Ein Stein auf den anderen

«In diesem Jahr passiert etwas», sagt Architekt Roger Sonderegger. Er leitet das Projekt «Überbauung Tonhalle». Das erste der drei geplanten Gebäude soll bis im Sommer fertig sein. Es entsteht Platz für Gewerbe, Wohnen und Hotelgäste.

Mario Fuchs
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In der ersten Etappe wird das Mehrfamilienhaus an der Kanzleistrasse (links) gebaut. Ende 2013 können die Mieter einziehen. Danach entsteht dort, wo jetzt Backsteine warten, das Wohn- und Geschäftshaus samt Tiefgarage. Das Hotel kommt zum Schluss rechts des gelben Hauses zu stehen. (Bild: mf.)

In der ersten Etappe wird das Mehrfamilienhaus an der Kanzleistrasse (links) gebaut. Ende 2013 können die Mieter einziehen. Danach entsteht dort, wo jetzt Backsteine warten, das Wohn- und Geschäftshaus samt Tiefgarage. Das Hotel kommt zum Schluss rechts des gelben Hauses zu stehen. (Bild: mf.)

FLAWIL. Der Baukran mitten in Flawil zeigt's an: Auf dem grössten Bauplatz im Zentrum tut sich seit einigen Monaten etwas. Hinter dem Restaurant Rössli, wo einst die Tonhalle stand, und an der Kanzleistrasse, wo einst das Gebäude der Etavis Grossenbacher AG stand, ist jetzt eine Baustelle (Wiler Zeitung vom 12. Juni 2012). Dass die erste von drei Etappen bereits mitten in der Realisation steckt, ist nicht zu übersehen. Das «MFH Kanzleistrasse 23» steht schon fast im Rohbau. Hier entstehen sechs 41/2-Zimmer-Wohnungen und eine 51/2-Zimmer-Attikawohnung. Die Wohnungen werde man zwar im «Eigentumsstandard» ausbauen, anschliessend aber vermieten, erklärt Roger Sonderegger. Beim ausführenden Architekturbüro HAB AG, das seinen Sitz nur wenige Schritte vom Bauplatz entfernt im Obergeschoss von «Keller's verwöhnt» hat, ist Sonderegger Projektleiter der Überbauung Tonhalle.

Eine Tiefgarage für alle

Bis die Mieter einziehen können, wird es aber noch einige Monate dauern. Denn: Die Tiefgarage des Mehrfamilienhauses ist jene, die mit dem Wohn- und Geschäftshaus an der Rösslistrasse gebaut wird. Jenes entsteht in der zweiten Etappe. «Mit der Tiefgarage beginnen wir voraussichtlich im April», sagt Roger Sonderegger. Bis im Herbst soll sie dann fertig sein, damit die Bewohner des Mehrfamilienhauses an der Kanzleistrasse noch vor Ende Jahr darin parkieren und somit auch in ihre Wohnungen einziehen können. Eins nach dem anderen.

Gewerbe, das nicht zu laut ist

Vorne an der Rösslistrasse kann danach das Wohn- und Geschäftshaus in aller Ruhe in die Höhe wachsen – quasi ein Stein auf den anderen. Insgesamt acht Mietwohnungen sind darin vorgesehen, in einem Mix von 21/2-, 31/2- und 41/2-Zimmer-Wohnungen. Das Erdgeschoss hingegen ist für eine gewerbliche Nutzung reserviert. «Dieser Teil steht noch zur Disposition», sagt Roger Sonderegger. Heisst: Die bis zu 300 Quadratmeter grosse, frei unterteilbare Fläche wartet noch auf einen respektive je nach Vorhaben und Platzbedarf mehrere Nutzer. «Ideal wäre ein Unternehmen, das von der direkten Strassenlage, von der Laufkundschaft profitieren kann», erklärt der Projektleiter. Zwingend sei dies aber nicht. «Klar ist für uns einzig, dass die Mieter in den darüberliegenden Wohnungen nicht beeinträchtigt werden sollen», sagt Sonderegger. Das Architekturbüro HAB AG kann sich sowohl Verkauf als auch Miete vorstellen.

Bewusst ohne Restaurantbetrieb

Bleibt noch die dritte und letzte Etappe: das Hotel. Es wird am nordöstlichen Ende des Wohn- und Geschäftshauses angebaut. «Von aussen bilden die beiden Gebäude eine Einheit, planerisch und betriebstechnisch sind sie aber autonom», erklärt Roger Sonderegger. Das habe mit der Reihenfolge der zu erstellenden Bauten zu tun. «Bauen wir das Hotel zuletzt, können wir dessen Boden für die Maschinen während des Baus des Wohn- und Geschäftshauses nutzen.» Eins nach dem anderen. Auf drei Etagen entstehen 18 Zimmer, die als Hotel Garni betrieben werden. Auf einen durchgehenden Restaurantbetrieb werde aufgrund der Nähe zum Restaurant Rössli und weiteren Lokalen im Zentrum Flawils bewusst verzichtet.

«Nichts Vergleichbares»

«Wir schliessen damit eine Lücke im Übernachtungsangebot», sagt Bobby Allenspach. Der HAB-Architekt hatte 2010 mit seiner Frau Nelly das Hotel und Gasthaus Sonne in Gossau erworben und saniert. So hat Allenspach einen tieferen Einblick in die Hotelsituation in der Region: «Wir spüren, dass ein Bedürfnis besteht», sagt er. Auf dem Platz Flawil gebe es zurzeit nichts Vergleichbares.

Jetzt, da es vorwärtsgeht, freuen sich die Architekten. Roger Sonderegger: «Das gibt eine gefreute Sache.» Die Gründe, warum das Projekt bislang mehr Zeit benötigte – im Januar 2011 war von Baubeginn im selben Sommer die Rede –, sind verschiedener Natur. «Verdichtetes Bauen braucht mehr Vorbereitung. Man muss feinfühlig planen, Grenzen und Strassen berücksichtigen, die Baugrube absichern», erklärt Sonderegger. Zudem sei das Architekturbüro sehr gut ausgelastet gewesen, Kundenaufträge hätten eine gewisse Priorität gehabt. Eben: eins nach dem anderen.