Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Ein tiefes schwarzes Loch: In Uzwil stiessen Bauarbeiter auf einen alten Brunnenschacht

Auf der Baustelle Sonnmatt wurde ein Sodbrunnen entdeckt. Es ist nicht der erste archäologische Fund.
Tobias Söldi
Der Sodbrunnen auf der Sonnmatt-Baustelle: Vermutlich stammt er aus den Jahrzehnten vor 1900. (Bild: PD)

Der Sodbrunnen auf der Sonnmatt-Baustelle: Vermutlich stammt er aus den Jahrzehnten vor 1900. (Bild: PD)

Ein 13 Meter tiefes schwarzes Loch hat sich letzte Woche auf der Baustelle Sonnmatt in Uzwil aufgetan. Bei den Bauarbeiten ist ein Sodbrunnen aus dem späten 19. Jahrhundert entdeckt worden, ein in den Boden eingetiefter Brunnen, der bis zum Grundwasser vordringt.

Martin Schindler, Leiter der Kantonsarchäologie, sagt:

«Normalerweise wurden diese Schächte abgedeckt, wenn sie nicht mehr gebraucht werden. Dieser war es nicht. Die Erde ist einfach eingesackt. Wir hatten Glück, dass nichts passiert ist.»

Ein seltener Fund ist es nicht. Zahlreiche Bauernhöfe und auch Burgen hatten früher ein solches Loch im Boden, um das Grundwasser anzuzapfen und Regenwasser zu sammeln. «Die Menschen nutzten das Wasser aber nicht zum Trinken, sondern für ihre Gärten, fürs Vieh oder zum Waschen der Kleider.» Sodbrunnen wie derjenige in Uzwil stammen aus einer Zeit, als die Wasserversorgung noch ohne Leitungen gewährleistet wurde. «Ich schätze, dass der Brunnen etwa 130, 140 Jahre alt ist», sagt Schindler.

Ausgehöhlte Baumstämme dienten als Pumpen

Das Besondere an dem Fund auf der Baustelle Sonnmatt ist denn auch nicht die Tatsache, dass es sich um einen Sodbrunnen handelt, sondern die ausgehöhlten Baumstämme darin, die als Pumpen dienten. «Das ist sozusagen eine moderne Version des Eimers, der in den Schacht hinabgelassen wird», erklärt Martin Schindler. Derartige Pumpen wurden ab dem 19. Jahrhundert eingesetzt.

Die Kantonsarchäologie hat die Holzpumpen zur weiteren Untersuchung mitgenommen. «Wir haben sie auseinandergenommen und Zeichnungen angefertigt. Die Endstücke, die wichtigsten Teile, werden wir konservieren lassen.» Der Brunnenschacht selbst wurde teilweise abgebrochen, der Rest mit Kies aufgefüllt. Darüber befindet sich nun eine Betonschicht. Die Steine des Sodbrunnens will die Sonnmatt später für Umgebungsarbeiten verwenden, wie das Mitteilungsblatt der Gemeinde Uzwil vermeldete.

Solche Funde sind meldepflichtig

Einen archäologischen Fund machte man vor fast einem Jahr auch in Oberuzwil: dort entdeckte Ueli Hänsensberger, leidenschaftlicher Prospektor, in der Nähe der einstigen Burg Eppenberg eine besondere Münze. Sie zeigte den römischen Kaiser Flavius Magnus Magnentius, der in den Jahren 350 bis 353 nach Christus regierte. Der Schluss liegt nahe: Die Römer waren auf dem Eppenberg. Das Ortsmuseum Oberuzwil, wo die Münzen auch ausgestellt worden sind, äusserte den Verdacht, dass auf dem Eppenberg einst ein römischer Wachtturm stand, auf dessen Ruinen die Burg Eppenberg aufgebaut worden ist.

Bei Funden dieser Art gilt: Die Kantonsarchäologie muss benachrichtigt werden. Schmid erklärt:

«Archäologische Funde sind meldepflichtig. Ausserdem gilt ein Zerstörungsverbot.»

Wird etwas entdeckt, muss man abwarten, bis die Kantonsarchäologie auf Platz ist. Das Amt reagiert aber schnell. «Innerhalb eines Arbeitstages sind wir vor Ort.» Im Falle des Sodbrunnens in Uzwil kam das E-Mail von der Baustelle gegen Mittag. Bereits um 14.30 Uhr stand Schindler auf der Baustelle.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.