Ein Nein ginge zu Lasten der schwächsten Verkehrsteilnehmer

Abstimmung «Sanierung Wiler-/St. Gallerstrasse, Flawil»

Reto Brüllmann, Flawil
Drucken
Teilen

Als Bewohner des Quartiers Alt-Flawil überquere ich die Kantonsstrasse im Zentrumsbereich täglich mehrmals zu Fuss, per Velo und mit dem Auto. Ich kann deshalb aus eigener Erfahrung bestätigen, dass die Situation durch das über viele Jahre stetig gestiegene Verkehrsaufkommen jetzt für alle Verkehrsteilnehmer an die Grenzen der Sicherheit stösst und dringend Verbesserungen angezeigt sind. Weiter habe ich als ehemaliger langjähriger Mitarbeiter der Schule Flawil auch einen besonderen Blick für die Situation der rund 1200 Flawiler Schülerinnen und Schüler. Diese begehen täglich zwei- bis viermal ihren Schulweg. Mindestens ein Drittel davon ist auf dem zur Sanierung geplanten Abschnitt zwischen Landbergstrasse und Isny-Platz unterwegs. Oberstufenschülerinnen und -schüler zu Fuss und auf dem Fahrrad wie auch die Kindergarten- und Primarschulkinder überqueren dabei die Kantonsstrasse oder gehen dieser ein Stück weit entlang. Sie alle sind als schwächste Verkehrsteilnehmer jetzt dringend darauf angewiesen, dass ihnen die Strasseninfrastruktur den grösstmöglichen Schutz bietet. Und dieser ist heute wirklich mangelhaft. Die geplante Strassensanierung wird exakt im Bereich der Sicherheit für unsere Jüngsten wie auch für ältere Fussgänger, welche allenfalls etwas mehr Zeit benötigen, die dringend notwendigen Verbesserungen bringen. Mittelinseln bei den Fussgängerstreifen, eine bessere Sichtbarkeit dank grösserer Sichtweiten, die teilweise Verbreiterung der Gehwege, die Aufhebung von Rückwärtsfahrten aus Parkplätzen über das Trottoir und weitere Massnahmen werden die heute stressige Situation für alle Beteiligten entschärfen.

In der vorgesehenen Sanierungszone prallen viele gegensätzliche Interessen aufeinander, so dass Kompromisse unumgänglich sind. Das vorgeschlagene Kantonsstrassenprojekt wird meines Erachtens den vielfältigen Ansprüchen bestmöglich gerecht. Ich empfinde es deshalb als durchdacht und ausgewogen. Eine Ablehnung würde klar zu Lasten der schwächsten Verkehrsteilnehmer gehen. Neben der zu erwartenden höheren Sicherheit freue ich mich als Flawiler Bürger aber auch auf die Attraktivitätssteigerung im Dorfkern. Deshalb lege ich am 12. Februar ein klares Ja für den Gemeindebeitrag zur Sanierung der Kantonsstrasse in die Urne.

Reto Brüllmann, Flawil