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Interview

Zuzwils Gemeindepräsident Roland Hardegger zu den Vorwürfen des Ad-hoc-Komitees: «Ein Stollenbau innert zwei Jahren? Das ist absurd»

Am Freitag hatte das Ad-hoc-Komitee (AHK) das Wort, jetzt äussern sich Gemeindepräsident Roland Hardegger und Heinz Meier, Leiter der Abteilung Wasserbau im Amt für Wasser und Energie des Kantons St.Gallen, zu den Hochwasserschutzmassnahmen und den Argumenten des AHK.
Interview: Andrea Häusler
Zuzwils Gemeindepräsident Roland Hardegger. (Bild: PD)

Zuzwils Gemeindepräsident Roland Hardegger. (Bild: PD)

Das AHK lehnt beide Bachprojekte ab. Haben Sie mit so viel Widerstand gerechnet?

Roland Hardegger: Überrascht waren wir vor allem, dass nun auch die Stollen-Variante dem Ad-hoc-Komitee nicht mehr passt. Zweimal Nein ist keine Lösung. Wir dürfen die Massnahmen zur Lösung der Hochwassergefahr nicht aufschieben. Ein gewisses Verständnis kann ich für den Widerstand aufbringen. Denn fünf der elf Komitee-Mitglieder sind direkte Bachanstösser und vertreten so ihre Eigeninteressen. Das ist legitim. Nur die Art und Weise finde ich problematisch.

Inwiefern?

Hardegger: Das AHK verbreitet Behauptungen und diffamiert renommierte Fachplaner. Am vergangenen Informationsanlass haben wir aufgezeigt, wie es zu beiden Varianten gekommen ist und was deren Vor- und Nachteile sind. Es wurde sachlich und anständig diskutiert.

Heinz Meier: Wasserbauprojekte sind oft emotional geprägt. Da ist Zuzwil keine Ausnahme. Die Ausgangslagen wie Gefährdung, Platzverhältnisse, Gesetzgebungen und Kosten werden sich mit einem weiteren Projekt nicht relevant ändern. Wir müssen mit diesen Parametern eine Lösung realisieren. Der Gerinneausbau ist die beste, realisierbare und günstigste Lösung.

Unter anderem werden die Kosten vom Ad-hoc-Komitee angezweifelt.

Hardegger: Die tieferen Kosten des Gerinneausbaus sind ein schöner Nebeneffekt. Aber nicht der Hauptgrund, weshalb wir diesen zur Annahme empfehlen. Beim Stollen haben wir zudem ein hohes Prozessrisiko, da bisher nicht betroffene Grundstücke mit Auflagen und Baumassnahmen belastet würden.

Meier: Die Kostenberechnungen für den Stollen und den Gerinneausbau wurden von zwei erfahrenen Büros erstellt. Weil das Ad-hoc-Komitee die Kosten trotzdem anzweifelte, wurde durch den Gemeinderat ein drittes, unabhängiges Ingenieurbüro mit einer weiteren Kostenprüfung beauftragt. Auch dieses kam zum Schluss, dass die Berechnungen und Kosten plausibel sind. Wir in der Abteilung Wasserbau haben die Kosten mit aktuell umgesetzten Projekten verglichen und festgestellt, dass sich die für Zuzwil berechneten Kosten im Rahmen der realisierten Projekte bewegen.

Könnte ein redimensionierter Stollen die Lösung sein?

Meier: Die Berechnungen der Abflussmenge beruhen auf den aktuellsten Erkenntnissen. Ein Stollen macht nur Sinn, wenn er für ein mindestens 100-jährlich wiederkehrendes Hochwasser gebaut wird. Eine kleinere Dimensionierung wäre fahrlässig. Hinzu kommt, dass die Kosten nur unwesentlich geringer wären und ein Mindestdurchmesser von 1,6 Meter schon aus Unterhaltsgründen nötig ist.

Das Ad-hoc-Komitee behauptet, dass ein redimensionierter Stollen in zwei Jahren fertig wäre.

Hardegger: Das zu behaupten, ist absurd. Wir müssen davon ausgehen, dass wir innert den nächsten zwei Jahren weder einen Gerinneausbau noch einen Stollen fertigstellen können. Es gibt gesetzliche Verfahrensfristen. Zudem hat der Gemeinderat ganz klar gesagt, dass er mit den Bachanstössern nach Möglichkeit einvernehmliche Lösungen erarbeiten will: Das braucht seine Zeit, unabhängig davon, welche Variante gewählt wird. Hinzu kommen die Einsprache- und Rekursmöglichkeiten. Eine Zauberlösung gibt es nicht. Weder von uns, noch vom Ad-hoc-Komitee. Wichtig ist, dass sich die Bevölkerung am 20. Oktober für eine der beiden Varianten entscheidet. So verlieren wir keine weitere Zeit. Denn wann uns der Dorfbach das nächste Mal mit Hochwasser überrascht, weiss niemand von uns.

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