Ein Neujahrsapéro für 3,3 Rappen pro Tag

Die Neujahrsbegrüssung auf dem Raiffeisenplatz ist ein liebgewordener Brauch der Bewohnerinnen und Bewohner der Gemeinden Uzwil und Oberuzwil. Eingeladen hatte der Verkehrsverein.

Kathrin Meier-Gross
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Die «Füürharmoniker» haben beim Neujahrsempfang für lüpfige Melodien gesorgt. (Bild: Kathrin Meier-Gross)

Die «Füürharmoniker» haben beim Neujahrsempfang für lüpfige Melodien gesorgt. (Bild: Kathrin Meier-Gross)

«Wahnsinn, wie es vergangene Nacht geknallt hat», wirft eine Frau in die Runde, die soeben die besten Wünsche für das noch junge Jahr ausgetauscht hat. «Als um Mitternacht die Kirchenglocken läuteten und überall Böller zu hören waren, kamen mir Gedanken an den Krieg», meint eine andere Dame. «Und wie es jetzt aussieht. Der Begegnungsplatz, Gärten und Wiesen – alles voll Feuerwerksabfall. Die Verursacher werden das kaum aufräumen.»

Freundlicher Start ins neue Jahr

Damit ist aber Schluss mit Schimpfen, schliesslich präsentierte sich der erste Tag des neuen Jahres in freundlich-frischer Manier, wie es sich für einen Januarmorgen gehört. Auf der Bühne sang Emanuel Reiter, der Uzwiler Singer-Songwriter mit Wurzeln in Bayern, sanfte Popsongs. Gleichzeitig strömten immer mehr Menschen auf den Raiffeisenplatz. Hände wurden geschüttelt, hie und da gab es eine Umarmung, Becher wurden angestossen und gute Wünsche ausgesprochen. Zwar waren mit Lucas Keel und Cornel Egger gleich zwei Gemeindeoberhäupter vor Ort, aber sie brauchten keine Bühne, um sich mit den Anwesenden auszutauschen. Auch die weiteren Mitglieder der Gemeinderäte hielten keine öffentliche Rede, dafür aber Christoph Breiter, Präsident des Verkehrsvereins Uzwil und Oberuzwil.

Was man sich mit drei Rappen kaufen kann

Ob sie Vorsätze für das neue Jahr gefasst hätten, wollte Breiter von den Zuhörerinnen und Zuhörern wissen. Auch bei Firmen und Vereinen sei das üblich unter dem Motto Strategieplanung oder Jahresziel. Zusätzlich werde ein Budget aufgestellt. So handhabe es auch der Verkehrsverein, und dabei sei Folgendes festgestellt worden: Für drei Rappen pro Tag könne man ja eigentlich nichts kaufen – ausser eine passive Mitgliedschaft beim Verkehrsverein. Die koste 3,3 Rappen pro Tag. Und dafür gebe es den Apéro an Neujahr, 170 rote Bänke in beiden Gemeinden, den neuen 10-Dörfer-Weg und weitere Anlässe wie beispielsweise die Chinderfasnacht im Uzwiler Zentrum, das Guggenkonzert Chaltstart, die 1.-August-Feier oder die Kriminalnacht. Für jene, welche die zwölf Franken für die Passivmitgliedschaft nicht aufbringen könnten, gebe es die Low-Budget-Variante. «Wir suchen Mitglieder für den Vorstand», fügte Breiter schmunzelnd an.

Teil einer friedvollen Gemeinschaft

Seinem Vorstandsteam und im speziellen Vereinsaktuar Anton Weber spricht Breiter seinen Dank aus. Ebenso den «Uze-Grillern» und den Musikanten. Auf Emanuel Reiter folgten die «Füürharmoniker» mit lüpfigen Melodien. Langsam lichtete sich der Raiffeisenplatz. Die Menschen zog es in ihre warmen Stuben, begleitet vom Gefühl, Teil einer friedvollen Gemeinschaft zu sein, die liebgewordenes Brauchtum lebt. Prosit Neujahr!