Ein unbestrittenes Lernschwimmbecken und eine umstrittene Ortsplanung: In einer Woche wird abgestimmt

Am 29. November entscheiden die Stimmberechtigten in Niederhelfenschwil und Degersheim über je eine Sachvorlage: Am einen Ort über die Sanierungs des Lernschwimmbeckens, am anderen Ort über die neue Ortsplanung.

Hans Suter und Andrea Häusler
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Lernschwimmbecken in der Oberstufenanlage Sproochbrugg in Zuckenriet: Viele Kinder der Primarschulen der Gemeinde Niederhelfenschwil lernen hier schwimmen.

Lernschwimmbecken in der Oberstufenanlage Sproochbrugg in Zuckenriet: Viele Kinder der Primarschulen der Gemeinde Niederhelfenschwil lernen hier schwimmen.

Bild: Ernst Inauen

Verfügt die Oberstufenschulanlage Sproochbrugg in Niederhelfenschwil weiterhin über ein Lernschwimmbecken oder gehört es bald der Vergangenheit an? Diese Frage beantworten die Stimmberechtigten der Politischen Gemeinde Niederhelfenschwil am 29. November im Rahmen eines Kreditbegehres an der Urne. Das Lernschwimmbecken der vor 50 Jahren erbauten Schulanlage bedarf 20 Jahre nach der letzten Ertüchtigung einer umfassenden Sanierung. Das Kreditbegehren beläuft sich auf 1,7 Millionen Franken, verbunden mit einer jährlichen Abschreibung von 68'000 Franken während längstens 25 Jahren.

Weiterbetrieb für die nächsten 25 Jahre möglich

Die Primarschulen der Gemeinde Nieder­helfenschwil erteilen ihren Schwimmunterricht für Kinder vom grossen Kindergarten bis zur 4. Klasse im Lernschwimmbecken der Oberstufe Sproochbrugg. Da die Nutzung dieser Einrichtung zu grossen Teilen durch die Bevölkerung der Gemeinde Nieder- helfenschwil erfolgt, werden die Kosten für die Sanierungsarbeiten vollumfänglich von dieser getragen. Mit der Sanierung würde sichergestellt, dass das Lernschwimmbecken für die nächsten 25 Jahre weiterbetrieben werden kann.

Innere Verdichtung in Degersheim umstritten

Vor gut einem Jahr hat der Degersheimer Gemeinderat den neuen Zonenplan sowie das revidierte Baureglement erlassen. Dann kam das Referendum. Die Vorlage ist umstritten. Der Gemeinderat versucht mit «einfachen, verständlichen Regelungen» zu punkten, welche den Vorgaben des Kantons entsprechen und eine «massvolle, zukunftsgerichtete Entwicklung» ermöglichen. Mit Instrumenten, die Bauwilligen genügend Gestaltungsfreiraum lassen und dennoch den Erhalt der bestehenden Strukturen sicherstellen.

Wie soll in Degersheim in Zukunft gebaut werden? Die neue Ortsplanung gibt den Rahmen vor. Im Bild der neu gestaltete Dorfplatz.

Wie soll in Degersheim in Zukunft gebaut werden? Die neue Ortsplanung gibt den Rahmen vor. Im Bild der neu gestaltete Dorfplatz.

Bild: Ralph Ribi
(19. September 2020)

Den Gegnern des Regelwerks, allen voran dem Referendumskomitee, sind die Vorgaben zu offen formuliert und zu liberal gehalten. «Die Gemeinde gibt die Zügel weitgehend aus der Hand», argumentieren sie. Sie befürchten den Verlust des dörflichen Erscheinungsbilds aufgrund von grossen Bauvolumen. Auch die Gegner befürworten eine Verdichtung nach innen, «aber nicht auf Kosten der Wohn- und Lebensqualität».