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Ein Stück Geschichte wird zermalmt

Der Rückbau der Eberle Mühle in Rickenbach ist zu einem Publikumsmagneten geworden. In knapp drei Monaten wird vom einst stolzen Betrieb nur noch Kies und Eisen übrig sein. Das weckt auch Wehmut.
Hans Suter
Mit gigantischer Kraft bricht der sogenannte Crasher die Eisenbetonmauern auf. Sowohl der Beton als auch das Armierungseisen werden wieder verwertet. (Bilder: Hans Suter)

Mit gigantischer Kraft bricht der sogenannte Crasher die Eisenbetonmauern auf. Sowohl der Beton als auch das Armierungseisen werden wieder verwertet. (Bilder: Hans Suter)

Mit verschränkten Armen, den linken Zeigefinger über den Mund gelegt, verfolgt Norbert Hilber aus sicherer Entfernung, wie der zweitgrösste Rückbaubagger der Schweiz das Maschinenhaus der Mühle Stück um Stück zermalmt. Die Betroffenheit steht ihm ins Gesicht geschrieben. «Die Mühle war in einem sehr guten Zustand», sagt der ehemalige stellvertretende Obermüller. «Die Technik hätte noch gut und gerne 20 Jahre im Einsatz stehen können, die Gebäude gar 100 Jahre.»

Norbert Hilber, ehemaliger stellvertretender Obermüller: «Die Technik hätte noch gut 20 Jahre im Einsatz stehen können.»

Norbert Hilber, ehemaliger stellvertretender Obermüller: «Die Technik hätte noch gut 20 Jahre im Einsatz stehen können.»

Das Marktumfeld hat sich aber gegen den Standort entwickelt. Das Müllereigeschäft der Eberle Nafag AG wurde 2003 an die Groupe Minoteries SA verkauft; die Gebäude und Maschinen in Rickenbach verblieben indes im Eigentum der Familie Eberle. Gemahlen wurde hier seither nicht mehr. Die neue Inhaberin konzentrierte das operative Geschäft in der zum Konzern gehörenden Bruggmühle in Goldach.

Neues Leben nach 15 Jahren der Stille

Mit einem Riesenmagnet wird das Armierungseisen separiert.

Mit einem Riesenmagnet wird das Armierungseisen separiert.

Seit 15 Jahren ist die ehemalige Mühle eine Industriebrache. Aber nicht mehr lange: Bis zum Jahr 2021 entstehen hier 44 moderne Wohnungen und einige Gewerberäume, die zur Miete angeboten werden. Bis dahin sind aber mehrere Herausforderungen zu meistern. An erster Stelle steht der Rückbau des Maschinenhauses und der Siloanlagen.
Am 8. Oktober wurde mit diesen Arbeiten begonnen. Die für solche Zwecke entwickelte Maschine zermalmt den Beton und arbeitet sich Meter um Meter in Richtung Westen bis zum geschützten Altbau der einstigen Mühle vor. Diesen zu schützen ist eine weitere Herausforderung. Danach folgt das Kernstück: der Rückbau des 55 Meter hohen Silos. Für den Rückbaubagger kein Problem: Er reicht bis in eine Höhe von 60 Metern.

Zuerst wird das Maschinenhaus zurückgebaut, der Silo folgt am Schluss.

Zuerst wird das Maschinenhaus zurückgebaut, der Silo folgt am Schluss.

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