Ein Schuss vor den Bug

«Ein Ja mit vielen Wenn und Aber» Ausgabe vom 8. Juli

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Die letzte Parlamentsdebatte hat eines gezeigt: Viele Menschen in Wil sind nicht unbedingt angetan von der Arbeit der Stadträtin des Departements Bildung und Sport. Trotz Kritik von allen Seiten wurde die Stelle eines «Leiters Bildung» schlussendlich aber doch durchgewunken. Kritik musste die Departementschefin schon früher einstecken, so beispielsweise bei der leidigen Cateringgeschichte. Ich möchte der Stadträtin nahelegen, diese Vorgänge als «Schuss vor den Bug» zu betrachten. Damit sie bei den nächsten Wahlen nicht totalen Schiffsbruch erleidet, empfehle ich folgendes Vorgehen: Die geforderte Kürzung einer Kaderstelle um 30 Prozent ist bei der Stelle «Leiter Pädagogik» zu realisieren. Alles andere würde kaum jemand verstehen und die Kritik am Departement nur verstärken. Die Besetzung der Stelle «Leiter Bildung» sollte unter Mitwirkung der Lehrerschaft und insbesondere der Schulleitungspersonen angegangen werden. Letztere könnten direkt in die Wahl miteinbezogen werden. Das würde die Akzeptanz der gewählten Person bei der Lehrerschaft erhöhen. Der Leiter Bildung sollte während Jahren überdurchschnittlich erfolgreich als Lehrperson gearbeitet haben. Auch ein ausgewiesenes Organisationstalent ist unabdingbar. Unter keinen Umständen ist ein Quereinsteiger zu wählen! Generell ist der Departementsvorsteherin zu empfehlen, vermehrt «bottom-up» und weniger «top-down» zu arbeiten. Vielleicht sollte sich der Leiter Pädagogik mit den verbleibenden 50 Stellenprozenten doch ab und zu bei der Lehrerschaft umhören, welche Probleme den Pädagogen wirklich unter den Nägeln brennen. Pragmatismus vor Ideologie und eventuell etwas weniger Leuchttürme. In diesem Sinne wäre es auch eine gute Idee, den Beschluss über die Abschaffung der Kleinklassen nochmals zu überdenken und zum Beispiel mittels einer Umfrage die diesbezügliche Befindlichkeit der Lehrpersonen zu eruieren.

René Walcher, Wil