Ein Sieg, eine Niederlage – und viele Emotionen

Mit Interimstrainer Philipp Dux kommt der FC Wil zu einem 2:0-Heimsieg gegen Biel und findet sich auf Platz zwei der Tabelle wieder. Die Premiere könnte auch die Dernière gewesen sein. Obwohl Dux vom «Höhepunkt seiner Trainerkarriere» spricht, bescherte ihm das Wochenende auch einen Tiefschlag.

Simon Dudle
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Geglücktes Début von Philipp Dux als Trainer der FC-Wil-Profis. (Bild: Gianluca Lombardi)

Geglücktes Début von Philipp Dux als Trainer der FC-Wil-Profis. (Bild: Gianluca Lombardi)

WIL. Philipp Dux ist bereits der dritte Interimstrainer beim FC Wil in recht kurzer Zeit. Vor ziemlich genau einem Jahr war nach dem Abgang des langjährigen Übungsleiters Axel Thoma ebenfalls der damalige Assistent Neno Kuruzovic eingesprungen – und als erstes auf Biel getroffen. Beim damaligen Tabellenletzten hatte es aber eine 1:4-Niederlage abgesetzt. Nicht besser erging es im vergangenen Mai Erdal Keser, der den FC Wil zwei Runden vor Schluss in akuter Abstiegsgefahr übernahm, auf der Wohler Niedermatten aber eine 0:2-Niederlage einstecken musste.

Dux durfte sich bei seinen Début als Trainer einer Profimannschaft über einen 2:0-Sieg gegen Biel freuen. Es sei vorab darum gegangen, «nichts kaputt zu machen». Darum erfuhr die Equipe im Vergleich zum 3:2-Erfolg gegen Xamax eine Woche zuvor kaum personelle Veränderungen. Der gesperrte Selçuk Sahin wurde durch Basil Stillhart ersetzt und im offensiven Mittelfeld stand André Santos anstelle von Erhan Yilmaz in der Startformation. Santos und Yilmaz waren schliesslich beide die gefeierten Spieler, da sie die zwei Treffer zum verdienten 2:0-Sieg beisteuerten.

«Noch viel mehr Potenzial»

Dux zog hinterher ein grundsätzlich positives Fazit, sagte aber auch, dass der Auftritt «spielerisch nicht hochstehend war und die Mannschaft noch viel mehr Potenzial hat». Taktisch machten die Wiler vieles richtig. Die vermeintlich gefährlichsten Bieler Antonio Marchesano und Kwang-Ryong Pak hatten kaum nennenswerte Szenen und waren in der Wiler Hintermannschaft gut aufgehoben.

Gestern verdichteten sich die Zeichen, dass Dux' Premiere auch die Dernière gewesen sein könnte (siehe Artikel auf Seite 12). «Wenn es mich am nächsten Samstag für das Auswärtsspiel in Wohlen aber braucht, stehe ich bereit», sagte Dux. Er tat es im Wissen, dass es dann eine Terminkollision gäbe und er das zeitgleich stattfindende Heimspiel der zweiten Mannschaft, die er hauptsächlich trainiert, verpassen würde.

Von der Gala ins Niemandsland

Mit dem 2:0-Erfolg war das emotionale Wochenende für Dux aber noch lange nicht vorbei. Am Samstagabend ging es mit der Wiler Delegation an die Nacht des Ostschweizer Fussballs, wo FC-Wil-Spieler Dario Koller in der Kategorie «Spieler des Jahres» nominiert war, den Sieg aber Roy Gelmi vom FC St. Gallen überlassen musste.

Gestern führte ihn die Reise ins «Fussball-Niemandsland» nach St. Margrethen, wo er und die Wiler U20-Mannschaft in der 2. Liga inter von der Realität eingeholt wurden und trotz einer 1:0-Führung mit 2:3 verloren. Es war das sechste sieglose Spiel in Serie. «Es fehlte uns an Cleverness», sagte Dux. Im Wochenend-Rückblick überwogen dennoch die positiven Emotionen. Ob er die Uefa-Pro-Lizenz machen wird, um dereinst während mehr als maximal 20 Tagen eine Profimannschaft trainieren zu dürfen, liess er aber noch offen.

? SPORT 12/REGIONALSPORT 35