Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Ein unsichtbarer Gast im Kloster Magdenau: Fotografin Ora Buerkli Halevy zeigt seltene Einblicke

Für ein Projekt zum Thema Ankommen durfte Fotografin Ora Buerkli Halevy mehrere Tage lang die Schwesterngemeinschaft im Kloster Magdenau begleiten. Eine Erfahrung, die beidseitig besonders war.
Angelina Donati
Im Dachstock des Klosters Magdenau sind die Fotografien von Ora Buerkli Halevy ausgestellt, welche die Schwestern in ihrem Alltag zeigen. (Bild: Jacqueline Morgenroth)

Im Dachstock des Klosters Magdenau sind die Fotografien von Ora Buerkli Halevy ausgestellt, welche die Schwestern in ihrem Alltag zeigen. (Bild: Jacqueline Morgenroth)

Einmal Mäuschen spielen im Kloster: Eine solche Gelegenheit bietet sich höchst selten. Dessen bewusst ist sich auch Hobbyfotografin Ora Buerkli Halevy. So war es zuerst keine leichte Aufgabe, Klosterschwestern für ihr Projekt zum Thema Ankommen gewinnen zu können. Immerhin beabsichtigte sie das Leben hinter den Klostermauern fotografisch festzuhalten, was tiefe Einblicke in das Privatleben der Frauen gewährt. Verschiedene Anfragen in Klöstern in der Deutschschweiz wurden denn auch abgelehnt, andere blieben gar unbeantwortet. Im Kloster Magdenau spürte die Zürcherin jedoch von Anfang an Wohlwollen.

Ganz so einfach war es trotzdem nicht. Schliesslich bedarf es eines gegenseitigen Herantastens, um Persönliches von sich preiszugeben. In einem ersten Schritt stellte sich die Fotografin bei den elf Schwestern vor, ohne Kamera. «Mir lag viel daran, es langsam anzugehen», sagt Ora Buerkli Halevy. Es sei nur verständlich, dass die Schwestern erst Vertrauen in die für sie fremde Person aufbauen müssten. Die Hürden waren aber rasch abgebaut, und der Fotografin wurden nach und nach verschiedene Einblicke gewährt.

Humor spielt eine grosse Rolle

Schon oft hielt Ora Buerkli Halevy Menschen bei religiösen Ritualen fotografisch fest. Das übe auf sie eine besondere Faszination aus. Der Besuch im Kloster war für die Audiologin, die hauptberuflich für einen Hörgeräte-Hersteller tätig ist, dennoch wieder eine ganz neue Erfahrung. «Mit dem Kloster hat man doch sofort die gängigen Klischees im Kopf», sagt sie. Vorurteile, die in Windeseile vor Ort abgelegt werden könnten. «Schnell wird einem bewusst, dass es Menschen sind wie wir alle.» Überraschend war für die Fotografin auch, dass Humor im Alltag der Schwesterngemeinschaft eine grosse Rolle einnimmt. Dies verdeutlichte eine Aussage einer der älteren Schwestern. Sie sagte der Fotografien, dass sie sich auf jeden neuen Tag und die damit verbundenen Lacher freue. «Die Atmosphäre war äusserst angenehm und herzlich. Die Schwestern sind in meinen Augen zu einer Familie gewachsen», sagt Ora Buerkli Halevy.

Fotografin Ora Buerkli Halevy. (Bild: PD)

Fotografin Ora Buerkli Halevy. (Bild: PD)

«Nette und entspannte Gespräche» hat es auch während den Mahlzeiten gegeben, als die Fotografin mit den Schwestern an einem Tisch sitzen durfte. Doch nicht nur den Speisesaal hielt sie fotografisch fest, sondern auch einzelne persönliche Zimmer und auch wie die Schwestern Kerzen segneten oder Wäsche aufhängten. «Um die Situationen authentisch zu belassen, versuchte ich mich so unsichtbar wie möglich zu machen. So nämlich vergassen die Frauen die Kamera um sich herum.» Gelungen sind Aufnahmen, die sowohl das Spirituelle als auch den Alltag der Schwestern aufzeigen.

Im Dachstock ist Leben eingekehrt

Von den Abzügen waren die Schwestern derart begeistert, dass sie sich kurzerhand entschieden, selbst eine Ausstellung in den eigenen Räumen zu lancieren. Damit betritt die Gemeinschaft Neuland. «Die Art, wie uns die Fotografin darstellte, sagte uns sehr zu», sagt Schwester Veronika. Die gebürtige Tschechin hat einst Kunst studiert und war eine der treibenden Kräfte hinter der Ausstellung. Sie freut sich, dass im grosszügigen Dachraum Leben eingekehrt ist. «Vier Räume stehen leer und blieben über mehrere Jahre ungenutzt.» Der vor nicht langer Zeit renovierte Dachraum würden die Fotografien ausserdem besonders schön zur Geltung bringen. Auch könne so die Ausstellung Interessierten zugänglich gemacht werden, ohne dass diese durch die Privaträume der Schwestern hindurch geführt werden müssten.

Auch Schwester Veronika sagt, dass die Schwestern und die Fotografin schnell einen Zugang zueinander gefunden hätten. Ora Buekli Halevy stellt zudem fest, dass die Kamera wie ein Schlüssel zu einer anderen Welt zu verstehen ist. «Die Begegnungen mit den Menschen machen diese Möglichkeit sogar noch schöner», sagt sie und fügt hinzu: «Das schätze ich sehr und ich bin dankbar dafür.» Den Kontakt mit den Schwestern möchte sie unbedingt aufrecht erhalten. «Sie sind mir ans Herz gewachsen.»

Ausstellung geöffnet: Bis Ende August jeweils Mittwoch, Samstag und Sonntag, von 14 bis 19 Uhr sowie von September bis Mitte Oktober, an den selben Tagen, jeweils von 14 bis 18.30 Uhr.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.