Ein Treffen mit Baklava, Döner und süssem, türkischen Kaffee

Kermes im Uzwiler Gemeindesaal – das türkische Kulturzentrum Oberuzwil hat zum Fest eingeladen.

Katrin Meier-Gross
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So wird der Teig für das Fladenbrot ausgewallt. Bilder: Kathrin Meier-Gross

So wird der Teig für das Fladenbrot ausgewallt. Bilder: Kathrin Meier-Gross

Der Teig wird mit dem runden Stab geschickt ausgewallt, Käse oder Hackfleisch drauf gestrichen und ab in den Ofen. In der Küche des Gemeindesaals arbeiten die Frauen Hand in Hand und produzieren verschiedene Spezialitäten aus der türkischen Küche. Draussen auf dem Vorplatz begutachtet ein Mann gerade ein verlockend riechendes Pide. Das Fladenbrot benötigt wohl noch eine Minute, darum schiebt er es zurück in den mobilen Backofen. Döner, Dürüm oder Et Kavurma, aber auch Pommes und Bratwurst stehen auf dem Menüplan. Wer den Appetit gestillt hat, kann zum Dessertbuffet wechseln. Süsse Baklava in verschiedener Zusammensetzung und andere Leckereien werden angeboten. Und natürlich türkischer Kaffee und Tee.

Den Austausch pflegen

«Wir möchten, dass die Bevölkerung uns und unsere Spezialitäten näher kennenlernt», sagt Ridvan Gökce. Als Mitglied des türkischen Kulturzentrums, das an der Werkstrasse in Oberuzwil beheimatet ist, hilft er seit vielen Jahren bei den jährlich etwa dreimal stattfindenden Kermes-Bazar-Anlässen.

Dem Verein gehören gut 120 Mitglieder aus Uzwil und Umgebung an. Für das Kermes-Fest sind Helfer und Gäste aus der ganzen Region angereist. Omaima Kaymak hält fest, dass für die eingeladene Bevölkerung die Hemmschwelle tiefer sei, wenn die Kermes im Gemeindesaal stattfinde anstatt im Vereinslokal. Es bereite ihr grosse Freude, hier im Team zu arbeiten, fügt die Studentin an. Schön sei, dass es einen Austausch mit anderen Nationen gebe. Es könnten Fragen gestellt werden. Wer sich kenne, der habe weniger Vorurteile. Die Kermes sei eine gute Gelegenheit, andere Bräuche und Kulturen kennen zu lernen.

Sie schätzen das Treffen: Irem Catalbas (links) und Omaima Kaymak.

Sie schätzen das Treffen: Irem Catalbas (links) und Omaima Kaymak.

Omaima Kaymak und ihre Freundin, die Gymnasiastin Irem Catalbas, betonen, die Jungen würden mit der schweizerischen Mentalität aufwachsen und das türkische Brauchtum pflegen. «Wir leben nicht in zwei Welten, sondern alle in einer», sagt Omaima. Und diese eine Welt ist vielfältig. Das beweisen am Sonntagnachmittag die Kinder, welche Tänze und Gesänge aufführen. Bazar beinhaltet bekanntlich auch Marktgeschehen. Angeboten werden selbstgemachte Köstlichkeiten und Oliven aus der Türkei; die Kermes als bereichernde Erfahrung für alle, die sich auf Neues und Unbekanntes einlassen.