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Ein nächster Umweg

Seit Jahren will die Firma Gebrüder Eisenring AG von Gossau nach Lenggenwil übersiedeln. Doch das juristische Hickhack geht in eine nächste Runde. Beim Baudepartement sind drei Rekurse eingegangen.
Simon Dudle
Oben rechts: Das Gebiet «Geren/Oberwisen» in Lenggenwil mit dem neuen Gebäudekomplex der Firma Gebrüder Eisenring AG. (Bild: Modell: PD)

Oben rechts: Das Gebiet «Geren/Oberwisen» in Lenggenwil mit dem neuen Gebäudekomplex der Firma Gebrüder Eisenring AG. (Bild: Modell: PD)

Auch wenn es in den letzten Monaten ruhiger wurde, so ist der Widerstand noch keineswegs gebrochen. Die Holzveredelungs-Firma Gebrüder Eisenring AG will in Lenggenwil einen Neubau erstellen, da sich das Unternehmen am bisherigen Standort in Gossau nicht mehr weiterentwickeln kann. Obwohl die Stimmbürger einer Umzonung der entsprechenden Parzelle in eine Gewerbe- und Industriezone Ende 2014 mit deutlichem Mehr zugestimmt haben, gibt es – wie schon zuvor – kritische Stimmen.

Eine von ihnen ist der im Frühjahr neu in den Kantonsrat gewählte Damian Gahlinger. Er gibt zu bedenken, dass es im neuen Baugesetz keine Gewerbe- und Industriezone mehr gibt. Der SVP-Vertreter stellt die Frage in den Raum, ob Lenggenwil zu einer reinen Industriezone wird. «Die Industrie passt nicht mitten in das Bauerndorf und gehört an die Autobahn. Lenggenwil soll Erholung bieten», sagt Gahlinger. Der Niederhelfenschwiler fordert deshalb, dass das entsprechende Gebiet zu einer Wohn- und Gewerbezone wird. Niederhelfenschwils Gemeindepräsident Simon Thalmann sagt: «Der Gemeinderat wird sich dem Thema annehmen, wenn eine formale Anfrage vorliegt.»

Der lange Weg zum Baustart

Fakt ist: Das Gebiet ist rechtskräftig in eine Gewerbe- und Industriezone umgewandelt worden. Die Chancen sind deshalb gross, dass die Gebrüder Eisenring AG ihren Neubau früher oder später errichten kann. So schnell werden die Bagger aber noch nicht auffahren. Zwar hat der Gemeinderat Niederhelfenschwil alle Einsprachen gegen den Überbauungsplan Geren und auch gegen den Teilstrassenplan Buchenstrasse abgewiesen. Jedoch wurde in beiden Fällen bei der nächst höheren Instanz, dem Baudepartement des Kantons St. Gallen, Rekurs erhoben. Gegen den Teilstrassenplan sind es zwei Rekurse, gegen den Überbauungsplan ist es einer. Alle drei sind hängig und laut Baudepartements-Sprecherin Claudia Eugster lässt sich noch nicht sagen, wann die Urteile fallen. Sollten die Rekurse abgelehnt werden, können die Fälle neuerlich weitergezogen werden, bis vor Bundesgericht. Ist danach der Weg zur Realisierung des Projekts frei, wird das Baugesuch öffentlich aufgelegt – und es sind wiederum Einsprachen möglich.

Mit einem langen Projekt gerechnet

Bei der noch immer in Gossau ansässigen Firma gibt man sich gelassen und will die Rekurse mit Verweis auf die laufenden Verfahren nicht kommentieren. Inhaber Peter Marty spricht von einem «Generationenprojekt». Dass schon die Konzipierung und Planung zeitaufwendig sein würde, habe man gewusst. «Überbauungsplan und Teilstrassenplan ermöglichen allen Beteiligten eine grosse Mitwirkung. Es konnten mit den meisten Interessierten überzeugende Lösungen erzielt werden», sagt Marty. Das Unternehmen rechnet mit einem Investitionsvolumen von rund 20 Millionen Franken.

Kantonsrat Damian Gahlinger (SVP) kann nicht verstehen, dass die Dorfidylle einem Gewerbegebiet weichen soll. (Bild: Simon Dudle)

Kantonsrat Damian Gahlinger (SVP) kann nicht verstehen, dass die Dorfidylle einem Gewerbegebiet weichen soll. (Bild: Simon Dudle)

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