Ein Unikat mit Symbolcharakter

Der Jubiläumsanlass zum 150jährigen Bestehen des Turnvereins Degersheim wurde mit dem Entrollen der neuen Vereinsfahne gekrönt. Daneben wussten am Freitagabend insbesondere die Darbietungen der verschiedenen Riegen zu überzeugen.

Christine Gregorin
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Fahnengruss mit der neuen Fahne (oben) unter den Blicken von «Gotti» Monika Scherrer und «Götti» Dölf Nef.

Fahnengruss mit der neuen Fahne (oben) unter den Blicken von «Gotti» Monika Scherrer und «Götti» Dölf Nef.

DEGERSHEIM. «Nicht alles, was modern ist, ist auch beständig», sagte Karin Brunner, Gestalterin der neuen Vereinsfahne des Turnvereins Degersheim. In ihren Ausführungen zum Design gewährte sie einen fundierten Einblick in ihre Überlegungen. So gesteht Brunner einer Fahne grossen Symbolcharakter zu und sieht das aus Seide gefertigte Unikat überdies als einzigartige Visitenkarte.

Vielseitig und bodenständig

Neben dem zentral plazierten Turnerkreuz mit den vier «F» wird der Esche und dem Patriarchenkreuz des Degersheimer Wappens ebenfalls eine wichtige Rolle eingeräumt. Das Kernelement bildet jedoch die Bildmarke des grünen Vereinslogos. Mittels durchdachter Details widerspiegelte die Gestalterin auch die Attribute frisch, dynamisch und draufgängerisch oder machte Eigenschaften wie Vielseitigkeit, Power, Standhaftigkeit, Elan und Bodenständigkeit sichtbar.

Derzeit zählt der Turnverein Degersheim rund 280 Turnende, davon etwa 150 Kinder und Jugendliche. Präsidentin Monika Schönenberger präsentierte einen Rückblick mit Höhen und Tiefen des Vereinslebens. Im Gründungsjahr herrschte in der Schweiz Armut, der durchschnittliche Stundenlohn betrug ein Franken fünfzig Rappen, und die Lebenserwartung lag bei vierzig Jahren. Als einer der sieben ersten im Kanton wurde der Turnverein Degersheim am 22. Februar 1863 von 19 jungen Männern ins Leben gerufen, hauptsächlich als vormilitärisches Training gedacht.

1934 machte sich die Gesangssektion selbständig, das Jodelchörli Degersheim wurde gegründet. Und ab 1941 durften dann endlich auch die Frauen mitturnen. 1995 erfolgte der Zusammenschluss zum Gesamtturnverein, und seit drei Jahren gehört der Turnverein Degersheim zur «Sport-verein-t»-Label-Familie.

Illustre Taufzeugen

«Viele schöne Erinnerungen begleiten mich», erklärte Dölf Nef. Falls die Zeit in der Jugendriege mitgerechnet wird, ist das Ehrenmitglied mit Eintrittsjahr 1940 aktuell wohl der langjährigste Turner. Er freue sich darauf, etliche seiner ehemaligen Turnkameradinnen und Turnkameraden wiederzusehen, betonte der rüstige Rentner zu Beginn der Veranstaltung. Zudem wurde Dölf Nef die Ehre zuteil, als «Fahnengötti» zu fungieren, was diesen Tag für ihn persönlich zu einem noch grösseren Festtag werden liess.

Gemeindepräsidentin und «Fahnengotte» Monika Scherrer lobte die Arbeit der Vereine als wichtigen Dienst an der Gesellschaft: Teamgeist, Verantwortung und Zuverlässigkeit würden zu den Charakter bildenden Elementen zählen. Das auf diese Weise geformte soziale Kapital nütze notabene allen. Der Passus zahlreicher Berichterstattungen «ohne den Einsatz der freiwillig Helfenden wäre ein solcher Event gar nicht durchführbar» sei für sie mitnichten nur eine Floskel, zeigte sich Scherrer abschliessend überzeugt.

Gelungenes Drumherum

Die musikalische Umrahmung durch Jodelchörli und Musikverein Harmonie sowie die eindrücklichen, tadellos vorgetragenen und überaus kurzweiligen Darbietungen der verschiedenen Riegen sorgten letztlich für einen dem Anlass entsprechenden Rahmen.

Mit ihrer Menschenpyramide lässt die Aktivriege eine Turnertradition aufleben. (Bilder: Christine Gregorin)

Mit ihrer Menschenpyramide lässt die Aktivriege eine Turnertradition aufleben. (Bilder: Christine Gregorin)

Die Darbietung der Jugendriege verdient das Prädikat «allerliebst».

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Bilder und Dokumente luden zum Stöbern in längst vergangenen Zeiten.

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