Ein Türöffner für die Aluwag AG: Niederbürer Unternehmen sichert sich Zuschlag für zwei Projekte des Programms Horizon 2020

Die Niederbürer Firma erhält den Zuschlag für zwei Projekte im Rahmen des EU-Förderprogramms Horizon 2020.

Gianni Amstutz
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Die Aluwag AG in Niederbüren konnte sich den Zuschlag für zwei Aufträge im Gesamtumfang von 2,1 Millionen Franken sichern.

Die Aluwag AG in Niederbüren konnte sich den Zuschlag für zwei Aufträge im Gesamtumfang von 2,1 Millionen Franken sichern.

Bild: PD

Ein «Fast Track to Innovation» soll es sein – eine Überholspur zur Innovation also: Das Forschungsprogramm Horizon 2020 der Europäischen Union, an dem auch die Schweiz teilnimmt. Einerseits wird damit Pionierforschung gefördert, anderseits soll Europa eine führende Rolle in der Industrie haben. Nun ist auch die Aluwag mit dabei auf dieser Überholspur.

Im Rahmen von Horizon 2020 erhielt die Aluwag AG nun den Zuspruch für zwei Projektausschreibungen. Die Firma mit Sitz in Niederbüren ist auf die Entwicklung und Produktion von Bauteilen in erster Linie für Motoren und Antriebsstränge für Mobilitätsanwendungen wie aber auch für Industrieanwendungen spezialisiert.

Im internationalen Markt etablieren

«Der Zuschlag für die beiden Projekte ist ein positives Zeichen für den Wirtschaftsstandort Schweiz», sagt Raphael Hutter, Mitglied der Geschäftsleitung und Leiter Verkauf. Die Aluwag AG wird die Projekte mit Partnerunternehmen aus ganz Europa umsetzen.

Gerade deshalb – nicht nur, weil die Schweiz in grossem Ausmass vom Export abhängig ist – sei das Programm Horizon 2020 für die «kleine Schweiz» so wichtig, sagt Hutter. Aufträge in diesem Umfang könnten wir als Schweizer KMU gar nicht stemmen.» Die internationale Zusammenarbeit, die mit Horizon 2020 in Europa gefördert werde, sei nicht mehr wegzudenken.

Die Aluwag AG ist konkret an den beiden Projekten «Magit» und «Multifun» beteiligt. Dabei geht es aber weder um Gewürzmischungen noch mehrfachen Freizeitspass, wie die Namen vielleicht vermuten liessen.

«Magit» steht für Magnesium and Aluminium Gas Injection Technology. Raphael Hutter beschreibt das so: «‹Magit› beschäftigt sich mit der Übertragung des Gasinjektionsverfahrens auf den Seriendruckgiessprozess mit metallischen Schmelzen. Das sei ein neues Verfahren, welches ermögliche, Prozessschritte zu eliminieren oder bis anhin nicht herstellbare Bauteilgeometrien im Druckgussverfahren abzubilden. Mit dem Effekt, dass die Herstellkosten sinken, was im Bereich der Automobilindustrie von hoher Priorität ist.

Ausserdem – und das sei nicht zu vernachlässigen – könnten damit CO2-Emmissionen verringert werden. Das wird immer wichtiger, nicht erst beim Endprodukt, sondern bereits bei dessen Produktion», sagt Hutter. Beim zweiten Projekt namens «Multifun» (Multi-functional performance through multi-material additive manufacturing) liege der Fokus auf der Entwicklung wärmeabführender Komponenten zur Werkzeugtemperierung.

Das Volumen der beiden Projekte beträgt 2,1 Millionen Franken. Sie starten noch im ersten Quartal dieses Jahres und haben eine Laufzeit von drei Jahren. Mehr noch als die finanzielle Seite der Aufträge steht für Raphael Hutter eine weitere Bedeutung im Zentrum.

«Diese Projekte sind für uns Türöffner», sagt der Verkaufsleiter. Mit den Aufträgen könne sich die Aluwag AG im internationalen Markt etablieren und sich so für weitere Kunden und Projekte empfehlen.