Ein Oberuzwiler Feuerwerksverein lässt es zum 1. August am Bazenheider Himmel krachen

Die Bundesfeier wurde zwar abgesagt, dafür begeht Bazenheid den 1. August mit einem Spektakel am Himmel. Zum Zuge kommt ein Feuerwerksverein aus Oberuzwil.

Tobias Söldi
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Für viele ist Feuerwerk ein fester Bestandteil eines 1.-August-Feier.

Für viele ist Feuerwerk ein fester Bestandteil eines 1.-August-Feier.

Bild: Ennio Leanza/Keystone

Martin Ebneter vom Oberuzwiler Feuerwerksverein X-Effects ist voller Vorfreude. Als einer der wenigen wird er morgen Samstag, am 1. August, ein offizielles, grosses Feuerwerk zünden, nämlich in Bazenheid. Zwar musste die örtliche Bundesfeier auf dem Ifang-Areal wie so viele andere wegen der Coronapandemie abgesagt werden.

Doch das grosse Feuerwerk am Himmel wollte die Dorfkorporation Bazenheid der Bevölkerung nicht vorenthalten. Es wird nun am 1. August um 22.15 Uhr zu bestaunen sein, wie die Veranstalter vergangene Woche mitgeteilt haben. «Alles ist vorbereitet», sagt Ebneter.

Lieferung mit zwei Monaten Verspätung

X-Effects hat sich seit seiner Gründung im Jahr 2016 der Organisation und Durchführung von Klein- und Grossfeuerwerken sowie eigener Veranstaltungen verschrieben. Normalerweise führe man übers Jahr verteilt drei bis fünf Grossfeuerwerke durch, sagt Vereinspräsident Ebneter. Wegen der Veranstaltungsabsagen im Zusammenhang mit dem Coronavirus sieht die Bilanz dieses Jahr etwas anders aus:

«Bazenheid ist – bis jetzt – unser einziger Auftrag.»

Das Coronavirus bekam der Verein aber noch auf eine andere Art zu spüren: Es kam zu Verzögerungen bei der Lieferung von Feuerwerkskörpern, die hauptsächlich in China produziert werden. «Die Fabriken standen still. Eine unserer Bestellung wurde zwei Monate später als angekündigt geliefert», erzählt Ebneter.

Nachfrage im Online-Shop grösser als in Vorjahren

Dafür läuft der Online-Shop des Vereins, «X-Feuerwerk», umso besser. Dort finden sich nicht nur einfach zu handhabende Vulkane und Raketen für Hobby-Feuerwerker, sondern auch Artikel der Kategorie F4 für Grossfeuerwerker mit entsprechenden Fachkenntnissen. «Die Nachfrage ist grösser als in den vergangenen Jahren», sagt Ebneter.

So gross, dass er sogar die Hoffnung hegt, die Einbussen wegen der abgesagten Anlässe zumindest teilweise wieder aufholen zu können:

«Ich kann mir gut vorstellen, dass die steigende Nachfrage bei Privatpersonen eins bis zwei der ausgefallenen Feuerwerke kompensieren wird.»

Die Gründe für die gestiegene Nachfrage sind schnell ausgemacht: Wegen der Coronapandemie verbringen viele Schweizerinnen und Schweizer ihre Ferien daheim, und die offiziellen Bundesfeiern mussten landauf, landab abgesagt werden. Wer den Geburtstag der Schweiz dennoch gebührend begehen möchte, der muss selbst für ein entsprechendes Ambiente sorgen – und dazu gehört für viele auch ein Feuerwerk. Die gute Wetterprognose, die einen warmen Sommerabend verspricht, trägt ihr Übriges dazu bei. «Viele werden den 1. August wohl im Garten mit der Familie und Freunden feiern», ist Ebneter überzeugt.

Das spüren auch andere Feuerwerkshändler in der Region. So vermutete der Wiler Feuerwerkshändler Alain Stucki unlängst gegenüber dieser Zeitung, dass dieses Jahr wohl wieder mehr Feuerwerkskörper gekauft werden als in den Jahren zuvor. «Vor allem Kinder freuen sich auf das Feuerwerk.»

Aufschwung in der Branche erwartet

Auch Sonja Bösch, Geschäftsführerin des Jumbo in Wattwil ist zuversichtlich, was den Feuerwerksverkauf in den nächsten Tagen betrifft. «Ich glaube, es wird noch einiges gehen», sagte sie am Mittwoch auf Anfrage. Seit der Eröffnung des Standes am vergangenen Samstag habe man zwar noch nicht mehr Feuerwerk verkauft als in den Jahren zuvor, aus Erfahrung weiss sie aber, dass der grosse Ansturm erst unmittelbar vor und sogar noch am 1. August geschieht. Dann gilt aber auch: Abstände und Hygienevorschriften einhalten.

Trotz des ungewöhnlichen Jahres blickt Martin Ebneter vom Feuerwerksverein zuversichtlich in die Zukunft: «Die Branche wird einen Aufschwung erleben. Viele Leute haben ein Defizit, weil in den vergangenen Monaten nichts stattgefunden hat: Sie wollen unter Leuten sein, feiern.» Und ein Feuerwerk, davon ist er überzeugt, gehört da auch dazu.