Von Islamisierung, Fahnenschwingen und Schweizer Sackmessern: Prominente Referenten am Fürstenlandforum der SVP

«Die Schweiz und ihre Werte» war Thema des Fürstenland-Forums der SVP-Kreispartei Wil in Flawil.

Philipp Stutz
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Dänu Wisler und seine Band unterhielten das Publikum im Lindensaal musikalisch.

Dänu Wisler und seine Band unterhielten das Publikum im Lindensaal musikalisch.

Bilder: Philipp Stutz

Dass der perfekt zweisprachige Oskar Freysinger seine Zuhörer, gerne auch in Reimform, in den Bann ziehen kann, hat er verschiedentlich bewiesen. So auch am Fürstenland-Forum der SVP. Erst in Walliser Dialekt, dann in gepflegtem Bühnen-Hochdeutsch trug der ehemalige National- und Walliser Staatsrat, Schriftsteller und Dichter seine Thesen vor.

Oskar Freysinger

Oskar Freysinger

Um die Werte der Schweiz darzulegen, musste Freysinger weit ausholen und mit der Entstehungsgeschichte beginnen. Ein erster Lichtblick sei das Feuer gewesen. «Und damit begann potenziell auch die Geschichte der Raclette, es musste nur noch der Käse zum heissen Stein gefunden werden.» Auf dem Rütli hätten sich später drei bärtige Kerle ewige Liebe geschworen und gelobt, «keine fremden Trichter bei der Abfüllung des Buchberger Pinot noir mehr zu dulden».

26 kantonale Tools bilden eine Einheit

Pièce de Résistance in Freysingers Vortrag bildete die Entwicklung des Sackmessers, das mit jener der Schweizerischen Eidgenossenschaft Hand in Hand gegangen sei. 1815 sei mit dem Beitritt des Wallis ein weiteres wichtiges Tool hinzu gekommen: der Korkenzieher. «Nur diesem Umstand ist es zu verdanken, dass 1848 bei der Gründung der modernen Schweiz die Korken knallen konnten.» Direkte Demokratie und Sackmesser seien jedem Bürger zugänglich. Die Bestandteile des Sackmessers seien genauso getrennt wie die Gewalten und Entscheidungsebenen in der Schweizer Politik. «Doch ohne pragmatischen Gebrauch sind weder Messer noch Politik etwas wert.» Der Schweizer trage die Demokratie wie das Sackmesser stets mit sich, denn in Krisensituationen könnten beide lebensrettend sein. «Ein Taschenmesser ohne Schweizer Qualität ist wie ein Transfer ohne Constantin», verglich Freysinger.

Fahnenschwingend durch die Welt ziehen

Nun sei es leider so, dass wir Schweizer das Messer mit dem Kreuzwappen gerne lobpreisen, jedoch beim Verbreiten unseres Staatsgedankens zurückhaltend und scheu seien. «Wir entschuldigen uns, Schweizer zu sein, bezeichnen uns selbst als Rosinenpicker, Hinterwäldler, Geldwäscher und Profiteure.» Dabei sei es angezeigt, fahnenschwingend durch die Welt zu ziehen, um mit der Ausbreitung und Verwirklichung des direktdemokratischen Gedankens in allen Ländern eine neue Epoche zu eröffnen. Altertum, Mittelalter, Neuzeit und Schweizerzeit würden dann die vier Epochen der Weltgeschichte heissen.

Andreas Thiel

Andreas Thiel

Doch bei der Betrachtung der Neuzeit zeigten sich Bedenken. «Dass gewisse Vordenker in Bundesbern den automatischen Nachvollzug des EU-Rechts fordern und sich in Streitfragen einem europäischen Schiedsgericht beugen wollen, ist nicht nur Landesverrat, sondern ein Verrat an der Zukunft der Menschheit.»

Die Moral ist verloren gegangen

Andreas Thiel ist als bissiger Politsatiriker bekannt. In Flawil trat er für einmal ohne seine farbige Irokesenfrisur vors Publikum. Er kam auf den Begriff der Freiheit zu sprechen und betrachtet sich selbst als Liberalen. Doch wolle man Freiheit definieren, erhalte man keine vernünftigen Antworten. Am wenigsten von den Freisinnigen. «Doch Freiheit ist ein attraktiver Begriff.» Anarchie sei nicht mit Freiheit gleichzusetzen. Denn es brauche Regeln, um die Freiheit zu schützen. «Wir verfügen zwar über die entsprechenden Gesetze, doch ist die Moral verloren gegangen.»

Zunehmende Islamisierung der Schweiz

Der 1982 in die Schweiz eingewanderte aramäische Christ Robert Bartuma hat miterlebt, wie schlecht Christen in islamischen Staaten behandelt werden.

Robert Bartuma

Robert Bartuma

Sein Volk habe viel Leid und Verfolgung erfahren müssen. «Der Islam ist eine Allmacht, es handelt sich um eine totalitäre Ideologie», sagte Bartuma. Dieser umfasse das politische Denken, die Familie und Geschäftstätigkeit. Die Unterdrückung der Frauen sei im Islam erlaubt. «Wer in die Schweiz kommt, hat sich jedoch nach unseren Werten zu richten und nicht umgekehrt», betonte Bartuma unter Applaus des Publikums.