Ein Naturbach soll entstehen

Der Damm beim Klosterweiher Fischingen ist alt und die Abflussleitung defekt. Der Weiherspiegel soll abgesenkt und ein neuer Bachlauf geschaffen werden. Es wäre ein Naherholungsgebiet für die Bevölkerung und ein Laichplatz für Amphibien.

Vivien Steiger
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FISCHINGEN. Die defekte Abflussleitung und der instabile Damm des Klosterweihers Fischingen könnten in Zukunft zu Problemen führen. Dies soll im Rahmen des Projekts «Bachöffnung Mülitalbach und Aufhebung Klosterweiher» behoben werden. Der Damm vom Klosterweiher ist alt und nicht mehr stabil. «Es wären grosse Unterhaltsarbeiten notwendig, um die Sicherheit weiterhin zu gewährleisten», sagt Willy Nägeli, Gemeindeammann von Fischingen. Unter anderem müsste der Damm abgedichtet werden sowie eine Ableitung und eine Hochwasserentlastung gebaut werden. «Durch eine direkte und weitgehend offene Ableitung des Mülitalbaches entlang des natürlichen Talweges zur Murg wird diese Gefahr gebannt.» Grobes Treibholz soll schon vor dem jetzigen Klosterweiher an einem Pfahlrechen zurückgehalten werden, feineres Schwemmholz und Geschiebe wird soweit möglich zur Murg durchgeleitet.

Neue Sitzmöglichkeiten

«Die Ziele des Projektes sind hauptsächlich, die defekte Leitung sinnvoll zu ersetzen und ein Naherholungsgebiet für die Bevölkerung oder Touristen zu schaffen», sagt Willy Nägeli, um dann zu ergänzen. «Im Kloster übernachten oft Gäste. Ein abendlicher Spaziergang entlang des Bachs stelle ich mir als lauschige Angelegenheit vor.» Der bestehende Klosterweiher wird auch heute schon von Spaziergängern rege genutzt. In Zukunft sollen vermehrt Sitzmöglichkeiten und begrenzte Zugänglichkeit zum Wasser gewährleistet werden. Die Attraktivität des Gebiets soll durch die Kombination von fliessendem und stehendem Wasser mit vielfältiger Ufervegetation erhöht werden.

Hoffen auf seltene Kröte

«Das Naturschutzgebiet beim Klosterweiher ist jetzt schon ein wertvoller Naturraum», sagt Tobias Buser, Projektmitarbeiter Fröhlich Wasserbau. «Diesen wollen wir durch nachhaltige Eingriffe erhalten und aufwerten.» Es sollen unter anderem Laichplätze für Amphibien und Libellen entstehen und bei der Bachöffnung Lebensräume für Kleinlebewesen wie Insektenlarven.

Des weiteren ist auch eine Durchforstung geplant, bei der ein gestufter Waldrand geschaffen wird, der für Vögel zum Brüten wertvoll ist. Ein Teil des Astmaterials kann im Wald zu Haufen aufgeschichtet werden. Dickere Rundhölzer werden an zwei bis drei gutbesonnten Stellen zu Holzbeigen aufgeschichtet und dienen so unter anderem als Nistgelegenheiten für Wildbienen. «Da das Wasser in diesem Weiher eher kühl ist, kann unter Umständen in Zukunft die sehr seltene Geburtshelferkröte wieder auftauchen», erklärt Tobias Buser abschliessend.

Baubeginn noch dieses Jahr

Im zu Ende gehenden Winter erfolgten einige forstliche Massnahmen als Vorbereitungsarbeiten. Das Projekt liegt noch bis zum 4. April öffentlich in der Gemeindeverwaltung Fischingen auf. Der Baukredit wird am 30. Mai an der Gemeindeversammlung vorgelegt. Anschliessend soll so bald wie möglich mit den Bauarbeiten begonnen werden. Der Kostenvoranschlag liegt bei rund 435 000 Franken. Die Gemeinde Fischingen wird rund 183 000 Franken übernehmen. Auch der Verein Kloster Fischingen, Bund und der Kanton unterstützen das Projekt.

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