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Ein Strassensänger im Saal: Andy McSean im Kulturpunkt Degersheim

Zum traditionellen Sommerkonzert lud der Kulturpunkt Degersheim den St. Galler Singer-Songwriter Andy McSean auf dem Fuchsacker. Der Musiker gab alles, das Publikum nicht – es kam ganz einfach nicht.
Michael Hug
Brachte am Freitagabend Stimmung ins reduzierte Publikum auf dem Fuchsacker: Singer-Songwriter Andy McSean. (Bild: Michael Hug)

Brachte am Freitagabend Stimmung ins reduzierte Publikum auf dem Fuchsacker: Singer-Songwriter Andy McSean. (Bild: Michael Hug)

Lag es am Wetter? Lag es an den zahlreichen anderen Veranstaltungen am Freitagabend? Lag es an der Bekanntheit Andy McSeans? Wohl lag’s an allem ein wenig, das Resultat aber war ernüchternd. Gerade mal etwa 50 Menschen wollten das Konzert auf dem Fuchsacker erleben.

Ein Sommerkonzert, an dem Saal und Vorplatz des Restaurants Fuchsacker in den Anfängen des traditionellen Anlasses proppenvoll waren, ob es geregnet hat oder die Sonne schien. Vielleicht hat man zu wenig beachtet, dass zeitgleich in Ebnat-Kappel und in Wil ein Open Air mit vergleichbarem Programm stattfand. Vielleicht waren die Degersheimer Frauen zu müde nach dem Frauenstreik und die Männer mussten sie pflegen – deshalb kamen beide nicht. Der Verein Kulturpunkt Degersheim dürfte punkto Programmierung und Termin über die Bücher gehen müssen nach diesem enttäuschenden Anlass, wenn das Inhouse-Open-Air nächstes Jahr wieder stattfinden soll.

Erstberuf als Radiomoderator

An Andy McSean, der in seinem Erstberuf als Radiomoderator Andy Stadelmann heisst, lag es nicht. Der Musiker gab alles, versuchte Stimmung zu verbreiten, lobte das Publikum und den Ort über alle Massen, spielte sich die Finger wund auf der Gitarre und sang sich schier heiser. Er lachte viel und erzählte Geschichten aus seinem Leben, von der Qualifikation zum European Song Contest, sprach über seine Songs und seine Erfahrungen als Strassenmusiker in Dublin.

Womit das Schlüsselwort fiel: Strassenmusiker. Eigentlich passt – das ist nicht despektierlich gemeint – McSean viel besser auf die Strasse oder an ein Open Air als in einen Saal. Das hat sein Tonmeister aber noch nicht gemerkt. Irgendwie scheint dieser, seinen Auftrag oder die Wünsche des Künstlers und der Band falsch verstanden zu haben.

Andy McSean: «Als ich zum ersten Mal in Dublin war, dem absoluten Hotspot für Strassenmusiker, spielte ich noch ohne Verstärkung. Ich sah, dass die anderen Strassenmusiker alle eine Lautsprecherbox mitführten und ich wurde auch darauf angesprochen: Warum spielst du unverstärkt?» Keiner halte sich an die örtlichen Gesetze, lachte McSean, alle spielen so laut es geht und die Ordnungshüter drücken beide Augen und Ohren zu.

Keine Verstärkung nötig

Das mag auf der Strasse Sinn machen, im Fuchsacker-Saal wirkte sich das verheerend aus. Mit offenen Reglern und zu viel Halleffekt vermurkste der Tonmeister den Sound komplett. Verstärkung bringt nicht mehr Stimmung in einem fast leeren Saal. Die Verstärkung hätte McSean auch nicht nötig. An dieser Stelle wäre ein «unplugged» angesagt gewesen. Vielleicht hat McSean oder der Mann am Mischpult nicht mitbekommen, dass die Fuchsacker-Open-Airs seit Jahren inhouse, also im Saal stattfinden?

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