung der Gemeinde unter dem Titel «Wirtschaftskonzepte einmal anders».

Jonas Lüdi
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Erklärte, wie was ein Unternehmen zum Erfolg führt: Wilfried Lux von der Fachhochschule St. Gallen. (Bild: jol.)

Erklärte, wie was ein Unternehmen zum Erfolg führt: Wilfried Lux von der Fachhochschule St. Gallen. (Bild: jol.)

«Mit Ökonomie ist nicht eigentlich Geldmaximierung, sondern viel mehr Nutzenmaximierung gemeint.» Mit dieser Einleitung ging Wilfried Lux auf verschiedene Konzepte und deren Anwendungsbereiche ein. Speziell jedoch hob er einige sehr alltägliche Möglichkeiten hervor, wie diese Strategien angewandt werden könnten. Dies führte zu ziemlich amüsanten Entscheidungsfindungen. Darunter fand sich auch das Beispiel, wie anhand eines Wirtschaftskonzepts ermittelt werden kann, an welche Örtlichkeit man einen potenziellen Partner am ehesten ausführen sollte. Die Konzepte in einem alltäglichen Kontext zu verwenden, hatte doch den einen oder anderen Lacher im Lindensaal zur Folge.

Weg zum Erfolg

Auf einer Projektion war eine Karikatur einer Karawane mit zwei verliebten Kamelen und deren umherirrenden Reitern zu sehen. «Ohne Ziel ist Chaos pur angesagt. So verhält es sich auch mit Unternehmen. Sie benötigen strategische Ziele, um etwas erreichen zu können.» Auf der nachfolgenden Folie war eine Karawane zu sehen, deren Reiter gemeinsam Routen auf einer Karte planen, während im Hintergrund die Kamele geduldig warten. «Sobald also eine Strategie vorhanden ist, verläuft alles ruhig und geordnet.»

Nun stellte sich natürlich die Frage, wie man zu erwähnten Zielen kommt. «Hierfür muss der Markt beobachtet werden. Aus den Erkenntnissen werden dann die Ziele abgeleitet.» Lux präsentierte anschliessend eine Grafik und erklärte, dass jeweils die Stärken und Schwächen analysiert werden müssten. Daraufhin seien noch die Chancen und Gefahren zu evaluieren. «Schliesslich siedelt man ein Ziel dort an, wo eine Stärke des Unternehmens oder auch einer Privatperson auf eine extern bestehende Chance trifft.» Im weiteren legte er einige aus Erhebungen gewonnene Erkenntnisse dar. Es gaben beispielsweise 88 Prozent der befragten Unternehmen an, sie hätten für ihren Betrieb eine klare Strategie, welche auch schriftlich festgehalten sei. «Es stellte sich jedoch heraus, dass weniger als 44 Prozent der Mitarbeitenden jener Unternehmen diese Strategien gar nicht bekannt sind. Folglich wird die Strategie im Betrieb selbst auch nicht wirklich gelebt.»

Untersuchungen der Strategien

Der Referent hatte zudem Konzepte untersucht, welche sich ihrerseits mit Strategien beschäftigten. An dieser Stelle wurde auch das Prinzip der Balance Score Card erklärt. Diese Score Card ermöglicht es, eine Vision anhand von vier Perspektiven zu ermitteln. Die vier Perspektiven setzen sich aus den Bereichen Finanzen, Geschäftsprozesse, Kunden und Entwicklung zusammen. «Nachfolgend können aufgrund einer Analyse dieser Aspekte die entsprechenden Massnahmen getroffen werden.»

Nachdem Wilfried Lux das Publikum in eine erstaunlich repräsentative Umfrage eingebunden hatte, ermöglichte er ihm, Fragen zu stellen, die dann aber ausblieben. Anschliessend an den Vortrag konnten alle an einem Netzwerk-Apéro teilnehmen. Dieser bot eine Plattform, um sich über das Gehörte auszutauschen oder dem Referenten persönlich Fragen zu stellen.