Ein Theater ganz ohne Drehbuch

Das Theater «Traumfresserchen» geht diese Woche in Zuzwil über die Bühne. Es ist ein Projekt der drei Klassen der 5. und 6. Stufe der Primarschule Züberwangen. Die Schülerinnen und Schüler haben Michael Endes Geschichte umgeschrieben und inszeniert.

Daria Baur
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Die Schülerinnen proben eine der letzten Szenen.

Die Schülerinnen proben eine der letzten Szenen.

ZUZWIL. Seit einigen Wochen proben die Schülerinnen und Schüler der 5. und 6. Klasse der Primarschule Züberwangen ein Theater. Die von Michael Ende geschriebene Geschichte «Traumfresserchen» galt als Grundlage, wurde aber von den Kindern adaptiert und ergänzt.

Anstrengender als Unterrichten

«Es ist ein sehr grosses Projekt, das viel Aufwand benötigt. Die letzten paar Wochen waren für uns definitiv anstrengender als der reguläre Schulunterricht», erläutert Catherine Studerus, eine der beteiligten Lehrpersonen. Die Idee, gemeinsam ein Theater auf die Beine zu stellen, kam vor der Frühlingsferien. Nach den Ferien wurde dann mit Planung, Kulissenbau und schliesslich Proben begonnen. Dabei sei es den Lehrpersonen wichtig, dass jeder Schüler und jede Schülerin ihre Fähigkeiten zeigen kann. Walter Gysel, Regisseur des Theaters und ebenfalls Lehrer, erzählt: «Es gibt einige Kinder, die total aufgeblüht sind, obwohl man es von ihnen nie erwartet hätte.»

Viel Eigenarbeit der Schüler

Denn das Theater ist abwechslungsreich und bietet für jeden eine Aufgabe, die Spass macht. Neben den Schauspielern braucht es auch Sänger, Tänzer, Ton- und Lichttechniker. «Bei der Zuteilung der verschiedenen Rollen und Aufgaben gab es gar keine Probleme. Als zwei Mädchen die Prinzessin spielen wollten, haben wir eben kurzerhand aus einer Königstochter zwei gemacht», so Gysel. Die Tänze, die in die Szenen eingebaut wurden, haben die Schülerinnen ganz alleine geplant, ohne jegliche Mithilfe einer Lehrperson. Sie haben Choreographien eingeübt, Lieder ausgesucht und diese sogar eigenhändig zusammengeschnitten. Da die Geschichte von den Schülern selbst adaptiert wurde, existiert auch kein Drehbuch. Das heisst, sie müssen sich ihren Text merken können. Selbstverständlich können sie ihn aber so formulieren, wie sie wollen. So sei jede Probe und jede Aufführung etwas anders, und auch die Lehrpersonen werden immer wieder auf's Neue überrascht, berichten sie.

Schlussprojekt der 6. Klassen

In der Geschichte geht es um die Königsfamilie des Schlummerlands, deren Töchter nicht mehr gut schlafen können. So macht sich der König und letztlich die Königin auf, ein Mittel für die beiden zu suchen. Das Theater entstand aus der Idee, dass jede 6. Klasse, welche die Schule verlässt ein Abschlussprojekt haben soll. Um etwas Grösseres zu organisieren, hat man auch die 5. Klassen ins Boot geholt.

Die öffentlichen Aufführungen finden heute Donnerstag und morgen Freitag jeweils um 19.30 Uhr in der Turnhalle Zuzwil statt. Der Eintritt ist frei, die Kollekte ist für eine Schulreise bestimmt.

In Ägypten wird der neue Pharao gekrönt. (Bilder: Daria Baur)

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