Ein Theater zum Jahreswechsel

Nach dem Erfolg mit Mozarts «Bastien und Bastienne» inszeniert die Wiler Opera Piccola mit Offenbachs Operette «Ba-ta-Clan» erneut ein witziges Stück als Esstheater. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren.

Christof Lampart
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Es ist ein sonniger Herbst-Samstag, an dem Martina Oertli (Produzentin und Sängerin), Carlos Greull (Dirigent und Regisseur) und Christian Stricker (Beleuchtung) in den Räumlichkeiten von «Oertli Schulung Beratung Kultur» in Eschlikon die Köpfe zusammenstecken. Vieles wurde bereits getan, einiges gilt es noch zu erledigen, bis Jacques Offenbachs witzige Chinoiserie «Ba-ta-Clan» erfolgreich auf den Weg gebracht sein wird.

Kulturgenuss für die Region

Das ist gar nicht selbstverständlich, bei einem kleinen Budget. «Läuft <Ba-ta-Clan> so gut wie <Bastien und Bastienne>, dann kommen wir raus», strahlt Martina Oertli. Für sie ist die Wiler Opera Piccola auch ohne Blick in die Buchhaltung ein Gewinn: «Wir wollen den Leuten zeigen, dass man mit geringem Aufwand viel in Sachen regionaler Kulturvermittlung erreichen kann», erzählt Oertli.

Dennoch wären Sponsoren und Gönner natürlich nach wie vor willkommen: «Ich kenne keinen Kulturbetrieb, der nicht so denkt», sagt Oertli.

Dass sie nach «Bastien und Bastienne» wieder etwas Neues einstudieren würden, stand für Martina Oertli, Carlos Greull und dem Gründer und Bassisten der Wiler Opera Piccola, Karl Ulmer, jedoch schon bald fest. «Uns hat die Zusammenarbeit viel Spass gemacht. Es gibt also keinen Grund, nicht weiterzumachen», lacht Martina Oertli.

Von Pragmatismus geleitet

Bei der Auswahl des neuen Stückes liessen sich die Macher der Wiler Opera Piccola zum einen von der Qualität des Werkes, zum anderen aber auch durch reinen Pragmatismus leiten. «Natürlich musste das Stück unterhaltsam sein. Aber wir haben auch zwangsläufig alle Stücke streichen müssen, in denen beispielsweise ein Chor vorkommt oder ein allzu grosses Orchester verlangt wird», zählt Carlos Greull auf. Neun ambitionierte Laien und Profimusiker umfasst der Klangkörper.

«Wir sind von der Vorstellung ausgegangen, dass wir jene einsetzen können müssen, welche nun einmal da sind», so Greull trocken.

Und da war dann noch die Sache mit den Aufführungsrechten. Diese zu erhalten, sei gar nicht so einfach. Denn gerade kleinere Bühnen, wie die im Grunde genommen als Gastspieltheater konzipierte Wiler Opera Piccola, tun sich oft sehr schwer, die monetären und inhaltlichen Vorstellungen der Rechteinhaber verwirklichen zu können.

Bei «Ba-ta-Clan» zeichnete sich jedoch schon bald ein anderes Problem ab: «Wir bekamen zwei verschiedene Rohtext-Versionen zugeschickt», schmunzelt Oertli.

Welche nun nehmen? Nach einigen Diskussionen einigte sich die Leitung der Wiler Opera Piccola auf eine von beiden. Auf welche denn nun? «Auf die Bessere», lacht Carlos Greull spitzbübisch und man spürt, dass er einfach noch nicht allzu viel verraten möchte. Ach ja: übersetzt hat Greull das Stück auch – vom Französischen ins Schweizerdeutsche.

Schliesslich habe man nicht riskieren wollen, dass «wir auf der Bühne es alle lustig finden, aber niemand im Saal, weil es niemand versteht», wie Martina Oertli lachend bekennt.

So leicht und anmutig das einaktige Werk fürs Publikum auch sein mag – für die Sängerinnen und Sänger ist das Ganze nicht allzu leicht, denn «wenn man <Ba-ta-Clan> nicht sauber singt, dann ist das absolut stimmzersetzend», hat Oertli beim Blick in die Partitur erkannt.

Eine Frage der Sicherung

Dafür, dass die Premiere am Silvesterabend im Gewölbekeller des Wiler Hofes nicht nur kulinarisch und musikalisch ein Gedicht, sondern auch stimmungsvoll wird, ist Christian Stricker verantwortlich. Der Beleuchtungsprofi wälzt momentan Pläne, wie die chinesische Szenerie ins beste Licht gerückt werden soll. «Ich bin gerade daran, mir zu überlegen, wie wir am besten die Scheinwerfer hängen.» Und darüber hinaus beschäftigen ihn ganz Profanes wie die Frage: «Wie viele Scheinwerfer ich überhaupt anhängen kann, ohne dass es die Sicherungen raushaut.»

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