Ein Licht für den Frieden entfacht

Seit 2001 zelebriert der Gospelchor Flawil unter der Leitung von Urs Leuenberger jeweils einen weihnachtlichen Gospelchurch in der reformierten Kirche Feld. Am Stephanstag war diese erneut bis fast auf den letzten Platz besetzt.

Christine Gregorin
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Im Licht des Friedens: Der krönende Abschluss des diesjährigen Gospelchurch fand im Freien statt. (Bild: Christine Gregorin)

Im Licht des Friedens: Der krönende Abschluss des diesjährigen Gospelchurch fand im Freien statt. (Bild: Christine Gregorin)

FLAWIL. «Shine Your Light On Me», sangen die rund 25 Sänger aus voller Kehle, während sie in die Kirche einzogen. Sie brachten sich mit jeder Faser ihres Körpers ein, lebten ihre Lieblingsmusik und wirkten dabei ansteckend. Simon Hofer am Piano, Joël Zöllig am Schlagzeug, Joel Hampton am Bass und Rita Lenggenhager an der Querflöte sorgten für den guten Ton und Dirigent Urs Leuenberger zeichnete verantwortlich.

Bewegende Lebensgeschichte

«Ich war mir damals bewusst, dass ich eigentlich keine Chance mehr verdient hätte», sagt Jakob Wampfler. Am 19. August 1999 habe er beschlossen, endgültig mit dem Schummeln aufzuhören. 1960 im beschaulichen Diemtigtal im Berner Oberland geboren, folgten auf eine schwierige, durch Minderwertigkeitsgefühle und Mobbing geprägte Kinder- sowie Jugendzeit 23 Jahre im Alkohol- und Drogensumpf. «Trotz meiner hervorragenden Arbeitsstelle im Regierungsgebäude in Bern soff und kiffte ich massiv weiter», sagte der Autor der Autobiographie «Vom Wirtshaus ins Bundeshaus» und sein Bedauern war gut auszumachen. Bis zu besagtem Sommertag, an dem er entlassen werden sollte. Heinrich Koller, Direktor des Bundesamtes für Justiz (1988 bis 2006) setzte sich persönlich für den fehlbaren «Pöstler» ein und dieser dankte es ihm mit Besserung.

«Ab jetzt beginnt das neue Leben zu blühen, weil ich endlich völlig neu geboren bin in Jesus, weil er mein Leben bestimmt. Ich erlebe die nicht beschreibbare Dimension, dass völlige Abhängigkeit von Jesus in die völlige Freiheit führt. Er, der grösste Arzt über Himmel und Erde, stellt mich völlig wieder her», sagte Jakob Wampfler.

Für die Dauer seiner Ausführungen im Bernerdialekt redete er genauso wie ihm der Schnabel gewachsen ist: Mit Kraftausdrücken, die weder in der Kirche noch irgendwo sonst gern gehört werden, was die Glaubwürdigkeit seines Credos zu unterstützen vermochte.

Friedlicher Ausklang

Der Gospelchor Flawil wusste in der Folge mit tadellos intonierten Kompositionen zu gefallen: Speziell verblüffen konnten die darin eingebetteten Soli einzelner Sänger aus den eigenen Reihen. Zwei neuzeitliche Weihnachtsgeschichten der etwas anderen Art stimmten nachdenklich, luden gleichzeitig aber auch zum Schmunzeln ein.

Nachdem im Hinausgehen jeder eine Kerze erhalten hatte, wurde diese am Friedenslicht entzündet.

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