Ein Streifzug durch Osteuropa

Morgen Sonntag konzertiert das Norea Trio um 16 Uhr in der Bibliothek des Kosters Fischingen. Petya Mihneva, Klavier, Hyunjong Reents-Kang, Violine, und Eva Lüthi, Violoncello, spielen Werke von Glinka, Schostakowitsch und Smetana.

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Morgen Sonntag konzertiert das Norea Trio um 16 Uhr in der Bibliothek des Kosters Fischingen. Petya Mihneva, Klavier, Hyunjong Reents-Kang, Violine, und Eva Lüthi, Violoncello, spielen Werke von Glinka, Schostakowitsch und Smetana. Die Interpretationen des Trios beschreiben Kritiker als «fesselnd, leidenschaftlich und virtuos» mit «sprühendem Temperament», variierend zwischen einer «gewaltigen angenehmen Flutwelle» und «nur einem Hauch von Musik im Raum». Die drei Frauen aus drei Nationen richten im Programm ihren Blick auf Osteuropa und Russland. Sein Klaviertrio op. 8 hat Dmitri Schostakowitsch als 17-Jähriger während seiner Studienzeit am Leningrader Konservatorium komponiert. Zu der Zeit verdiente er sein Geld als Stummfilmpianist. Tatsächlich erinnert die Einsätzigkeit dieses Werks mit seinen wechselnden Stimmungen an den Ablauf eines Films. Michail Glinka und Bedrich Smetana haben ihre Klaviertrios in schwierigen Lebensphasen komponiert. Das Trio pathétique von Glinka wird als Selbsttherapie einer Depression verstanden. Smetana hat sein Klaviertrio, eines seiner bedeutendsten Kammermusikwerke, geschrieben, um den Tod seines Kindes zu verarbeiten. Erstaunlicherweise erwartet die Zuhörenden kein bedrückendes Konzerterlebnis. Sie werden vielmehr Zeugen, wie aus Musik Kraft geschöpft wird und Lebensfreude zurückkehrt. (pd)