Ein Schulhaus zum Bewegen

Im Norden der Stadt Wil besteht Bedarf an Schulraum. Der Stadtrat stellt dem Parlament den Antrag, im Norden der Stadt Wil den Bau des Primarschulhauses Nord im Bereich Städeli zu genehmigen.

Monique Stäger
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Durch die modulare Bauweise könnte das Schulhaus Nord in kurzer Zeit realisiert werden. (Bild: Grafik: zVg.)

Durch die modulare Bauweise könnte das Schulhaus Nord in kurzer Zeit realisiert werden. (Bild: Grafik: zVg.)

Gesamtstädtisch steigt die Anzahl der Primarschüler an. Aktuell besuchen 917 Primarschüler die verschiedenen Schulen auf dem Stadtgebiet, im Schuljahr 2015/2016 sollen es bereits 950 Schülerinnen und Schüler sein. Dieser Anstieg ist nicht auf alle Quartierschulhäuser gleichmässig verteilt und auch nicht in allen Schulhäusern verkraftbar. Im Einzugsgebiet der Schulen Matt, Tonhalle/Klosterweg und Allee, können die steigenden Schülerzahlen aufgefangen werden. Im Lindenhof können die Schwankungen knapp aufgefangen werden, kurzfristig kann dort auf Räume im Zeughaus und in die Schuleinheit Tonhalle/Klosterweg ausgewichen werden.

Bedarf an Schulzimmern

Anders präsentiert sich die Situation im Kirchplatzschulhaus. Dieses platzt aus allen Nähten. Seit längerem besuchen 200 Kinder verteilt auf zehn Klassen das Kirchplatzschulhaus. Das Schulhaus ist jedoch nur auf sieben Klassen ausgerichtet. In der Vergangenheit musste deshalb bereits auf den Pavillon der Oberstufe Sonnenhof und auf ein ehemaliges Ladenlokal an der Kirchgasse ausgewichen werden. Seit vergangenem Sommer besteht für den Sonnenhof-Pavillon jedoch Eigenbedarf der dortigen Oberstufe. In der Folge werden im Kirchplatzschulhaus acht Klassen unterrichtet, der Disponibelraum des Untergeschosses wurde zu einem Klassenzimmer umgestaltet. Eine Schulklasse wird im benachbarten Gebäude «Harmonie» unterrichtet, die Kleinklasse im Mattschulhaus.

Langfristig müsse für drei Schulklassen und eine Kindergartenabteilung aus dem Einzugsgebiet des Kirchplatzschulhauses eine vernünftige Alternative gesucht werden, heisst es im Bericht des Stadtrates.

Konstant hohe Schülerzahlen

Unabhängig von der Gemeindevereinigung empfehle sich eine gemeinsam koordinierte Lösung für die Kinder aus dem Norden der Stadt und aus Rossrüti.

Um dem Bau einer neuen Schule positiv gegenüberzustehen, müsse die prognostizierte Schülerzahl über Jahre zu hoch sein, zeigt sich der Stadtrat überzeugt. Man sei in den vergangenen Jahren deshalb zurückhaltend gewesen, bezüglich der Erstellung neuer Schulhäuser. Zudem zeige sich auch, dass die Schüler nicht immer dort wohnen, wo seit Jahrzehnten eine Quartierschule stehe. «So erlaubt die inzwischen ausgereifte, vielversprechende modulare Bauform die nachträgliche Umplatzierung einer Schule an einen anderen Ort», heisst es im Bericht des Stadtrates.

Schulhaus in Modulbauweise

An der Grundstrasse im Norden der Stadt könnte im Bereich Städeli Land für einen Schulhausbau zur Verfügung gestellt werden. Vorgesehen ist gemäss Stadtrat ein zweigeschossiges Gebäude, das den kurzfristigen und mittelfristigen Bedarf an einer Unterrichtsinfrastruktur von drei Schulklassen und einer Kindergartenklasse abdeckt. Durch die modulare Bauweise kann es nicht nur erweitert werden, sondern bei Bedarf auch versetzt werden. Diese Systembaute könne innert kurzer Zeit realisiert werden. Die Konstruktion wie in Holzelementbauweise erfolgen, wobei die Dämmwerte gemäss den Minergiebestimmungen eingehalten werden. Das Schulhaus soll mit einer Gasheizung ausgestattet werden.

Die Kosten für das Projekt belaufen sich gesamthaft auf rund 5,4 Mio. Franken. Rund 2,6 Mio. Franken sind dabei reine Anlagekosten der Gebäude. Die restlichen 2,8 Mio. Franken entstehen durch Umlagerungskosten des Grundstücks vom Finanz- ins Verwaltungsvermögen. «Ein vergleichbares Projekt in konventioneller Bauweise mit Unterkellerung würde Gebäudekosten von rund 2,7 Mio. Franken ergeben», erklärt der Stadtrat in seinem Bericht. Diese Variante käme also um gut 40 Prozent teurer. Wenn der vorgeschlagene Zeitplan eingehalten werden kann, so sollte das Schulgebäude bereits im Juli 2012 bezugsbereit sein.

Die Anlagekosten von 5,4 Mio. sollen über 25 Jahre linear abgeschrieben werden. Die Betriebskosten für das neue Schulhaus beziffert der Stadtrat auf 54 000 Franken pro Jahr. Er gibt aber zu bedenken, dass für Nettomieten provisorischer Schulräume rund 31 400 Franken jährlich eingespart werden können. Somit ergeben sich jährliche Folgekosten von rund 309 000 Franken.